Giro-Analyse vom Zeitfahren: Primoz Roglic kann auch mal Glück haben - drei Dinge, die auffielen

Im Einzelzeitfahren auf der 10. Etappe des Giro d'Italia hat der Wettergott den Fans gleich zwei Rennen in einem geboten: Während im Trockenen unter den früher gestarteten Zeitfahrspezialisten Daan Hoole den Etappensieg holte, kam es unter den Gesamtsieg-Kandidaten zum Glücksspiel mit dem Nässegrad der Straße. Trotz Regenlotterie waren aber Erkenntisse zu gewinnen: Drei Dinge, die auffielen.

Highlights XXL: Roglic meldet sich im Zeitfahren nach Pisa zurück

Quelle: Eurosport

UAE-Emirates-XRG dominiert den Giro d'Italia. Das wird beim Blick auf die Gesamtwertung nach dem Einzelzeitfahren von Pisa so deutlich wie nie: Vier Mann hat das Team in den Top 7, Isaac Del Toro und Juan Ayuso sorgen für eine Doppelführung.
Trotzdem aber hat das verregnete Zeitfahren auf der 10. Etappe die Italien-Rundfahrt wieder offener gemacht.
Denn Top-Favorit Primoz Roglic konnte trotz eines Sturzes bei der Streckenbesichtigung Zeit aufholen.
Und auch zwei andere interessante Fahrer haben sich mehr als beachtlich im Tagesklassement geschlagen.
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Von wegen Sieg dank Regen - Eisel: "Hoole hat die Besten geschlagen"

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Drei Dinge, die auf der 10. Etappe auffielen:

1. Roglic kann auch mal Glück haben

Als am Vormittag die Meldung die Runde machte, dass Primoz Roglic zwei Tage nach seinem Debakel auf den Schotterstraßen der Toskana schon wieder zu Fall gekommen war, wollte man fast schon abwinken. Doch am Ende des 28,6 Kilometer langen Einzelzeitfahrens von Lucca nach Pisa durfte man bei Red Bull-Bora-hansgrohe zufrieden lächeln.
Roglic hat auf all seine Kontrahenten in Sachen Giro-Gesamtwertung Zeit herausgeholt - und das teilweise sogar in großem Maße. Der Slowene rückte vom zehnten auf den fünften Gesamtrang vor und verkürzte auch seinen Rückstand auf seinen laut Expertenmeinungen größten Rivalen, Juan Ayuso, um 19 auf 53 Sekunden.
"Das wird eine riesige Erleichterung sein", stelle Eurosport-Experte Jens Voigt im Velo Club fest, dass Roglic mit Brandon McNulty und Adam Yates auch zwei Fahrer aus der UAE-Phalanx überholen konnte. "Die anderen Fahrer, die um ihn herum sind, hat er eigentlich im Griff. Die große Unbekannte ist, wie lange Del Toro dieses Niveau halten kann und ob er (Roglic) es schafft, Ayuso in den Bergen zu knacken", so Voigt weiter.
Roglic hatte nach dem doppelten Sturz- und-Defekt-Pech vom Sonntag diesmal etwas Glück: Da er als einer der ersten der Gesamtsieg-Kandidaten auf die Strecke ging, fuhr er noch auf trockener Straße los und war sowohl auf den ersten acht Kilometern bis zur ersten Zwischenzeit als auch auf den letzten acht Kilometern von der zweiten Zwischenzeit ins Ziel der Schnellste aus den Top 10 der Gesamtwertung.
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"Riesen Erleichterung" - Roglic der Gewinner der Regenlotterie

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Zwar traf auch Roglic zwischendurch auf nasse Straßen - vor allem im mittleren Streckenteil und der Abfahrt hatte er augenscheinlich mehr Wasser unter dem Rad, als etwa Ayuso und Del Toro zum Schluss.
"Der Vorteil für ihn war, dass es bei ihm am Anfang trocken war. Wenn es da von Anfang an geschüttet hätte, wäre er natürlich mit angezogener Handbremse gestartet. Das wäre mental richtig schwierig geworden nach dem Sturz am Morgen", meinte Eurosport-Experte Bernhard Eisel.

