Tour de France 2024 - Jonas Vingegaard schlägt Tadej Pogacar im Giganten-Duell im Zentralmassiv
VonFelix Mattis
Update 10/07/2024 um 17:13 GMT+2 Uhr
Jonas Vingegaard hat in Le Lioran die 11. Etappe der Tour de France 2024 gewonnen und sich auf dem 211 Kilometer langen Teilstück im Zentralmassiv im direkten Duell gegen Tadej Pogacar durchgesetzt. Das Favoriten-Duo absolvierte die letzten 15 Kilometer des Tages nur noch zu zweit und sprintete dann um den Tagessieg, wobei der Titelverteidiger aus Dänemark um wenige Zentimeter vorne blieb.
Highlights: Vingegaard triumphiert bei Top-Duell im Zentralmassiv
Quelle: Eurosport
"Es ist natürlich extrem emotional. Zurückzukommen nach dem Sturz - es bedeutet so viel. Ich musste viel durchstehen in den letzten Monaten", sagte Vingegaard im Sieger-Interview unter Tränen.
"Das geht einem alles durch den Kopf. Ich wäre dazu niemals in der Lage gewesen ohne meine Familie. Sie haben mich die ganze Zeit unterstützt. Dieser Etappensieg bedeutet so viel, ich habe ihn für sie errungen. Ich bin einfach froh hier zu sein."
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Vingegaard weint im Interview: "Es bedeutet mir so viel"
Quelle: Eurosport
Etappendritter wurde mit 25 Sekunden Rückstand Remco Evenepoel (Soudal-Quick-Step) vor Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe), der 55 Sekunden nach der Spitze ins Ziel kam, aber zeitgleich mit Evenepoel gewertet wurde. Roglic war in der letzten Abfahrt zum Ziel innerhalb der letzten drei Kilometer gestürzt und die Jury wendete die 3-Kilometer-Regel an.
Die besagt, dass Fahrer, die innerhalb dieses Abstands zum Ziel zu Fall kommen oder durch einen Sturz aufgehalten werden, mit der Gruppe gewertet werden, in der sie zum Zeitpunkt des Sturzes waren.
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Fotofinish der Topfavoriten: Vingegaard kocht Pogacar ab
Quelle: Eurosport
Durch den Sieg sicherte sich Vingegaard (Visma-Lease a Bike) auch zehn Sekunden Zeitgutschrift, während Pogacar (UAE Team Emirates) deren sechs einstrich. Zuvor hatte Pogacar sich aber den Bonus-Sprint am vorletzten Bergpreis vor Vingegaard gesichert und dort seinerseits drei Sekunden herausgeholt.
Pogacar bleibt im Gelben Trikot
In der Gesamtwertung führt Pogacar nach der 11. Etappe der 111. Frankreich-Rundfahrt nunr 1:06 Minuten vor Evenepoel und 1:14 Minuten vor Vingegaard. Roglic hat als Gesamtvierter jetzt 2:15 Minuten Rückstand.
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Katz-und-Maus-Spiel: Pogacar attackiert direkt nach Zusammenschluss
Quelle: Eurosport
Aus den Top 5 der Gesamtwertung verabschieden musste sich Pogacar-Helfer Juan Ayuso (UAE Team Emirates), der schon am Puy Mary 33 Kilometer vor dem Ziel nicht mehr mit den Favoriten mitfahren konnte. Der Spanier rutschte auf den neunten Gesamtrang ab, sein Teamkollege Joao Almeida ist mit 4:20 Minuten Rückstand auf Pogacar neuer Fünfter.
Das Grüne Trikot behauptete Biniam Girmay (Intermarché-Wanty), Evenepoel ist weiterhin bester Nachwuchsfahrer im Weißen Trikot und UAE führt weiterhin die Mannschaftswertung an.
