Giro d'Italia - Drei Dinge, die auf der 11. Etappe auffielen: Dainese beendet die Durststrecke - Carapaz jagt Sekunden
Die 11. Etappe des Giro d'Italia hatte einen unerwarteten Sieger: Im Duell der großen Sprintstars setzte sich ein Außenseiter durch, dessen Schwung weder Fernando Gaviria noch Mark Cavendish, Caleb Ewan oder Arnaud Démare etwas entgegenzusetzen hatten. Doch der Triumph von Alberto Dainese war nicht die einzige hervorstechende Szene am Giro-Mittwoch: Drei Dinge, die uns auffielen.
Erster italienischer Sieg: Dainese fängt Gaviria auf den letzten Metern ab
Quelle: Eurosport
Mit einem Schnitt von über 47km/h wurden die 203 Kilometer von Santarcangelo di Romagna nach Reggio Emilia gefahren - doch der Wind, der zu den vielen Tempoverschärfungen im Feld geführt hatte, wurde letztlich doch nicht zum Hauptdarsteller der Etappe.
Ohne den Triumphator des Vortages, Biniam Girmay, gehörte die Bühne im Ziel ganz den etablierten Sprintstars - dachte man. Doch ein Italiener machte allen großen Namen einen Strich durch die Rechnung.
Ein Sieg, der absolut verdient und dennoch völlig unerwartet kam.
Drei Dinge, die auffielen:
1.) Dainese beendet drei Durststrecken
Mit vielen Etappensiegern hätte man an diesem Tag rechnen können, mit Alberto Dainese aber nicht. Denn der 24-Jährige war schließlich selbst im eigenen Team nicht die erste Wahl für den Sprint. Eigentlich ist das bei DSM der Niederländer Cees Bol und erst als dieser während der Etappe über einen schlechten Tag klagte, war der interne Weg für Dainese frei.
Was dann im Finale passierte, konnte der Italiener später selbst kaum fassen: "Es war total krass, dass mir der Dritte der Gesamtwertung, Romain Bardet, den Sprint angefahren hat." Die Vorarbeit vollendete er dann mustergültig mit "perfektem Timing" des Sprints, wie Eurosport-Experte Bernie Eisel in seiner Analyse feststellte. Gegen versammelte 80 Etappensiege bei Grands Tours in Person seiner berühmten Gegner setzte er sich unwiderstehlich durch.
Mit dem Erfolg beendete der Team- und Zimmerkollege von Nico Denz gleich drei Durststrecken: Er ließ die Tifosi beim Giro erstmals beim Giro 2022 über einen italienischen Sieg jubeln und es war erst der dritte Saisonsieg für den Rennstall und der erste auf WorldTour-Niveau. Und auch für Dainese selbst war es erst der dritte Sieg - zuvor hatte er in seiner Karriere bislang nur Etappen bei kleineren Rennen in Australien und Tschechien gewonnen.
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"Macht das perfekt": Daineses Sprinttriumph in der Analyse
Quelle: Eurosport
2.) Carapaz jagt jede Sekunde
Bei Team Ineos scheint Vorsicht einzukehren: Nachdem Richard Carapaz am Blockhaus erkennen musste, dass ihm mit Bardet und Mikel Landa echte Gegner am Berg den Giro-Sieg streitig machen und daneben jede Menge weitere Rivalen in der dicht gedrängten Gesamtwertung lauern, soll nun keine Sekunden mehr verschenkt werden.
Der Olympiasieger schob sich durch den Sieg am zweiten Zwischensprint um drei Sekunden näher an das Rosa Trikot und auf Rang zwei der Gesamtwertung.
Schon zehn Mal endete der Giro nach drei Rennwochen mit weniger als 40 Sekunden Abstand zwischen Sieger und Platz zwei - Carapaz will sich in Verona nichts vorwerfen müssen.
3.) Sprinter-Exodus beginnt
Der Sprint Royal in Reggio Emilia war der letzte in dieser Form beim Giro 2022. Selten war das Feld der schnellen Männer zuletzt so hochkarätig wie in diesem Jahr, doch nun beginnt die Zeit der Abschiede. Caleb Ewan hat den Anfang gemacht - sein Sturz auf der 1. Etappe stand irgendwie sinnbildlich für seinen trotz starker Form verkorksten Giro, den er ohne Sieg verlässt.
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Fast wie bei der Tour 2021: Ewan stürzt im Sprint um den Sieg
Quelle: Eurosport
Weitere seiner Sprinterkollegen werden es ihm gleichtun, auch wenn manche noch auf die möglichen Chancen am Donnerstag und Freitag hoffen dürften. Verona ganz fest im Blick hat allein Arnaud Démare, der seine souveräne Führung in der Punktewertung dort veredeln möchte.
Auf seiner persönlichen Giro-Zielgeraden dürfte sich auch Mathieu van der Poel befinden: Der Superstar wird seine Chance auf den für ihn maßgeschneiderten Etappen wie am Samstag suchen, sich das Hochgebirge in der dritten Woche mit Blick auf die Tour de France aber sparen.
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Highlights 11. Etappe: Dainese lässt die Tifosi jubeln
Quelle: Eurosport
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