Bei den vergangenen drei Ausgaben gab es jeweils auch deutsche Siege zu bejubeln. 2022 hatte Lennard Kämna am Ätna triumphiert, im Jahr darauf sorgten Pascal Ackermann im Massensprint und der doppelte Nico Denz für drei Etappensiege in vier Tagen. 2024 war es dann die Solofahrt von Georg Steinhauser am Passo Brocon, die hohe Wellen schlug.
Zwei der vier Etappensieger der letzten Jahre sind auch diesmal wieder dabei. Doch eine Garantie für einen erneuten Erfolg ist das längst nicht.
Denn Vorbereitung, Form und letztlich auch die Aufgabenverteilung in ihren Teams macht es den meisten deutschen Startern schwer, für Zählbares sorgen zu können. Dazu kommt: Fast die Hälfte steht vor ihrem Giro-Debüt.
Wir stellen die zehn deutschen Giro-Teilnehmer vor.
Nico Denz (Red Bull-Bora-hansgrohe / 31 Jahre / 7. Teilnahme)
2023 war das Jahr des Nico Denz. Zwei Giro-Etappensiege und später noch einer bei der Türkei-Rundfahrt bedeuteten die Hälfte der insgesamt sechs Profisiege in seiner Karriere. Auch Deutscher Vizemeister wurde er in jenem Jahr.
Es passte alles, beim Giro aber vor allem die Konstellation, das in Aleksandr Vlasov der etatmäßige Kapitän bereits raus war und Ersatzmann Lennard Kämna auch trotz einer freien Rolle von Denz erfolgreich war.
Nico Denz ist bereits ein echter Giro-Routinier
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Das wird es diesmal nicht geben. Alles ist bei Red Bull dem großen Ziel Giro-Sieg von Primoz Roglic untergeordnet.
Denz ist dabei einer der wenigen Helfer im vor allem auf die Berge ausgerichteten Team, der den Slowenen auch im Flachen beschützen kann. Für Heldentaten ist bei Denz' siebter Italien-Rundfahrt also kein Platz.
Juri Hollmann
Alpecin-Deceuninck / 25 Jahre / 1. Teilnahme
Juri Hollmann ist einer der vielen deutschen Giro-Debütanten. Nach der Vuelta im vergangenen Jahr ist es überhaupt erst seine zweite Grand Tour.
In Spanien konnte Hollmann auf einer Etappe als Ausreißer auf Rang fünf fahren, worüber er sich am Ende sogar noch enttäuscht zeigte. Damals wie heute war das Team komplett auf Kaden Groves ausgelegt. Der Australier soll Etappen und idealerweise auch die Punktewertung gewinnen.
Juri Hollmann vor seinem Start bei Eschborn-Frankfurt
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Hollmann ist im Team der wahrscheinlich stärkste Kletterer und könnte so erneut die Chance erhalten, die eine oder andere Etappe als Ausreißer anzugehen.
Ansonsten dürfte sich der 25-Jährige wie alle anderen Alpecin-Fahrer auch in den Dienst von Groves stellen, der an und für sich ganz gut über die Berge kommt und somit auch schwerere Etappen ins Auge fassen kann. Gerade an diesen Tagen könnte Hollmann als letztem Helfer eine wichtige Rolle zukommen.
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Georg Steinhauser
EF Education-EasyPost / 23 Jahre / 2. Teilnahme
Der deutsche Held des letzten Giro d‘Italia kehrt zurück an den Ort seiner größten Erfolge. Neben dem damaligen Etappensieg vor Tadej Pogacar sprangen zwei weitere dritte Plätze heraus.
Weil EF in keinen Mann für die Gesamtwertung dabei hatte, konnte sich Steinhauser austoben. Das wird in diesem Jahr anders sein, denn Richard Carapaz wird das Klassement in Angriff nehmen, um seinem Giro-Sieg aus dem Jahr 2019 so nahe wie möglich zu kommen.
Georg Steinhauser gewann die 17. Etappe des Giro d'Italia am Passo Brocon
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"Ich werde Richie unterstützen, und wenn ich die Gelegenheit bekomme und die Beine habe, einen ähnlichen Giro wie im letzten Jahr zu fahren, wäre das fantastisch", sagte der 23-Jährige auf der Homepage seines Teams über seine Rolle.
Allerdings wird der Fokus wohl auf der Helferrolle liegen, denn "meine Vorbereitung verlief dieses Jahr nicht wie geplant, und ich habe einige Rennen verpasst, aber es wird wirklich cool sein, für Richie zu fahren", so Steinhauser.
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Quelle: Eurosport
Kim Heiduk
Ineos Grenadiers / 25 Jahre / 1. Teilnahme
Auch Kim Heiduk wird in erster Linie in unterstützender Rolle unterwegs sein. Bei seinem ersten Giro gilt es, die Kapitäne Thymen Arensman und Egan Bernal gut in die Etappenfinals zu geleiten. Abgesehen vom Hochgebirge ist Allrounder Heiduk dabei überall gefragt.
Bei der Vuelta im vergangenen Jahr besetzte der 25-Jährige auch zwei Mal die Ausreißergruppe, was dort aber auch dem Ausfall der Kapitäne geschuldet war.
Kim Heiduk bei der Tour of the Alps
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Läuft es aus Sicht von Ineos gut, wird Heiduk wie so häufig unsichtbar im Feld solide seine Aufgaben erfüllen.
Felix Engelhardt
Jayco-AlUla / 24 Jahre / 1. Teilnahme
Ein weiterer Giro-Debütant ist Felix Engelhardt. Überhaupt am Start zu stehen, ist nach einigen gesundheitlichen Schwierigkeiten im Frühjahr schon ein Erfolg, wie der 24-Jährige der Südwest Presse verriet.