Seinen Besitzer gewechselt hat das Bergtrikot, das nun Pogacar gehört. Der Slowene hat 36 Punkte, Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) weiter 33. Der Norweger wird es stellvertretend aber weiterhin tragen, so lange Pogacar in Gelb fährt.
Zehn Ausreißer nach ewigem Kampf um die Gruppe
Mit horrendem Tempo wurde der elfte Renntag der Tour von Beginn an bestritten: Viele Fahrer wollten in die Ausreißergruppe, aber Pogacars Mannschaft ließ niemand richtig weg. Erst nach rund 85 Kilometern, über die ersten beiden kleineren Bergwertungen, setzte sich zunächst ein Sextett und dann noch ein Quartett ab. Beide Gruppen schlossen sich anschließend zu einer zehnköpfigen Spitzengruppe zusammen, in der Ben Healy (EF Education-EasyPost / + 7:15) und Guillaume Martin (Cofidis / + 7:41) die gefährlichsten für die Spitzengruppe waren.
Zu zehnt bekam die Gruppe zwei Minuten Vorsprung vom UAE-Team gestattet, doch Nils Politt und Tim Wellens hielten im Feld konstant dagegen und kontrollierten den Abstand bis 46 Kilometer vor Schluss der Col de Néronne begann. Dort zerfiel die Spitzengruppe und Healy setzte sich mit Oier Lazkano (Movistar) ab, während das Feld auf eine Minute heranrückte und unter dem Diktat der Berghelfer von Pogacar immer kleiner wurde.
Healy und Lazkano schafften es über den Berg und bekamen anschließend nochmal Begleitung durch Healys Teamkollege Richard Carapaz. Am folgenden Anstieg zum Puy Mary (1. Kategorie) aber wurden die Ausreißer vom durch UAE angeführten Favoritenfeld einer nach dem anderen überholt. 500 Meter vor der Bergwertung in 1.589 Metern Höhe und 31,5 Kilometer vor dem Tagesziel ritt Pogacar eine unwiderstehliche Attacke und die Gruppe explodierte.
Pogacar mit starker Attacke am Puy Mary
Der Slowene kam mit sieben Sekunden Vorsprung auf Vingegaard und 15 Sekunden vor Roglic über die Kuppe. In der Abfahrt fuhr der Red-Bull-Kapitän zunächst zu Vingegaard auf, doch das Duo bekam unten auch nochmal Begleitung von Evenepoel, Almeida, Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers), Giulio Ciccone (Lidl-Trek) und Adam Yates (UAE Team Emirates).
Den folgenden Col de Pertus begann Vingegaard mit rund 35 Sekunden Vorsprung, doch in der 4,4 Kilometer langen Steigung zum Kategorie-2-Bergpreis ließ Vingegaard seine Begleiter stehen und fuhr Sekunde um Sekunde wieder an Pogacar heran. Kurz vor der Bergwertung war er am Mann in Gelb dran und unterlag dann nur knapp im Sprint um die dort wartenden 8, 5 und 2 Bonus-Sekunden.
Roglic stürzt in der letzten Abfahrt
Von da an arbeiteten die beiden Überflieger bis zum Ziel gut zusammen und verwalteten ihren Vorsprung von maximal 45 Sekunden auf Evenepoel und Roglic bis zur letzten Abfahrt, die sie sehr vorsichtig herunterfuhren. Dort kam Evenepoel nochmal näher, aber Roglic stürzte in einer engen Linkskehre.
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Roglic stürzt in finaler Abfahrt - hat aber Glück im Unglück
Quelle: Eurosport
Auf dem nochmal ansteigenden Schlusskilometer fuhr Vingegaard von vorn an erster Stelle und sowohl er als auch Pogacar eröffneten den Sprint 150 Meter vor der Linie zeitgleich. Pogacar rückte neben den Dänen, aber der hielt stark dagegen und setzte sich um wenige Zentimeter durch.
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Emotionale Bilder: Bardet feiert mit seiner Kurve
Quelle: Eurosport
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Quelle: Eurosport
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