Vincenzo Nibali klagt über Doping seiner ehemaligen Konkurrenten im Radsport: "Wurde von Dopern geschlagen"
VonJan Zesewitz
Publiziert 06/05/2025 um 09:55 GMT+2 Uhr
Vincenzo Nibali war einer der erfolgreichsten Radprofis der 2010er Jahre. Er gehört zum illustren Kreis derer, die sowohl beim Giro d'Italia, der Tour de France und der Vuelta a España den Gesamtsieg feiern konnten. In einem Interview mit "Corriere della Sera" sagte er, dass gedopte Konkurrenten ihn weitere Erfolge gekostet hätten - und dass er selbst nie zu verbotenen Substanzen griff.
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Quelle: SID
"Wenn man nicht wollte, dann hast du auch nicht gedopt", sagte Nibali in dem Interview. Zu jener Zeit wollten allerdings viele, wie ein Blick in die Ergebnislisten zeigt, in der einige Kontrahenten und Teamkollegen des Italieners der Einnahme unerlaubter Mittel überführt wurden.
Der "Hai von Messina" ist der Meinung, durch den Missbrauch anderer einiger Erfolge beraubt worden zu sein: "Ich habe mich nie gefragt, wie viel ich durch Doping verloren habe, wahrscheinlich ziemlich viel. Bei der Vuelta hatte ich es mit einem gewissen Spanier Ezequiel Mosquera zu tun, der später gesperrt wurde. Was wäre, wenn er gewonnen hätte und es nicht herausgekommen wäre?"
Bei der Vuelta 2010 feierte Nibali seinen ersten großen Sieg bei einer dreiwöchigen Rundfahrt. Er gewann mit 43 Sekunden Vorsprung auf Mosquera, der wenige Wochen später positiv getestet wurde.
Nibali gewann 2013 und 2016 den Giro und 2014 die Tour de France für das Team Astana. Im Umfeld des Teams gab es in jener Zeit einige Dopingfälle, etwa von Maxim Iglinsky, der 2012 vor Nibali Lüttich - Bastogne - Lüttich gewann. Der Teamchef Alexander Vinokourov war selbst als aktiver Fahrer längere Zeit gesperrt.
Nibali: "Nie an Doping gedacht"
Der Verdacht fuhr auch bei dem Italiener immer mit - und führte nie zu einem Ergebnis, wie er im Interview betonte: "Ich war siegreich, ich war Italiener, und mein Teamchef, Vinokourov, hatte wie andere Manager eine zweifelhafte Vergangenheit. Ich wurde verfolgt, sie öffneten mein Auto und überprüften mein Telefon, und ich bin sicher, sie brachen auch in mein Haus ein, um Beweise zu finden, die es nicht gab. Die Radfahrer waren leichte Beute."
Der 40-Jährige stellte klar: "Ich habe noch nie in meinem Leben gedopt und vor allem nie daran gedacht. Sie haben mich millionenfach kontrolliert, sie können die Reagenzgläser auch in hundert Jahren noch testen - immer erhobenen Hauptes."
Den Grund für diese Ehrlichkeit sieht Nibali in seinem Werdegang. Früh begann er gemeinsam mit seinem Vater mit dem Radsport, fast ebenso früh wurde sein Talent erkannt und er wurde mit 20 Jahren Profi. Seine Eltern gaben ihm einen entscheidenden Satz auf den Weg: "Geh zu anderen Leuten nach Hause und benimm Dich anständig. Wenn sie Dich zu falschen Entscheidungen zwingen, komm zurück, und Du wirst immer aufgenommen und einen Job finden", so erinnerte sich der Sizilianer.
Was folgte, war eine sehr erfolgreiche Karriere, die er 2022 beendete und ihren Höhepunkt mit dem Sieg bei der Tour fand. Ein Sieg, der ihn ins ungeliebte Rampenlicht rückte: "Ich war überwältigt, erdrückt von der Popularität, den Anfragen, den Fans und den Journalisten", sagte er im Interview. "Meine Frau Rachele und ich wollten einfach nur vor allem und jedem fliehen. Dann haben wir uns daran gewöhnt, aber erst als ich mit dem Rennsport aufhörte, begann ich wirklich zu leben."
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Quelle: Eurosport
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