Asgreen feiert Solo-Sieg auf 14. Etappe des Giro d'Italia nach Sturz-Chaos um Favoriten - Ciccone muss aufgeben

Kasper Asgreen hat in Nova Gorica in Slowenien die 14. Etappe des Giro d'Italia als Solist gewonnen, während hinter ihm durch einen Massensturz 24 Kilometer vor dem Ziel großes Chaos entstand. Die Gesamtwertung wurde durcheinandergeworfen, doch der 21-jährige Mexikaner Isaac Del Toro hielt sich schadlos und behauptete sein Rosa Trikot. Simon Yates rückte auf den zweiten Gesamtrang vor.

Highlights: Massencrash wirbelt Klassement durcheinander

Quelle: Eurosport

Del Toro hat vor der nächsten Bergetappe über den Monte Grappa nun 1:20 Minuten Vorsprung auf Yates, dessen Team Visma-Lease a Bike nach dem Massensturz an der Spitze des ersten Feldes weiter voll Tempo fuhr und die Ausreißer jagte, um Olav Kooij die Chance auf den Tagessieg zu wahren.
Da Asgreen, der sieben Kilometer vor dem Ziel aus der Ausreißergruppe des Tages allein weggefahren war, trotzdem nicht mehr eingeholt wurde, sprintete Kooij 16 Sekunden hinter dem Dänen trotzdem aber nur noch um Rang zwei und unterlag da Kaden Groves (Alpecin-Deceuninck). Kooij wurde Etappendritter.
"Es war ein richtig harter Tag da draußen. Es ist ein Wahnsinn, dass man sich so zerstören muss, um ein Radrennen zu gewinnen. Wenn es dann aber aufgeht, ist es das wert", freute sich Asgreen über seinen ersten Sieg seit der Slowakei-Rundfahrt 2023.
"In einer zweiten Woche einer Grand-Tour kann es mit einer guten Gruppe schon funktionieren, dass man durchkommt. Das hat auch die Vergangenheit gezeigt. Jeder hat müde Beine und das hat heute, denke ich, den Unterschied ausgemacht", erkläre Asgreen, warum er als früher Ausreißer aus seiner Sicht trotz nur geringen Vorsprungs gegen die Sprinter durchkam.
picture

Asgreen zieht es durch: Ausreißer düpiert Klassement-Favoriten

Quelle: Eurosport

Del Toro, Yates, Carapaz und Gee die Gewinner

In der Gruppe um Groves und Kooij kamen neben Del Toro und Simon Yates unter anderem auch Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) und Derek Gee (Israel-Premier Tech) an aus den Top Ten der Gesamtwertung an.
Der bisherige Gesamtzweite Juan Ayuso (UAE-Emirates-XRG) sowie Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe), Egan Bernal (Ineos Grenadiers) und Michael Storer (Tudor) kamen 1:04 Minuten nach Asgreen in der zweiten großen Gruppe an. Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) büßte zwei Minuten ein.
Der große Verlierer des Tages aber war der Italiener Giulio Ciccone (Lidl-Trek), der mit 16:14 Minuten Rückstand ins Ziel kam und später die Rundfahrt am Oberschenkel verletzt aufgab.
Untersuchungen im Krankenhaus hätten ergeben, "dass Ciccone ein großes Hämatom am Musculus vastus lateralis des rechten Oberschenkels sowie eine kleine Verletzung der Muskelhülle erlitten hat", schrieb sein Team: "Aufgrund dieser Verletzungen kann er den Giro d’Italia nicht fortsetzen. Eine Operation ist nicht notwendig, Ciccone muss jedoch eine etwa zweiwöchige Ruhepause einlegen."
Hinter Del Toro und Yates ist Ayuso (+ 1:26) nun Dritter des Gesamtklassements, Carapaz (+ 2:07) folgt auf dem vierten und Roglic (+ 2:23) auf dem fünften Platz.
Während Del Toro im Rosa Trikot blieb, trägt Mads Pedersen (Lidl-Trek), der Teamkollege Ciccone ins Ziel begleitete, weiterhin das Maglia Ciclamino des Punktbesten. Mit 228 Zählern hat er noch 98 Punkte Vorsprung auf seinen ärgsten Vefolger Kooij. Das Bergtrikot gehört nach wie vor Lorenzo Fortunato (XDS-Astana) und das Weiße Trikot trägt noch immer Ayuso stellvertretend für Del Toro.
Nach dem Start vor dem Firmengelände von Pinarello in Treviso setzte sich schnell eine elfköpfige Gruppe um Wout van Aert ab, die knapp 15 Kilometer lang aber nie mehr als 15 Sekunden Vorsprung hatte und dann wieder eingeholt wurde.
Anschließend fuhr nochmal ein Quintett weg, aus dem sich aber Louis Meintjes (Intermarché-Wanty) dann wieder nach hinten verabschiedete und das vom Hauptfeld auch nie mehr als zwei Minuten Vorsprung zugestanden bekam. An den Zwischensprints duellierten sich Mirco Maestri (Polti-VisitMalta) und Martin Marcellusi (VF Group-Bardiani CSF-Faizanè) jeweils um die ersten beiden Plätze und gewannen je einen.

