Chaves, Zweiter des diesjährigen Giro d'Italia und Dritter der Vuelta a Espana, krönte seine herausragende Saison mit einem knappen Sprintsieg in Bergamo nach fast sechseinhalb Stunden Rennzeit.
Titelverteidiger Vincenzo Nibali (Astana) konnte wegen eines gebrochenen Schlüsselbeins, das er sich beim olympischen Straßenrennen zugezogen hatte, seinen Titel nicht verteidigen.
Üblicherweise ist "Il Lombardia" das abschließende große Radrennen der Saison, dieses Jahr fand die Rundfahrt aber vor der Straßen-WM in Katar (9. bis 16. Oktober - LIVE bei Eurosport) statt.
Lombardei-Rundfahrt
Nibali feiert Solo-Sieg in der Lombardei
04/10/2015 AM 14:50
"Ich kann nicht glauben, dass ich dieses Monument gewonnen habe. Als ich Profi wurde, habe ich hier in Bergamo gelebt. Ich kannte die Straßen, war mir aber nicht sicher, ob ich hier gewinnen könnte. Am Ende musste ich einen kühlen Kopf behalten und es auf den Sprint ankommen lassen, was eigentlich nicht meine Stärke ist, aber ich habe alles gegeben und ich bin überglücklich, dass es geklappt hat", so Chaves
Video: Chaves im Siegerinterview

Siegerinterview: Chaves über seinen Coup in der Lombardei

Chaves höchstpersönlich war es gewesen, der am vorletzten Anstieg des Tages 27 Kilometer vor dem Ziel die vierköpfige Spitzengruppe initiierte, zu der auch noch der spätere Tagesvierte Romain Bardet (Ag2r) zählte. Während der Franzose im Finale seinen drei Begleitern nicht mehr folgen konnte, hatte Chaves das beste Ende für sich und feierte nach schweren 241 Kilometern als erster Kolumbianer überhaupt den Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt.
Zuvor hatte sich 50 Kilometer nach dem Start in Como bei zunächst regnerischen Bedingungen eine vier Fahrer starke Spitzengruppe mit dem Österreicher Stefan Denifl (IAM), den Franzosen Rody Molard (Cofidis) und Michael Cherel (Ag2r) sowie dem Italiener Damiano Caruso (BMC) aus dem Feld gelöst und sich einen Maximalvorsprung von 7:30 Minuten herausgefahren.
Das Finale der Lombardei-Rundfahrt im Eurosport-Video

Das Finale der Lombardei-Rundfahrt im Eurosport-Video

Im weiteren Verlauf trockneten die Straßen ab, aber auch der Vorsprung der Spitzengruppe ging wieder zurück, 100 Kilometer vor dem Ziel lag das Quartett nur noch drei Minuten vor dem Feld. 42 Kilometer vor dem Ziel waren die Ausreißer wieder gestellt und durch die Tempoverschärfung im Feld formierte sich eine neue 16 Fahrer starke Spitzengruppe, die bis zum Selvino-Anstieg 27 Kilometer vor dem Ziuel zusammenblieb.
Hier setzte Chaves seine Attacke, dem nur drei Fahrer folgen konnten. Im letzten Anstieg des Tages vier Kilometer vor dem Ziel zog der Orica-Kapitän erneut an, konnte dadurch aber nur Bardet abschütteln, mit Rosa und Uran kam es zum Sprint - mit dem besten Ende für Chaves.
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Video: Das Finale der Lombardei-Rundfahrt 2015
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