Giro d'Italia: Wout van Aert gibt Rätsel auf - Topstar mit Attacken in Italien oder Fokus auf die Tour de France?
Die Giro-Premiere von Wout van Aert lief an den ersten Tagen alles andere als geplant. In der Form früherer Jahre hätte der Belgier im Idealfall alle drei Etappen in Albanien gewonnen, so stehen nach den zwei mittelschweren Teilstücken und dem Einzelzeitfahren die Plätze 2, 34 und 142 zu Buche. Das Rosa Trikot ist auch schon außer Reichweite - wie geht es nun in Italien für den Topstar weiter?
Sorgen um van Aert: Experten-Debatte über schwächelnden Topstar
Quelle: Eurosport
"Ich hatte nicht die besten Beine", gestand van Aert nach der 3. Etappe freimütig gegenüber Eurosport, "ich konnte am Anstieg nicht mithalten und habe es dann locker angehen lassen. Ich wollte meinen Körper nicht zu sehr belasten. Hoffentlich geht es von jetzt an besser."
Seine Bilanz der drei Auftakttage in Albanien fiel gemischt, längst nicht nur negativ aus: "Am ersten Tag lief es besser als erwartet, das war einfach gut. Danach waren es realistische Ergebnisse. Es ist schwer, Leistungen auf meinem üblichen Niveau abzuliefern."
Den Grund hatte der 30-Jährige schon vor dem Start seines ersten Giro d'Italia verraten - eine Krankheit in der Vorbereitung warf ihn zurück, er kam längst nicht in Topform zur dreiwöchigen Rundfahrt.
Zumindest ein frühzeitiger Ausstieg am heutigen ersten Ruhetag steht überhaupt nicht zur Debatte, so kritisch ist der gesundheitliche Zustand des Visma-Stars nicht. Im Gegenteil - aus der Mannschaft wurde Entwarnung gegeben und Optimismus verbreitet.
Giro: Van Aert wird auf Etappenjagd gehen
Vor Ort in Albanien sammelte Eurosport-Experte Jens Voigt beim Rennstall Eindrücke und Stimmen, und konnte den Fans anschließend Hoffnung machen: "Sein Betreuer, sein Team sagt, dass Wout bereit ist, dass er diesen Giro mag. Der Traum vom Rosa Trikot ist nicht wahr geworden, aber er wird nun jeden Tag versuchen, eine Etappe zu gewinnen: Aus einer Spitzengruppe heraus oder im Sprint. Also - keine Sorge: Er ist voll im Rennen und wird noch ganz viel zu sehen sein in den nächsten Tagen und Wochen."
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Furioser Auftakt: Pedersen kocht van Aert im Zielsprint ab
Quelle: Eurosport
Eurosport-Kommentator Karsten Migels blickt hingegen etwas skeptischer auf die Chancen des Visma-Kapitäns. "Wir haben gesehen, dass er nicht auf dem Level ist, um gegen Mads Pedersen im Sprint zu gewinnen. Vielleicht in der zweiten Hälfte des Giro - aber vielleicht sollte er auch rausnehmen, gesund werden, die Form neu aufbauen Richtung Tour de France, um dort dann Jonas Vingegaard zu unterstützen", meinte er im Velo Club.
Für Experte Bernhard Eisel sind es besonders die Etappen ab dem nächsten Giro-Wochenende, die für van Aert interessant werden könnten: Diese "sind eigentlich für ihn maßgeschneidert", blickt er etwa auf die dann anstehenden Tage in den Abruzzen und auf den Schotterstraßen der Toskana.
Dort könnte sich der dreifache Cross-Weltmeister besonders auf der Gravel-Etappe nach Siena ein packendes Duell mit Mountainbike-Olympiasieger Tom Pidcock liefern: Auch der Brite gibt sein Giro-Debüt und wartet ebenfalls sehnsüchtig auf ein Erfolgserlebnis nach starken, aber nicht überragenden Resultaten in den letzten Wochen.
Van Aert will Teamkollege zu Sieg führen
Denn schon bei den Frühjahrsklassikern war van Aert sehr oft ganz vorn dabei, feierte aber keinen Sieg. Beim Giro sollte der Bann nun gebrochen werden und den bislang neun Tageserfolgen bei der Tour de France und drei Triumphen im Rahmen der Vuelta a Espana auch ein Coup bei der dritten der Grand Tours folgen.
Aber Voigt hatte schon vor dem Start des Giro trotz großer Sympathien für den Allrounder an dessen Chancen gezweifelt: "Ich liebe Wout als Fahrer, ich wünsche ihm einen Etappensieg, aber ich weiß nicht, ob es reichen wird für ihn."
Bevor van Aert vielleicht doch noch das Jubiläum seines 50. Profisieges feiern kann, will er sich beim Giro erst einmal als Teamplayer beweisen: Die nun anstehenden ersten Etappen auf italienischem Boden geben den reinrassigen Sprintern endlich ihre Chancen - darunter Visma-Ass Olav Kooij. Der junge Niederländer strebt dort seinen vierten Saisonsieg an und kann dabei voll auf van Aert setzen:
"Ich freue mich auf Dienstag, wenn wir mit Olav in den Sprint gehen!"
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Quelle: Eurosport
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