Carlos Verona feiert Solo-Sieg, Florian Stork Etappenzweiter beim Giro d'Italia - Primoz Roglic erlebt Debakel
VonFelix Mattis
Update 25/05/2025 um 17:31 GMT+2 Uhr
Carlos Verona hat in Asiago mit einem 44-Kilometer-Solo die 219 Kilometer lange und sehr schwere 15. Etappe des Giro d'Italia 2025 über den Monte Grappa gewonnen. Florian Stork fuhr auf den zweiten Platz. Hinter den Ausreißern entbrannte in der letzten Steigung 30 Kilometer vor dem Ziel der Kampf ums Rosa Trikot und Primoz Roglic verlor 1:30 Minuten auf seine Kontrahenten ums Podium.
Giro-Roundup: Roglic am Boden - Lidl-Trek-Party geht weiter
Quelle: Eurosport
Während Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe) zwei Kilometer vor dem Ende der Kategorie-2-Steigung von Dori abgehängt wurde, blieben alle anderen aus den Top 10 der Gesamtwertung beisammen.
Somit verteidigte Isaac Del Toro (UAE-Emirates-XRG) das Maglia Rosa und führt die 108. Italien-Rundfahrt am dritten Ruhetag am Montag weiterhin 1:20 Minuten vor Simon Yates (Visma-Lease a Bike) und 1:26 Minuten vor seinem UAE-Teamkollegen Juan Ayuso sowie 2:07 Minuten vor Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) an.
Derek Gee (Israel-Premier Tech) ist mit 2:54 Minuten Rückstand neuer Gesamtfünfter. Von diesem Platz rutschte Roglic auf den zehnten Gesamtrang ab und hat nun 3:53 Minuten Rückstand aufs Rosa Trikot.
Mit seinem Solo-Triumph sorgte Verona für den sechsten Etappensieg des Teams Lidl-Trek bei diesem Giro und sorgte damit für etwas Trost nach dem sturzbedingten Aus von Kapitän Giulio Ciccone am Vorabend.
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Lidl-Trek feiert nächsten Etappensieg - Packung für Roglic
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"Zunächst bin ich super happy, überhaupt beim Giro dabei sein zu dürfen und dass ich mit Giulio Ciccone in einer Mannschaft aufgestellt wurde. Ich hatte vielleicht auch im Hinterkopf, eine Etappe zu gewinnen, war aber primär hier, um für diesen großen Kapitän zu fahren. Nun hat sich gestern alles geändert und ich wollte das hier heute gar nicht so sehr für mich gewinnen, sondern für ihn und das Team", sagte der 32-jährige Spanier nach seinem erst zweiten Profisieg und dem größten Erfolg seiner Karriere.
Bei der Tour de France war er 2020 und 2022 schon zweimal als Etappendritter und bei der Vuelta a Espana 2021 einmal als Etappenzweiter knapp an einem Grand-Tour-Tageserfolg vorbeigefahren.
"Ich musste heute meine Beine sprechen lassen, nachdem Guilio so viel für das Team getan hat und für einen so guten Zusammenhalt bei diesem Giro gesorgt hat. Ich habe schon in der Fluchtgruppe überlegt, wie es heute am besten anstelle", so Verona. "Da ich nicht der Allerschnellste bin, war mir bewusst, dass ich nach meiner Attacke auch einen gewissen Vorsprung aufbauen musste, um gewinnen zu können."
Das Maglia Ciclamino des Punktbesten verteidigte mit nun 240 Zählern und deren 105 Vorsprung auf Olav Kooij (Visma-Lease a Bike) Veronas dänischer Teamkollege Mads Pedersen.
Lorenzo Fortunato (XDS-Astana) sicherte sich den Kategorie-1-Bergpreis am Monte Grappa und baute seine Führung im Bergtrikot weiter aus. Er hat nun 197 Punkte und damit 143 mehr als Ayuso auf Platz zwei der Sonderwertung. Der ist auch in der Nachwuchswertung weiterhin Zweiter und trägt das Weiße Trikot stellvertretend für Del Toro.
Zu Beginn der Etappe ließ das Peloton keine Angreifer wegfahren und so dauerte es bis nach der steilen Rampe der Muro Di Ca' del Poggio nach knapp 50 Kilometern, dass sich jemand lösen konnte - und dann waren es gleich 35 Mann auf einen Schlag, darunter die drei Deutschen Marco Brenner, Florian Stork (beide Tudor) und Georg Steinhauser (EF Education-EasyPost) sowie der Österreicher Patrick Konrad (Lidl-Trek).
Tiberi früh im Hintertreffen
Bevor sie sich lösten, kam es an der Muro zu einer Teilung im Hauptfeld, bei der unter anderem Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) und vier Helfer des UAE-Teams ins Hintertreffen gerieten. Sie lagen bis zu 1:30 Minuten hinter dem Hauptfeld, bevor dort durch das Entstehen der großen Spitzengruppe endlich Ruhe einkehrte. Erst dann konnten Tiberi und Co. dank der Arbeit der Bahrain-Helfer wieder zu den anderen Favoriten im Hauptfeld aufschließen.
