Giro d'Italia 2025 - Wout van Aert gewinnt Schotterschlacht gegen Del Toro, Primoz Roglic stürzt und verliert Zeit
VonFelix Mattis
Update 18/05/2025 um 20:01 GMT+2 Uhr
Wout van Aert hat all seine Kritiker verstummen lassen und in beeindruckender Manier die 9. Etappe des Giro d'Italia vor einer der schönsten Kulissen des Radsports auf der Piazza del Campo in Siena gewonnen. Der Belgier setzte sich nach 181 km, von denen knapp 30 über toskanische Schotterstraßen führten, vor Isaac Del Toro durch. Der übernahm das Rosa Trikot. Primoz Roglic stürzte und verlor Zeit.
Van Aert trumpft in epischem Finale auf - Spektakel fordert Opfer
Quelle: Eurosport
Del Toro (UAE-XRG) und van Aert (Visma-Lease a Bike) hatten sich 16 Kilometer vor dem Ziel im letzten Schottersektor des Tages am Colle Pinzuto von ihren letzten beiden Begleitern Egan Bernal (Ineos Grenadiers) und Mathias Vacek (Lidl-Trek) abgesetzt.
In der steilen Via Santa Caterina hinauf in die Altstadt von Siena setzte Del Toro noch eine Attacke, doch van Aert ließ sich nicht mehr abschütteln, fuhr in den engen Gassen in Richtung 'Il Campo' an Del Toro vorbei und zog dann zum Sieg durch.
"Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel, ich kann es kaum erklären - es hat hier sein müssen, hier wo meine Karriere als Straßenfahrer 2018 begonnen hat", jubelte van Aert, der seit seinem schweren Sturz bei der Vuelta a Espana im vergangenen Jahr kein Rennen gewonnen hatte, im Siegerinterview. "Diese Etappe zu gewinnen, nach einer langen Zeit ohne Sieg, fühlt sich sehr gut an."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/05/18/image-42f26b2e-561c-42ba-91af-bf9720c45572-85-2560-1440.jpeg)
Van Aert feiert emotionalen Sieg: "Es musste genau hier sein"
Quelle: Eurosport
Dabei zog van Aert auch seinen Hut vor dem erst 21 Jahre alten Del Toro, dem er im Finale bei der Führungsarbeit kaum geholfen hatte. "Er ist ein fantastisches Rennen gefahren und ich habe mich ein bisschen schlecht gefühlt, dass ich nicht mehr geholfen habe", so van Aert. "Aber er ist auch ein Konkurrent meines Teamkollegen Simon Yates (für die Gesamtwertung, Anm. d. Red.). So musste ich ihm die Arbeit überlassen, aber auch so konnte ich ihn nur super knapp schlagen."
Etappendritter wurde mit 58 Sekinden Rückstand Giulio Ciccone (Lidl-Trek) vor dem zeitgleichen Richard Carapaz (EF Education-EasyPost). Simon Yates (Visma-Lease a Bike) und Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) brachten eine Minute Rückstand mit ins Ziel Juan Ayuso (UAE-XRG) 1:07 Minuten und das Ineos-Duo Thymen Arensman und Egan Bernal genau wie Adam Yates (UAE-XRG) je 1:10 Minuten.
Die großen Verlierer des Tages waren Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe) und Tom Pidcock (Q36.5), die gemeinsam auf dem zweiten der fünf Schottersektoren des Tages gestürzt waren und beide anschließend auch noch einmal wegen Defekten anhalten mussten. Beide kamen 2:22 Minuten nach Sieger van Aert in Siena an und büßten damit mehr als eine Minute auf ihre Kontrahenten für die Gesamtwertung ein.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/05/18/image-fb0e5d6e-b991-4cb9-b87a-ea196593d558-85-2560-1440.jpeg)
Desaster für Roglic und Red Bull - Eisel: "Will's schnell vergessen"
Quelle: Eurosport
"Es war einfach hart. Vorne war das Tempo sehr hoch und ich habe mich nicht super gefühlt. Wir werden am Ende (des Giros, Anm. d. Red.) sehen, was das bedeutet. Heute haben wir eine Minute verloren, aber machmal verliert man und manchmal gewinnt man. Es ist immer noch ein langes Rennen", kommentierte Roglic seinen Tag in Siena.
Gleich nach dem Start der Etappe lösten sich zunächst vier Mann, die kurz darauf noch zwei Begleiter bekamen und so stand sehr schnell die sechsköpfige Ausreißergruppe des Tages um Neapel-Etappensieger Kaden Groves (Alpecin-Deceuninck).
Das Sextett bekam vom meist durch Pidcocks Q36.5-Team angefürten Hauptfeld aber nur kurzzeitig mehr als zwei Minuten Vorsprung zugestanden und hatte dann bis zum Beginn des ersten der fünf Schottersektoren immer zwischen 90 und 120 Sekunden auf der Uhr.