Sein Team will mit Chris Harper zwar auch das Gesamtklassement in Angriff nehmen, doch in erster Linie besteht das Aufgebot der Australier aus Fahrern, die um Etappensiege kämpfen werden.
Die Farbe Lila wird also oft in den Fluchtgruppen vertreten sein. Sicher auch mal durch die Nummer 155, Engelhardt. Der Puncheur hat bei Eschborn-Frankfurt als letzter Helfer des siegreichen Michael Matthews bereits gute Form bewiesen.
Felix Engelhardt
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Was daraus werden kann, liegt am Ende aber nicht nur an seiner eigenen Stärke. "Ein bisschen Glück gehört dann auch immer dazu."
Niklas Märkl
Picnic-PostNL / 26 Jahre / 2. Teilnahme
Zweite Grand Tour, zweiter Giro. Nach seinem Debüt 2023 kehrt Niklas Märkl nun nach Italien zurück. Sein Job dürfte sich dabei kaum verändert haben - lediglich der Mann, für den er ihn ausführt.
Sollte bei Märkls erstem Giro Alberto Dainese in den Sprintankünften für Topergebnisse sorgen, ist es jetzt Casper van Uden.
Auch auf Märkl wartet also "nur" Arbeit. Eigene Ambitionen stehen hintenan. Ein Ausreißversuch dürfte maximal dann in Frage kommen, wenn van Uden das Rennen nicht beenden sollte.
Niklas Markl bei der 77. Tour de Romandie
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Und dann ist da ja auch noch Romain Bardet. Der Franzose, der seinen letzte Grand Tour angeht, kann hier oder da im Flachen sicher auch ein wenig Support gut gebrauchen.
Marco Brenner
Tudor Pro Cycling / 22 Jahre / 1. Teilnahme
Zweieinhalb Jahre hat es gedauert, bis Marco Brenner nach seinem Grand-Tour-Debüt in Spanien nun auch seine zweite dreiwöchige Landesrundfahrt in Angriff nehmen kann. Trotzdem ist er mit 22 Jahren immer noch der jüngste Deutsche im Feld. Und auch in seinem Team Tudor.
"Eine Grand Tour im deutschen Meistertrikot bestreiten zu können, ist schon etwas Besonderes", sagte Brenner der Augsburger Allgemeinen. Und auch seine Rolle verkündete er dort: "Ich werde auf Etappen fahren."
Marco Brenner geht für Tudor Pro Cycling an den Start
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Das kommt durchaus etwas überraschend, da Tudor mit Michael Storer auch einen Mann im Team hat, für den im Gesamtklassement die Top 5 nach seinen Vorleistungen nicht außer Reichweite liegen.
Und der könnte jede Unterstützung am Berg gut gebrauchen. Allerdings hat Brenner vor dem Giro bereits ansprechende Form bewiesen, die vielleicht die eine oder Chance auf den nicht ganz schweren Etappen rechtfertigt.
Alexander Krieger
Tudor Pro Cycling / 33 Jahre / 5. Teilnahme
Neben dem jüngsten hat Tudor auch den ältesten Deutschen beim Giro im Team. Und Alexander Krieger wird seinen Kapitän in jedem Fall unterstützen.
Der 33-Jährige ist zwar sicher nicht für die Berge eingeplant, in dem aber auf Kletterer ausgelegten Team einer der wenigen Helfer im Flachen.
Alexander Krieger
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Krieger geht dabei in seinen fünften Giro - und das im fünften Jahr in Folge. Seine letzte Italien-Rundfahrt musste der Stuttgarter nach einem Sturz mit mehreren Rippenbrüchen und einer Beckenfraktur aufgeben. Damit war auch seine Saison bereits im Mai beendet.
Florian Stork
Tudor Pro Cycling / 28 Jahre / 3. Teilnahme
Tudor ist das einzige Team, das mehr als einen Deutschen ins Rennen schickt. Neben Brenner und Krieger erhöht Florian Stork die Anzahl sogar auf drei.
Der 28-Jährige geht zum dritten Mal an den Start und dürfte dabei in die Rolle des wichtigsten Berghelfers von Storer schlüpfen.
Florian Stork geht ebenfalls für Tudor Pro Cycling an den Start
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Schon bei der Tour oft the Alps harmonierte das Duo gut. Auch Storks Form passte zuletzt gut. Dennoch - oder gerade deswegen - wird er in seiner Helferrolle gefangen, solange Storers Klassement-Chancen am Leben sind.
Max Kanter
XDS-Astana / 27 Jahre / 4. Teilnahme
Auf Max Kanter wartet sein vierter Giro d‘Italia. Und dabei wird er allen anderen eine Sache voraus haben. Er geht als Kapitän ins Rennen. Nicht als uneingeschränkter, aber als jener für die Sprints im ansonsten nur aus Etappenjägern und Kletterern bestehenden Astana-Aufgebot.
Nach seinem Sieg bei der Famenne Ardenne Classic Anfang Mai geht der 27-Jährige zwar ohne Anfahrer, dafür aber mit viel Selbstvertrauen ins Rennen.
Max Kanter
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"Ich bin in einem Alter, wo ich meine Stärken und Schwächen gut einschätzen kann. Pedersen, Kooij, Groves, Bennett und van Aert sind sehr starke Fahrer", listete er gegenüber
radsport-news.com die Namen seiner bekanntesten Giro-Gegner auf, die allesamt schon Grand-Tour-Etappensiege vorzuweisen haben und kündigte an: "Ich werde auf meine Chancen warten und will diese dann nutzen."
Zuschauerin stolpert ins Peloton und löst Sturz aus
Quelle: Eurosport