Giro 2023 - Drei Dinge, die bei der 7. Etappe auffielen: Remco Evenepoel kampflos klarer Punktsieger

Die Bergankunft an den Schneemauern der Abruzzen war der bislang größte Härtetest der 106. Italien-Rundfahrt. Neben den mutigen Ausreißern konnte sich am Gran Sasso vor allem Remco Evenepoel als Sieger fühlen. Dabei musste er dafür (fast) nichts tun, baute seine Ausgangsposition als großer Favorit auf den Gesamtsieg aber weiter aus. Drei Dinge, die bei der 7. Etappe des Giro d'Italia auffielen.

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Quelle: Eurosport

Die längste Etappe des Giro des Giro 2023 hatte es mit ihren 218 Kilometern und einem Schlussanstieg der 1. Kategorie, der sich schier endlos hinauf auf 2130 Meter zog, durchaus in sich.
Doch es kam weder zu einem Schlagabtausch der Favoriten, noch zu einem Angriff oder gar Wechsel im Rosa Trikot, weshalb Andreas Leknessund auch einer der Gewinner des Tages war und sich sowie sein aufopferungsvoll fahrendes Team um die drei Deutschen Florian Stork, Niklas Märkl und Marius Mayrhofer mit einem weiteren Tag im maglia rosa belohnte.
Drei Dinge, die auffielen:

1.) Evenepoel kampflos klarer Punktsieger

Kein Etappenerfolg, keine Bonussekunde, keine Rückkehr ins Rosa Trikot - und dennoch war Remco Evenepoel der heimliche Sieger der 8. Etappe. Ohne Kraftverlust für sich und sein Team verwaltete er seinen Vorsprung auf die Rivalen in der Gesamtwertung erfolgreich, von denen sich keiner aus der Deckung wagte.
Sicher, der Schlussanstieg war zwar endlos, aber letztlich vielleicht nicht schwer genug und der Wind im Finale lud nicht zu Attacken ein. Aber jede Bergetappe ohne Zeitverlust bringt den Zeitfahr-Dominator dem Gesamtsieg einen Schritt näher. Für die reinen Kletterer war es deshalb eine verpasste Chance. Viele von ihnen haben schon jetzt über zwei Minuten Rückstand zum Belgier, worauf warten sie?
Am Sonntag wird Evenepoel den Bergspezialisten im flachen Kampf gegen die Uhr über 35 Kilometer schnell zwei weitere Minuten aufbrummen, da sollte man nicht nur auf die Gipfel der Schlusswoche hoffen. Zumal auch dann nochmals Zeitfahren angesagt ist, wenn auch mit einem mächtigen Anstieg.
Evenepoel kann aber auch deshalb mit der 7. Etappe höchst zufrieden sein, weil sich sein Team im Vergleich zur ersten Bergetappe deutlich stärker präsentierte (wobei es diesmal auch keine Temparbeit leisten musste). Doch im Ziel war es der 23-Jährige, der in der Gruppe der Favoriten noch bis zuletzt einen Teamkollegen an seiner Seite hatte - während Primoz Roglic dort der einzige Jumbo-Profi unter den 27 Fahrern war.
Schließlich machte Evenepoel im Sprint um Platz vier wieder deutlich, dass es ihm keineswegs an Antrittsstärke fehlt, um im möglichen Kampf um Bonussekunden seine direkten Rivalen in Schach zu halten und (wie schon auf der 3. Etappe geschehen) selbst mit Bonifikationen den Abstand auszubauen.
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Voigt zur 7. Etappe: "Konnte Remco die ganze Zeit lachen hören"

Quelle: Eurosport

2.) "Kleine" am Gran Sasso ganz groß

Die Bergankunft auf 2130 Metern war die Königsetappe der ersten Giro-Hälfte und sie krönte nicht nur mutige Ausreißer, sondern unter ihnen auch zwei der "kleineren" Teams. Während es am Lago Laceno auf der 4. Etappe noch Fahrer aus den Rennställen der WorldTour waren, die sich die ersten Plätze holten, stürmte nun mit Davide Bais ein bislang siegloser Kilometersammler in Spitzengruppen zu seinem ersten Profisieg und ließ bei Eolo-Kometa nicht nur Alberto Contador ausrasten.
Auch Karel Vacek (Team corratec) machte mit Platz zwei den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere perfekt und ließ im Finale den auf dem Papier höher gehandelten und weitaus erfahreneren Simone Petilli aus der Erstliga-Mannschaft Intermarché hinter sich. "Dieser zweite Platz ist wie ein Sieg für mich", fasste der 22-jährige Tscheche den Tag zusammen.
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Triumph nach endlosem Anstieg: Bais' Flucht wird belohnt

Quelle: Eurosport

3.) Corona lässt Teams zittern

Noch bevor die 7. Etappe startete, hatte sie ihren ersten Aufreger: Gleich zwei Profis konnten nach positiven Coronatests das Rennen nicht fortsetzen und sorgten damit längst nicht nur in ihren Teams für sorgenvolle Mienen. Denn die bisherigen Ausfälle könnten nicht die letzten bleiben und Covid 19 den Giro gegebenenfalls noch massiv beeinflussen.
Das Virus bleibt ein gefährlicher Gegner, auch wenn es im Alltag überwunden scheint: Es war eine trügerische Ruhe an den ersten Tagen, nachdem vor dem Giro-Start nicht nur Team Jumbo von Ausfällen gebeutelt worden war.
Gesund zu bleiben ist weiter, so banal es auch klingt, die wichtigste Aufgabe aller Teammitglieder.
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Giro d’Italia Stage 8 profile and route map: Terni - Fossombrone

Quelle: Eurosport

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