Nico Denz rettet Red Bull-Bora-hansgrohe den Giro d'Italia mit einem Solo-Coup - Isaac Del Toro bleibt in Rosa

Nico Denz hat als Solist die 18. Etappe des Giro d'Italia gewonnen und die 108. Italien-Rundfahrt für sein Team Red Bull-Bora-hansgrohe gerettet. Zwei Tage nach dem Aus von Kapitän Primoz Roglic sorgte der 31-Jährige in Cesano Maderno mit einer Attacke 18 Kilometer vor dem Ziel aus einer da noch elfköpfigen Ausreißergruppe heraus für Wiedergutmachung für die arg gebeutelte Favoriten-Mannschaft.

Giro-Highlights XXL: Denz Solosieger am Vatertag der Ausreißer

Quelle: Eurosport

Für Denz war es bereits der dritte Giro-Etappensieg seiner Karriere, nachdem er 2023 bereits doppelt erfolgreich gewesen war - und der 43. eines Deutschen.
"Das ist wahrscheinlich mein emotionalster Sieg. Als wir Jai Hindley früh verloren haben, hat sich das ganze Team – inklusive Staff – voll dafür eingesetzt, mit Primoz Roglic den Giro zu gewinnen. Wir waren dafür zwei Monate im Höhentraining. Ich war drei Monate von zu Hause weg, habe meine Frau und meine Kinder nicht gesehen. Als wir Primoz dann verloren haben, ist ein Traum geplatzt", schilderte Denz seine Gefühle im ersten Sieger-Interview.
"Heute an Vatertag hier zu gewinnen – das ist etwas Besonderes", so Denz weiter, der dann kurz auf Deutsch wechselte, um nach Hause zu grüßen: "Alles Gute, Papa!"
Den Sprung in die Ausreißergruppe hatte Denz nach dem Giro-Aus von Kapitän Roglic geplant, weil die 18. Etappe die einzige in der Schlusswoche war, auf der er sich Chancen ausrechnete. "Ich habe diese eine Ausreißergruppe erwischt und bin dann nach Bauchgefühl gefahren. Unsere Gruppe hat im Finale gut zusammengearbeitet. Bei noch 19 Kilometern habe ich gedacht, ich versuch’s einfach. Ich habe eine kleine Lücke rausgefahren. Dann bin ich einfach gefahren", erzählte Denz. Und das hat geklappt.
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Denz feiert ersten deutschen Etappensieg beim Giro mit Solo-Coup

Quelle: Eurosport

1:01 Minuten hinter dem 31-jährigen Baden-Württemberger sprintete der Italiener Mirco Maestri (Polti-VisitMalta) vor dem Belgier Edward Planckaert (Alpecin-Deceuninck) sowie der Italiener Filippo Magli (VF Group-Bardiani) und Alex Edmondson (Picnic-PostNL) aus Australien aus der noch zehnköpfigen Verfolgergruppe auf Platz zwei.
Das Rosa Trikot blieb auf den Schultern von Isaac Del Toro, der das Ziel mit allen anderen Top-10-Fahrern aus der Gesamtwertung im Hauptfeld erst über 13:51 Minuten nach Denz erreichte. Entsprechend gab es an der Giro-Spitze am Comer See auch keine Verschiebungen: Del Toro hat vor den zwei entscheidenden Bergetappen weiter 41 Sekunden Vorsprung auf Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) und 51 auf Simon Yates (Visma-Lease a Bike).
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Emotionale Siegerehrung mit Champagnerdusche: Denz auf dem Podium

Quelle: Eurosport

In der Punktewertung baute Mads Pedersen (Lidl-Trek) als Teil der zunächst 37-köpfigen Ausreißergruppe des Tages seinen Vorsprung an den Zwischensprints weiter aus. Er hat nun 276 Zähler auf dem Konto, sein ärgster Verfolger Olav Kooij (Visma-Lease a Bike) steht bei 135.
Die Führung in der Bergwertung hält nach wie vor der Italiener Lorenzo Fortunato (XDS-Astana) und bester Nachwuchsfahrer ist der Gesamtführende Del Toro. Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe) trägt das Weiße Trikot stellvertretend für den Mexikaner.
Nach dem Start dauerte es eine Weile, bis nach rund 20 Kilometern eine 37-köpfige Spitzengruppe entstand, der neben Denz mit Felix Engelhardt (Jayco-AlUla) auch noch ein zweiter Deutscher angehörte - allerdings kein zweiter Red-Bull-Profi.
Die Gruppe fuhr mit rund 1:30 Minuten Vorsprung am Comer See entlang und in den ersten Anstieg der 2. Kategorie nach Parlasco hinein. Dort gab hinten im Hauptfeld Juan Ayuso (UAE-Emirates-XRG) den Giro auf, nachdem durch einen Bienenstich vom Vortag sein Auge zugeschwollen war.
Aus der Spitzengruppe heraus sicherte sich Christian Scaroni (XDS-Astana) die beiden Bergwertungen in Parlasco (2. Kat.) und am Colle Balisio (3. Kat.) nach 37 und 54 Kilometern, während Mads Pedersen (Lidl-Trek) bei Kilometer 45 und Kilometer 72 die beiden Zwischensprints gewann.
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Auge zugeschwollen: Bienenstich zwingt Ayuso zur Aufgabe

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Unterdessen war der Vorsprung zum Peloton auf rund vier Minuten angewachsen und hinten fand sich kein Team, dass die Ausreißer unbedingt zurückholen wollte. So wuchs der Abstand kontinuierlich weiter bis auf über zehn Minuten an und es wurde deutlich: Die Ausreißer würden den Sieg unter sich ausmachen.
Nach dem dritten Bergpreis in Ravellino (3. Kat.), den sich nach 78 Kilometern ebenfalls Scaroni sicherte, setzten sich Manuele Tarozzi, Martin Marcellusi (VF Group-Bardiani) und Rémy Rochas (Groupama-FDJ) aus der Spitzengruppe ab. Tarozzi sicherte sich den Red Bull Kilometer, und während seine beiden Begleiter anschließend ins Feld zurückfielen, hatte der Italiener eingangs der letzten 40 Kilometer noch 15 Sekunden Vorsprung auf die 36 anderen Ausreißer. Kurz darauf wurde aber auch er wieder gestellt.

Denz startet Solo 18 Kilometer vor Schluss

Gut 30 Kilometer vor Schluss löste sich dann die entscheidende elfköpfige Selektion um Denz aus der großen Ausreißergruppe und fuhr mit rund 1:30 Minuten zur ersten Zielpassage auf die letzten zwei je 12,5 Kilometer langen Schlussrunden.
18 Kilometer vor Schluss setzte sich Denz in einem sehr winkligen Abschnitt der Runde aus der Gruppe ab und zum Solo an. Mit 25 Sekunden Vorsprung auf seine zehn Verfolger fuhr der 31-Jährige über den Zielstrich in die letzte Runde hinein. Hinten arbeitete nicht jeder in der Verfolgung mit und so wuchsen Denz' Chancen mit jedem Kilometer.
Die letzten 5.000 Meter erreichte er mit 32 Sekunden Vorsprung und baute den anschließend sogar noch weiter aus, um schon auf dem Schlusskilometer früh jubeln, einen Kuss in die Kamera nach Hause schicken und seinen Solo-Triumph genießen zu können.
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Giro-Strecke: Profil der 19. Etappe - Königsetappe nach Champoluc

Quelle: Eurosport


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