2. Zwei Mann liegen auf der Lauer

Während die ganze Welt vom Duell zwischen Ayuso und Roglic sowie seit dem Sonntag in Siena auch von Shootingstar Del Toro spricht, ist es um zwei andere heiße Podiumskandidaten dieser 108. Italien-Rundahrt bislang recht still gewesen.
Doch Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) und Simon Yates (Visma-Lease a Bike) haben sich bislang nicht nur keine Blöße gegeben, sondern sich besonders im Zeitfahren von Pisa nun beeindruckend in Position gebracht. Beide verloren nur wenig Zeit auf Roglic und Ayuso, sodass sie nun auf dem dritten und vierten Platz der Gesamtwertung liegen - Tiberi 1:01 Minuten hinter dem Rosa Trikot, Yates 1:03.
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Vier Mann in den Top 7: Wie regelt UAE die Luxus-Situation?

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Roglic folgt bei 1:18, aber ab Brandon McNulty auf Gesamtrang sechs haben alle anderen Kontrahenten bereits zwei Minuten und mehr auf der Uhr. Das macht Tiberi und Simon Yates zu zwei sehr wichtigen Faktoren im Kampf ums Giro-Podium - und wenn sich Roglic und die UAE-Phalanx bekämpfen, könnten der Bahrain- und der Visma-Kapitän durchaus sogar zu ganz großen Nutznießern werden.

3. Reine Kletterer im Regen erst Recht im Nachteil

Zu den größten Verlierern der Regen-Lotterie von Pisa wurden die Kletterspezialisten unter den Klassementfahrern. Als ob es für Giulio Ciccone (Lidl-Trek), Richard Carapaz (EF Education-EasyPost), Egan Bernal (Ineos Grenadiers) und Einer Rubio (Movistar) nicht ohnehin schon unangenehm genug wäre, aufs Zeitfahrrad zu steigen und sich mit Roglic und Co. zu messen, tat ihnen der Wettergott zusätzlich weh.
Während Rubio noch Glück hatte und weitgehend trocken durchkam, befanden sich Bernal, Ciccone und Carapaz genau dann auf der Strecke, als der Regen am stärksten war - und auch immer da, wo sich die Wolken hinbewegten, wie es schien. Die Krux: Natürlich tun sich Fahrer, die ohnehin nicht die besten Zeitfahrer sind, auf dem Zeitfahrrad bei Nässe noch schwerer, als diejenigen, die sich auf der Aero-Maschine zuhause fühlen.
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Kletter-Asse auf der Lauer: Bernal und Carapaz setzen auf Woche 3

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Und so verloren Ciccone (+ 2:47), Rubio (+ 2:51), Carapaz (+ 2:51) und Bernal (+ 2:56) allesamt fast drei Minuten auf Sieger Hoole und damit auch allesamt zwischen anderthalb und zwei Minuten auf Roglic.
Dabei war Bernal sogar in der Anfangsphase noch gestürzt, wie er im Ziel erzählte. Seine reine Leistung dürfte also besser gewesen sein als sein Ergebnis. Und die letzten Tage hatten gezeigt, dass gerade Ciccone, Carapaz und Bernal bergauf momentan sehr stark sind. Für sie kommt es bei diesem Giro, der in der Schlusswoche erst so richtig schwer wird, vor allem auf die Alpen an.
Und mit der Ausgangslage, dass sie nun alle bereits über zwei Minuten zurückliegen, ist zumindest eines klar: Man darf Angriffe erwarten.
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Giro-Strecke: Profil der 11. Etappe - Vom Strand in die Berge

Quelle: Eurosport


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