Giro d'Italia: Gewinnt Tadej Pogacar zu viel? Eurosport-Experte mahnt UAE Emirates Team zur Vorsicht vor zu viel Gier

Tadej Pogacar und sein UAE Emirates Team haben den Giro d'Italia während der ersten neun Etappen dominiert: Drei Etappensiege, seit acht Tagen im Maglia Rosa und 2:40 Minuten Vorsprung im Gesamtklassement sind die beeindruckenden Zahlen. Diese Überlegenheit sorgt für Aufsehen - und steckt auch bei den anderen Teams im Hinterkopf, sagt Eurosport-Experte Sean Kelly in der Sendung "The Gruppetto".

Pogacar schwärmt nach Sieg: "Team hat einen super Job gemacht"

Quelle: Eurosport

"Wenn man zu meiner Zeit sehr viel gewonnen hat, dann ist es vorgekommen, dass Teams und sportliche Leiter zu dir kamen und sagten: 'Du musst den anderen auch etwas überlassen'", meint Kelly.
"Ich bin sicher, dass viele Teams, die wegen UAEs aggressiven Fahrens zu kurz kommen, das jetzt auch auf dem Schirm haben. Das sollte sich UAE Emirates genau ansehen", so der Ex-Radprofi, der in den 80er und 90er Jahren einer der erfolgreichsten Klassikerjäger war.
Ob die anderen Equipes gegen Pogacar und seine Helfer etwas ausrichten können, ist für den Iren allerdings fraglich. "UAE ist sehr stark und dominant. Zudem ist Pogacar am Ende der Etappe extrem schnellkräftig. Wenn es keine Etappe mit Windstaffeln oder ähnlichem gibt, gibt es eigentlich keine Chance für andere Teams, es ihnen zurückzuzahlen", sagt der 67-Jährige.
Tadej Pogacar gewann drei Etappen während der ersten neun Teilstücke vor dem Ruhetag: die beiden Bergankünfte in Oropa und Prati di Tivo sowie das Einzelzeitfahren in Perugia, als er im Schlussanstieg Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) noch entscheidend Zeit abnahm.

McEwen: "Denke nicht, dass sie gierig sind"

Robbie McEwen, der andere Eurosport-Experte in der Sendung, sieht die Dominanz gelassener. "Sie fahren um zu gewinnen, was ihnen angeboten wird, aber sie haben nicht alles gewonnen", sagt der Australier.
McEwen weiter: "Ich denke nicht, dass sie es übertreiben. Ich finde nicht, dass sie zu gierig sind."
Wenn das Rennen während der zweiten Woche kontrollierter werde, dann werden laut McEwen auch die Sprinter und Ausreißergruppen mehr Chancen bekommen.
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