Zweifel an Tadej Pogacars Auftritten: WADA-Direktor Olivier Rabin reagiert - "Außergewöhnliche Leistungen erregen immer Aufmerksamkeit"
VonJan Zesewitz
Update 28/04/2025 um 14:57 GMT+2 Uhr
Tadej Pogacar dominiert den Radsport fast nach Belieben und bricht Rekorde, die lange für die Ewigkeit zu gelten schienen. Gerade aufgrund der Vergangenheit der Sportart werden diese Leistungen immer auch von Skepsis begleitet. Der WADA-Direktor für Wissenschaft und Medizin, Olivier Rabin, sprach beim französischen Sender "RMC" über Pogacars Leistungen und gab Einblicke in die Teststrukturen.
Pogacar zieht davon: Die entscheidende Attacke an der Redoute
Quelle: Eurosport
"Außergewöhnliche Leistungen erregen immer Aufmerksamkeit", sagte der Wissenschaftler. "Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass dahinter Doping steckt. Das gibt es in verschiedenen Sportarten und man hebt nicht unbedingt jedes Mal die Augenbrauen, wenn es etwas außergewöhnliche Leistungen gibt."
Rabin ist seit 2002 in führender Rolle bei der WADA und seit 2021 Direktor für Wissenschaft und Medizin. Damit ist er verantwortlich für die Liste verbotener Substanzen, den biologischen Pass der Athleten, Anti-Doping-Laboratorien und die wissenschaftliche Recherche im Kampf gegen den Betrug.
Damit erlebte er zahlreiche Skandale im Radsport - etwa rund um Lance Armstrong und in den 2000er-Jahren mit "Operacion Puerto" um den Doping-Arzt Eufemanio Fuentes. Aufgrund dieser Vergangenheit steht die Sportart unter besonderer Beobachtung der WADA.
"Natürlich werden diese Elemente von den Verantwortlichen für Anti-Doping-Tests im Radsport berücksichtigt, nämlich von der ITA (International Testing Agency), die über eine auf den Radsport spezialisierte Einheit verfügt und sich an Radsportler in verschiedenen Leistungsniveaus richtet", erklärte Rabin gegenüber "RMC".
Aufbewahrung der Proben bis zu zehn Jahre
Für die Dopingjäger habe sich vor allem die Aufbewahrung von Proben über einen längeren Zeitraum als sinnvoll erwiesen. Der Hintergrund: Dopingmittel, die heute noch nicht auffindbar sind, könnten in einigen Jahren durch neuartige Nachweismethoden in Analysen nachgewiesen.
"Es hat sich als nützlich erwiesen, und ich nehme die Olympischen Spiele in London als Beispiel – nämlich die Möglichkeit, Proben zehn Jahre lang aufzubewahren und retrospektive Analysen durchzuführen", sagte Rabin. Von den Sommerspielen 2012 sind inzwischen Dutzende von Medaillengewinnern nachträglich des Dopings überführt worden.
"Wir verfügen über Methoden, die zwar recht fortschrittlich, aber noch nicht ausreichend validiert sind, um sie anzuwenden. Aber in den kommenden Jahren können wir diese Methoden sehr gut auf die gelagerten Proben anwenden. Radsport ist eine der Sportarten, bei denen Proben aufbewahrt werden."
Die Siegerlisten im Radsport haben insbesondere vor 20 Jahren häufiger nachträgliche Änderungen erfahren. Einen Tour-de-France-Sieger in den Jahren 1999 bis 2005 gibt es offiziell nicht - es waren die sieben Titel von Lance Armstrong.
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Highlights: Pogacar nimmt Revanche fürs Amstel Gold Race
Quelle: Eurosport
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