De Bondt ärgert Pedersen am Zwischensprint

Aus dem Feld heraus wollte Pedersen sich an beiden Sprints noch einen Punkt mitnehmen, doch bei der ersten der beiden Wertungen überraschte ihn Dries De Bondt (Decathlon-AG2R) und nahm den Punkt weg - an der zweiten dann aber setzte sich Pedersen gegen den Belgier durch.
picture

De Bondt schnappt Pedersen Punkt weg und erklärt sich

Quelle: Eurosport

Die Teams Visma-Lease a Bike und Alpecin-Deceuninck kontrollierten mit Steven Kruijswijk und Jimmy Janssens den Abstand zur Spitzengruppe beinahe den ganzen Tag bei rund 1:30 Minuten. Im Anstieg von Goniace musste sich Clément Davy (Groupama-FDJ) an der Spitze verabschieden und oben gewann 39 Kilometer vor dem Ziel Kasper Asgreen (EF Education-EasyPost) aus der Gruppe heraus den Bergpreis der 4. Kategorie.

Massensturz wirbelt das Rennen durcheinander

24 Kilometer vor dem Ziel kam es bei einer engen Ortsdurchfahrt auf nassem Kopfsteinpflaster zum Massensturz weit vorn im Hauptfeld, in den auch ein Großteil der Gesamtsiegs-Kandidaten involviert waren. Am schlimmsten traf es Ciccone, der lange auf dem Bürgersteig sitzen blieb und das Rennen dann unter Schmerzen am Oberschenkel zwar fortsetzte, aber all seine Hoffnungen in der Gesamtwertung begraben musste.
picture

Massensturz in enger Gasse: Ciccone muss GC-Hoffnungen begraben

Quelle: Eurosport

An der Spitze des Feldes kam lediglich eine rund 20-köpfige Gruppe ungeschoren davon und Visma-Lease a Bike sowie Alpecin-Deceuninck drückten für Kooij und Groves sofort weiter aufs Tempo. Aus dem Favoritenkreis waren nur Simon Yates, Carapaz und Del Toro dort dabei. In einer zweiten Gruppe saßen Ayuso, Bernal, Roglic, Arensman und Storer. Tiberi folgte mit seinen Bahrain-Teamkollegen erst weiter dahinter.
Diese Gruppen jagten auf den letzten 20 Kilometern mit vollem Einsatz hintereinander her, trotzdem aber behaupteten sich die drei Ausreißer noch lange an der Spitze. Nach dem letzten kleinen Hügel sieben Kilometer vor Schluss ließ Asgreen seine beiden Begleiter stehen und setzte zum Solo an - bei noch 15 Sekunden Vorsprung auf die erste Favoritengruppe.

Für die Sprintchancen von Kooij und Groves hatten ihre Teams trotz des Massensturzes weiter Tempo gebolzt, doch auf den letzten fünf Kilometern mussten sich sowohl Bart Lemmen als auch Wout van Aert verabschieden und so fuhr nun Simon Yates selbst an der Spitze der Gruppe, die ihren Vorsprung auf die nächste Gruppe um Roglic, Ayuso und Bernal vorher bis auf knapp eine Minute ausbauen konnte.
Asgreen aber ließ sich nicht mehr einholen und konnte sich schon 100 Meter vor der Ziellinie zum Jubeln aufrichten.
picture

Giro-Strecke: Profil der 15. Etappe - Langer Tag über Monte Grappa

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen