Giro d'Italia: Geraint Thomas spricht über verpassten Gesamtsieg - Prostatastein als möglicher Grund?

Geraint Thomas hat auf seine Leistung beim Giro d'Italia 2023 zurückgeblickt und einen möglichen Grund für den verpassten Gesamtsieg im Stiefelstaat hervorgehoben. "Ich hatte eine Harnwegsinfektion, von der ich nicht wusste, wie sie zustande kam", erklärte er in der jüngsten Folge seines Podcasts "Watts Occuring". Dadurch habe der Waliser einen Großteil seiner Vorbereitung verpasst.

Geraint Thomas hat beim Giro d'Italia den Gesamtsieg knapp verpasst

Fotocredit: Getty Images

"Ich bekam die Infektion am Ende des Trainingslagers im Dezember und sie kam immer wieder zurück." Erst im März habe sein Team die Ursache für die Probleme herausgefunden: Ein Stein in der Prostata.
Ein neuer Sattel und eine medikamentöse Behandlung sorgten dafür, dass die Probleme verschwanden.
"Seitdem geht es mir gut. Allerdings deutete das Problem, dass ich vom Trainingslager im Dezember bis März 50 Prozent meines Trainings verpasst habe", so Thomas. Eine ideale Vorbereitung auf eine dreiwöchige Rundfahrt im Mai sieht anders aus.
Deswegen vermutet der Ineos-Profi auch, dass er den Giro ohne die Schwierigkeiten im Vorfeld Rosa und den Gesamtsieg behauptet hätte. "Ohne wie ein Idiot zu klingen, aber ich denke, ich hätte ihn wahrscheinlich gewonnen. Wenn ich nicht diese Infektion gehabt und die ganze Vorbereitung verpasst hätte, wäre ich bestimmt 15 Sekunden besser gewesen", sagte er. "Beim ersten Zeitfahren hätte ich nicht so viel Zeit verloren und wäre bestimmt auf der ganzen Rundfahrt ein bisschen besser gewesen."

Tour oder Giro? Thomas noch unentschlossen

Auch das ist ein Grund dafür, warum Thomas über einen erneuten Antritt in Italien nachdenkt. "Es wäre schön, wenn ich dorthin zurückkehren könnte."
Doch ist das Fragezeichen dahinter noch groß, denn schließlich ist da ja noch diese "reizvolle" Tour de France, die aufgrund der Olympischen Spiele 2024 in Paris anders als gewöhnlich mit einem schweren Zeitfahren in Nizza endet. Die komplette Strecke wird am kommenden Mittwoch präsentiert.
Inwieweit Thomas mit zwei dreiwöchigen Landesrundfahrten in einer Saison klarkommt, zeigte er bei der diesjährigen Vuelta. Obwohl der Waliser ursprünglich einen Podiumsplatz anvisiert hatte, landete er nach massiven Problemen, die sich nicht nur auf Defekte und Sturzpech zurückführen lassen, lediglich auf Platz 31 in der Endabrechnung.
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Geraint Thomas vom Team Ineos Grenadiers

Fotocredit: Getty Images

Ineos muss Abgänge noch kompensieren

Unabhängig von Thomas' eigenen Ambitionen werden aber auch die Pläne des Teams eine Rolle spielen. Noch hat Ineos Grandiers die Abgänge der drei Klassementfahrer Daniel Felipe Martinez (zu Bora-hansgrohe), Tao Geoghegan Hart (zu Lidl-Trek) und Pavel Sivakov (zu UAE Team Emirates) noch nicht ersetzt.
Da der Verbleib des diesjährigen Tour-Fünften Oscar Rodriguez zwar wahrscheinlich, aber noch nicht fix ist, und Luke Plapp, der eigentlich noch Vertrag hat, aber trotzdem vor einem Wechsel zu Jayco-AlUla stehen soll, stehen mit Thymen Arensman und Thomas Pidcock vorerst nur zwei potenzielle Grand-Tour-Podiumskandidaten neben Thomas im Kader für 2024.
Thomas selbst hat ebenso noch keinen neuen Vertrag bei Ineos-Grenadiers unterschrieben. Doch der 37-Jährige ist fest davon überzeugt, im nächsten Jahr wieder für das britische Team im Sattel zu sitzen.
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Quelle: Eurosport

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