Bis Bassano del Grappa am Fuß der 25 Kilometer langen Steigung auf den Monte Grappa fuhren die 35 Spitzenreiter 3:45 Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld heraus, in dem UAE die Nachführarbeit übernahm. Die Mannschaft von Leader Del Toro brachte den Abstand auf unter drei Minuten herunter, bevor dann Ayuso anhalten musste, um sein Rad zu wechseln.
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Mitten im Anstieg: Ayuso muss Rad wechseln
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Daraufhin nahmen seine Teamkollegen für eine Weile Tempo raus, so dass der Spanier zurückkommen konnte. Dann aber übernahm Ineos die Spitze im Feld und gab Vollgas, um die von vielen erwartete Attacke von Bernal vorzubereiten, die 93 Kilometer vor dem Ziel dann auch erfolgte.
Sofort saß Del Toro am Hinterrad des Kolumbianers und auch Carapaz sprang schnell hinterher, bevor anschließend auch Thymen Arensman und Derek Gee nochmal aufschlossen - die anderen Mitfavoriten aber blieben im Feld sitzen und verloren bis zur Passhöhe rund 25 Sekunden.
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Bernal attackiert am Monte Grappa - Del Toro und Carapaz folgen
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An der Spitze des Rennens erfolgten zeitgleich auch Attacken, doch die Gruppe blieb erstmal beisammen. Lorenzo Fortunato (XDS-Astana) sicherte sich den Kategorie-1-Bergpreis, bevor dann in der Abfahrt Lokalmatador Marco Frigo (Israel-Premier Tech) davonfuhr. Während der Italiener das Rennen allein anführte, rollten in der langen Abfahrt dahinter die unterschiedlichen Gruppen wieder zusammen und im Tal hatte Frigo 65 Kilometer vor dem Ziel 25 Sekunden Vorsprung auf ein rund 50 Fahrer umfassendes Hauptfeld.
Verona setzt zum Solo an
Dort heraus lösten sich auf den folgenden Kilometern zehn weitere Fahrer um Stork und sprangen zu Frigo vor, während der Vorsprung zurück zum Feld nochmal anwuchs. Die elf Spitzenreiter schlossen sich 56 Kilometer vor dem Ziel zusammen und bauten ihren Vorsprung auf das Favoritenfeld bis zum Fuß der 16 Kilometer langen Steigung nach Dori auf drei Minuten aus.
Nun setzte sich 44 Kilometer vor Schluss Carlos Verona (Lidl-Trek) aus der Gruppe ab. Gianmarco Garofoli (Soudal-Quick-Step) folgte dem Spanier, konnte aber nicht mit ihm mithalten. 37 Kilometer vor Schluss nahm auch Filippo Zana (Jayco-AlUla) die Verfolgung auf und schloss fünf Kilometer später, kurz nach dem Bonus-Sprint des Red Bull Kilometers, zu Garofoli auf.
Roglic kann in Dori nicht mehr mithalten
Das Duo erreichte die Kategorie-2-Bergwertung von Dori 28 Kilometer vor dem Ziel zwölf Sekunden hinter Verona. Rund drei Minuten dahinter attackierte Carapaz die Favoritengruppe und das Feld explodierte.
Nicht mehr mithalten konnte dabei Roglic. Giulio Pellizzari und Daniel Felipe Martinez warteten auf den Slowenen, doch ihre Gruppe verlor auf den folgenden knapp 2,5 Kilometern bis zum Bergpreis eine ganze Minute auf die elfköpfige Favoritengruppe, in der Carapaz noch ein zweites Mal angriff und das Tempo nicht mehr herunterging - zumal auch alle anderen Favoriten vorne immer wieder beschleunigten.
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Attacken-Hagel der Favoriten - Roglic fällt zurück
Quelle: Eurosport
Auf den welligen 28 Schlusskilometern von der Bergwertung ins Ziel in Asiago holten Stork, Romain Bardet (Picnic-PostNL), Nicolas Prodhomme (Decathlon-AG2R) und Christian Scaroni (XDS-Astana) Garofoli und Zana wieder ein, doch Verona zog souverän weiter durch und fuhr wieder bis auf eine Minute davon.
Das Ziel erreichte der Spanier mit 22 Sekunden Vorsprung auf Stork, der aus dem Verfolgersextett mit einer späten Attacke auf Platz zwei fuhr. Scaroni wurde Dritter. Die Favoritengruppe kam mit 29 Sekunden Rückstand in Asiago an, und damit genau 1:30 Minuten vor Roglic.
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Giro-Strecke: Profil der 16. Etappe - Schwere Bergankunft in Brentonico
Quelle: Eurosport
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15. Etappe | BergetappeFiume → Asiago / 219 km
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C. VeronaBeendet
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