Als es knapp 70 Kilometer vor Schluss aber auf den ersten Sektor ging, schmolz der Vorsprung sehr schnell dahin. Das Hauptfeld kam immer näher und wurde gleichzeitig selbst immer kleiner.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/05/18/image-406ce198-06e9-49b0-899a-1d597f6eda97-85-2560-1440.jpeg)
Tudor-Duo rutscht auf Schotter weg: Stork und Storer am Boden
Quelle: Eurosport
Sektor 2 dann sorgte für Chaos: Schon eingangs dieses Schotterabschnitts gingen Florian Stork und sein Tudor-Kapitän Michael Storer zu Boden und kurz darauf lagen zwei Kilometer weiter auch Pidcock, Roglic, Brandon McNulty (UAE-XRG) und Lucas Hamilton (Ineos Grenadiers) am Boden. Roglic und Pidcock mussten anschließend wegen Defekten sogar noch ein zweites Mal auf diesem Sektor beziehungsweise an dessen Ende stoppen.
Das Favoritenfeld explodierte nach den Stürzen völlig und nur noch ein Septett kam an der Spitze auf den Asphalt zurück, um anschließend sofort auf Sektor 3 einzubiegen. Dort setzten sich vorne Bernal, van Aert, Rivera und Del Toro ab. Am Ende des ansteigenden Schotterabschnitts von San Martino in Grania lag Mathias Vacek (Lidl-Trek) allerdings nur einige Sekunden hinter dem Quartett zurück.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/05/18/image-c2f0662b-085b-43ed-8c88-2b7950c8f9e8-85-2560-1440.jpeg)
Sturz und Defekte: Doppeltes Pech für Roglic und Pidcock
Quelle: Eurosport
Bernal macht lange einen starken Eindruck
Der nächstgrößeren Gruppe um Ayuso, Antonio Tiberi (Bahrain Victorious), Richard Carapaz (EF Education-EasyPost), Giulio Ciccone, Patrick Konrad (beide Lidl-Trek) sowie den Yates-Brüdern Simon (Visma-Lease a Bike) und Adam (UAE-XRG) fehlten zu diesem Zeitpunkt 34 Kilometer vor Schluss bereits 45 Sekunden, der Gruppe um Roglic und Pidcock 1:25 Minuten. 20 Sekunden weiter zurück lagen zu diesem Zeitpunkt Storer und Max Poole (Picnic-PostNL).
Auf einem langen Asphaltstück zwischen den Sektoren 3 und 4 schloss Vacek 25 Kilometer vor Schluss nochmal zur Spitze auf, aus der sich dann Rivera auf dem Schotter von Monteaperti verabschieden musste. Zu viert bauten Bernal, Del Toro, Vacek und van Aert ihren Vorsprung bis zum Fuß des Colle Pinzuto, dem fünften und letzten Sektor, zur Ayuso-Gruppe auf eine Minute und zur Roglic-Gruppe auf 1:45 Minuten aus.
Del Toro und van Aert setzen sich entscheidend ab
Dort lancierte Del Toro 16 Kilometer vor dem Ziel die vorentscheidende Attacke, der nur noch van Aert folgen konnte. Del Toro sicherte sich ausgangs des letzten Schottersektors am Red Bull Kilometer sechs Sekunden Zeitgutschrift, van Aert vier und Bernal holte 18 Sekunden dahinter noch zwei Sekunden - mit Vacek am Hinterrad.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/05/18/image-13c77ae7-1dbf-489e-a98f-61ba27e36971-85-2560-1440.jpeg)
Analyse zum Rosa-Coup von Del Toro: UAE spielt seine Karten perfekt
Quelle: Eurosport
Der Tscheche folgte dem Kolumbianer bis rund zehn Kilometer vor dem Ziel, ließ sich dann aber in die Ayuso-Gruppe um seinen Kapitän Ciccone zurückfallen, um dort bei der Führungsarbeit zu helfen. Mit Vaceks Hilfe stellten sie Bernal dann auch sechs Kilometer vor dem Ziel. An der Spitze erreichten Del Toro und van Aert die letzten 5,5 Kilometer mit 1:15 Minuten Vorsprung auf diese Gruppe, Roglic und Pidcock lagen eine weitere Minute zurück.
In Siena lancierte Del Toro dann in der bis zu 20 Prozent steilen Via Santa Caterina die erwartete Attacke, doch van Aert ließ sich nicht abschütteln. Oben angekommen überholte der Belgier den Mexikaner in den engen Gassen der Altstadt und zog bis auf die Piazza del Campo an der Spitze durch, um sich den Sieg nicht mehr nehmen zu lassen.
Das könnte Dich auch interessieren: Pogacar lädt Fans zur "Pogi-Challenge" ein
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/05/15/image-6c0fa8a8-5c23-414e-8f2b-598deab7ffc1-85-2560-1440.jpeg)
Giro-Strecke: Profil der 10. Etappe - Flaches Zeitfahren nach Pisa
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Ergebnisse
/images.sports.gracenote.com/images/lib/basic/sport/timejudgesports/competition/logo/300/20559.png)
9. Etappe | Wellige EtappeGubbio → Siena / 181 km
1
W. van AertBeendet
Kommentar
Werbung
Werbung