Isaac Del Toro wehrt sich! Giro-Etappensieg für das Rosa Trikot in Bormio - Richard Carapaz erobert Rang zwei

Isaac Del Toro hat einen Tag nach seinem Zeitverlust von Etappe 16 mit einem Paukenschlag geantwortet. Der Mexikaner leiß sich am gefürchteten Mortirolo-Pass auf der 17. Etappe des Giro d'Italia nicht entscheidend abschütteln und feierte dann in Bormio den ersten Grand-Tour-Etappensieg seiner Karriere. Vier Sekunden dahinter wurden Romain Bardet und Richard Carapaz Zweiter und Dritter der Etappe.

Carapaz macht Druck - del Toro siegt: Giro-Roundup 17. Etappe

Quelle: Eurosport

"Das ist mein drittes oder viertes Podium bereits bei diesem Giro. Das ist unglaublich! Jeder will gewinnen und heute wollte ich einfach nicht aufgeben, immer weiterkämpfen und einen Schritt voraus sein", strahlte Del Toro im Sieger-Interview, nachdem er während der Etappe am Mortirolo nicht hatte mitgehen können, als Carapaz attackierte. Dann aber kam er mit Hilfe seines Teams im Tal wieder an den Ecuadorianer heran.
"Wir haben erwartet, dass es am Mortirolo eine Attacke geben wird. Man will natürlich nicht alle Klassementfahrer wegfahren lassen, deshalb bin ich nachgefahren, habe es dann ruhiger angehen lassen und etwas Druck auf die anderen Fahrer ausgeübt. Dann habe ich versucht, mich etwas zu erholen, um am letzten Berg noch genügend Kräfte zu haben. Diesen Plan haben wir mit dem Team ausgearbeitet und sie haben mir das Selbstvertrauen gegeben, dann Vollgas zu geben", erzählte der Sieger vom Finale in Bormio.
Del Toro und Carapaz waren in der letzten kurzen, aber steilen Rampe knapp zehn Kilometer vor dem Ziel aus der Favoritengruppe heraus weggefahren, holten in der Abfahrt zum Ziel Solo-Spitzenreiter Bardet ein und zogen dann gemeinsam bis nach Bormio durch. Dort fuhr Del Toro dann schneller um die letzten Kurven, riss ein Loch und gewann.
Mit 15 Sekunden Rückstand führte der Gesamtzweite Simon Yates (Visma-Lease a Bike) die erste Verfolgergruppe vor Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe), Derek Gee (Israel-Premier Tech), Damiano Caruso (Bahrain Victorious), Einer Rubio (Movistar) und Max Poole (Picnic-PostNL) ins Ziel.
Die nächste Gruppe um Egan Bernal (Ineos Grenadiers) und den aus der Ausreißergruppe des Tages zurückgekommenen Florian Stork (Tudor) büßte 1:10 Minuten ein. Storks Kapitän Michael Storer fuhr als 29. der Etappe mit 4:05 Minuten Rückstand ins Ziel, nachdem er am Mortirolo mit den Besten in der Favoritengruppe nicht mehr mithalten konnte.
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Statement in den Alpen! Del Toro glänzt in Bormio

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In der Gesamtwertung liegt Del Toro nach 17 Etappen nun 41 Sekunden vor Carapaz und 51 Sekunden vor Simon Yates an der Spitze. Gee ist mit nun 1:57 Minuten Rückstand weiter Vierter, Caruso auf Rang fünf fehlen 3:06 Minuten zum Rosa Trikot. Bernals Rückstand wuchs auf Platz sechs auf 4:43 Minuten an, Pellizzari folgt bei 5:02 Minuten jetzt als Siebter. Er rückte sowohl an Storer als auch Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) vorbei, der wie Storer ebenfalls am Mortirolo abgehängt worden war.
Das Maglia Ciclamino blieb auf den Schultern von Mads Pedersen (Lidl-Trek) und Lorenzo Fortunato (XDS-Astana) baute seine Führung in der Bergwertung weiter aus, während Del Toro als Gesamtführender natürlich auch in der Nachwuchswertung weiter an der Spitze liegt. Das Weiße Trikot wird auf der 18. Etappe stellvertretend nun Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe) tragen, da der bisherige Zweite dieser Wertung, Antonio Tiberi, am Mortirolo abgehängt worden war.

Giro: Sechs Deutsche in Spitzengruppe

Zu Beginn des Tages entstand auf dem 50 Kilometer lang leicht ansteigenden Weg an den Fuß des Passo del Tonale zunächst eine sehr große Spitzengruppe mit rund 40 Fahrern - darunter die sechs Deutschen Max Kanter (XDS-Astana), Nico Denz (Red Bull-Bora-hansgrohe), Georg Steinhauser (EF Education-EasyPost), Marco Brenner, Florian Stork (beide Tudor) und Kim Heiduk (Ineos Grenadiers).
Die Gruppe fuhr über den Tonale hinweg, wo sich Lorenzo Fortunato (XDS-Astana) vorne die nächsten 18 Bergpunkte sicherte, mit rund drei Minuten Vorsprung aufs von Polti-VisitMalta angeführte Hauptfeld und schrumpfte dabei auf knapp 20 Mann zusammen. In der Abfahrt zum Fuß des Mortirolo wuchs der Vorsprung der Spitze bis auf vier Minuten an und dort bestimmte das vorne noch zu dritt vertretene Visma-Team das Tempo.
Der erste Mitfavorit, der sich aus dem Hauptfeld verabschieden musste, war bereits 56 Kilometer vor dem Ziel und knapp neun Kilometer vor dem Mortirolo-Gipfel der italienische Hoffnungsträger Antonio Tiberi (Bahrain Victorious), bis dahin Gesamtsiebter und Zweiter der Nachwuchswertung hinter Del Toro.
An der Spitze des Rennens attackierte am Mortirolo zunächst Martinez, dem Harper folgte. Das Duo wurde aber wieder gestellt und es bildete sich ein Septett mit Martinez, Steinhauser, Stork, Cattaneo, Bardet, Fortunato und Eulalio.
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Carapaz attackiert das Rosa Trikot am gefürchteten Mortirolo

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Drei Minuten dahinter lancierte Carapaz etwa zwei Kilometer vor dem Gipfel seine Attacke und setzte sich allein aus der Favoritengruppe ab, um oben mit rund 15 Sekunden Vorsprung auf seine Kontrahenten über die Kuppe zu kommen - und 2:25 Minuten hinter der Spitze des Rennens.

UAE und Visma wehren Carapaz-Angriff ab

Steinhauser ließ sich in der Abfahrt aus der Spitzengruppe zurückfallen, um anschließend Carapaz helfen zu können. Im Tal angekommen spannte sich der Allgäuer sofort vor seinen Kapitän und sie hatten 32 Kilometer vor dem Ziel 25 Sekunden Vorsprung auf die Favoritengruppe. Dort hatte Del Toro noch Adam Yates, Rafal Majka und Brandon McNulty sowie Simon Yates noch Bart Lemmen und Steven Kruijswijk bei sich. UAE und Visma spannten zusammen und verkürzten so relativ schnell im Kampf Sechs gegen Eins den Rückstand zu Steinhauser und Carapaz, um sie bereits 28 Kilometer vor dem Ziel einzuholen.
Glechzeitig holten knapp zwei Minuten weiter vorne Mathias Vacek (Lidl-Trek) und Wilco Kelderman (Visma-Lease a Bike) die sechs Spitzenreiter ein. Zu acht schienen sie nun um den Etappensieg zu fahren.
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Nachbarschaftsdienst: Pellizzari füttert Giro-Leader Del Toro

Quelle: Eurosport

Doch im Favoritenfeld bolzte Damien Howson für Q36.5 Tempo, um Tom Pidcock noch eine Chance auf den Sieg zu geben. Er bekam bald Unterstützung von Lorenzo Milesi (Movistar) sowie anschleißend auch vom UAE-Team, so dass der Rückstand bis zum Fuß der letzten kurzen, drei Kilometer langen und acht Prozent steilen Steigung von Le Motte, die zwölf Kilometer vor dem Ziel begann, auf 30 Sekunden zusammenschmolz.
In der steilen Rampe setzte sich Bardet aus der Spitzengruppe ab und startete ein elf Kilometer langes Solo, bevor die Favoritengruppe den Rest der Ausreißer um Stork an der Zehn-Kilometer-Marke einholte. 150 Meter vor der Bergwertung lancierte Del Toro eine Attacke und nur Carapaz konnte dem Rosa Trikot noch folgen. Bardet kam noch zehn Sekunden vor ihnen über die Kuppe.

Del Toro in den letzten Kurven der Schnellste

Carapaz und Del Toro arbeiteten sofort zusammen, holten Bardet fünf Kilometer vor Schluss ein und zogen weiter durch - auch wenn Bardet nicht mehr mit durch die Führung ging. Das mexikanisch-ecuadorianische Duo kämpfte um jede Sekunde gegen sechs Verfolger um Simon Yates, Rubio, Gee, Poole, Pellizzari und Caruso. Bernal konnte an der Le-Motte-Rampe nicht mehr folgen und verlor deshalb mehr als eine Minute bis ins Ziel.
In der letzten kurzen Abfahrt hin zum Schlusskilometer riss Del Toro an der Spitze mithilfe einer Kurve ein Loch und fuhr dann allein dem Ziel entgegen, um seinen ersten Giro-Etappensieg zu feiern.
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Giro-Strecke: Profil der 18. Etappe - Chance für Ausreißer am Comer See

Quelle: Eurosport


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