Getty Images

Mit Video | Schachmann krönt "super Klassikersaison" mit Podium in Lüttich

Mit Video | Schachmann krönt "super Klassikersaison" mit Podium in Lüttich
Von SID

28/04/2019 um 21:03Aktualisiert 28/04/2019 um 22:57

Maximilian Schachmann ist erstmals bei einem der Radsport-Monumente aufs Podium gestürmt. Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich gewann er den Sprint der Verfolgergruppe um den dritten Platz. Der Sieg ging an den Dänen Jakub Fuglsang, der als Solist beim ältesten Klassiker triumphierte, dahinter sicherte sich Schachmanns Bora-Teamkollege Davide Formolo aus Italien den zweiten Rang in Lüttich.

Video - Das Finale in Lüttich: Solo-Sieg und Schachmann-Sprint

03:13

Fuglsang hatte sich aus einer dreiköpfigen Spitzengruppe abgesetzt und kam nach über sechs Stunden und 256 Kilometern im Dauerregen 27 Sekunden vor Formolo ins Ziel, das erstmals seit Jahrzehnten wieder im Stadtzentrum von Lüttich lag.

Schachmann gewann 57 Sekunden hinter dem Sieger den Sprint einer stark besetzten Gruppe um den letzten Podiumsplatz.

"Ich habe eine super konstante Klassikersaison gezeigt", sagte Schachmann:

"Ich konnte in den Anstiegen mit den Besten mithalten, mit Jungs wie Adam Yates oder Vincenzo Nibali. Das ist ein Erfolg."

Video - Fuglsang im Sieger-Interview: Endich der ersehnte Sieg

02:25

"Es war heute sehr kalt und daher ein unglaublich hartes Rennen, wahrscheinlich das Härteste, dass ich je gefahren bin. Zur Rennmitte habe ich die Brille gewechselt, zu diesem Zeitpunkt ging eine Windkante auf und ich war im zweiten Feld, da dachte ich schon, das Rennen sei verloren. Aber wir sind zurückgekommen und am Ende waren alle einfach kaputt. Auch ich hatte nicht mehr viele Körner, aber habe einfach immer weiter gekämpft. Davide war am letzten Berg superstark und konnte vorne mitgehen. Ich war in einer Gruppe dahinter und habe Kraft gespart. Ich denke, wir sind heute alle ein super Rennen gefahren", so Schachmann.

"Die Mannschaft hat eine superstarke Leistung gezeigt. Mit dem zweiten und dritten Platz sind wir sehr zufrieden", sagte Boras Sportlicher Leiter Enrico Poitschke: "Max hat souverän den dritten Platz abgesichert."

Video - "Ganz großes Kino!" Akrobatische Rettungsaktion von Fuglsang begeistert Voigt

00:33

Schachmann auf Voigts Spuren

Fuglsang setzte die entscheidende Attacke 15km vor dem Ziel an der letzten von elf gewerteten Anstiegen, der Cote de la Roche aux Faucons. Zuletzt hatte Fuglsang als Dritter beim Amstel Gold Race sowie mit Rang zwei beim Flèche Wallone einen Prestige-Erfolg jeweils knapp verfehlt.

Video - Fuglsang zieht's durch: Highlights zu Lüttich-Bastogne-Lüttich

03:00

Schachmann hatte die beiden Rennen jeweils auf dem fünften Platz beendet. In Lüttich war zuletzt Eurosport-Experte Jens Voigt im Jahr 2005 als Deutscher auf das Podest gefahren. Einzige deutsche Sieger bleiben Hermann Buse (1930) und Dietrich Thurau (1979).

Video - Attacke von Fuglsang lässt Alaphillipe leiden

01:13

Nach dem Start setzte sich eine achtköpfige Spitzengruppe frühzeitig ab. Nach der Wende in Bastogne - die Kleinstadt in den Ardennen war nach etwas mehr als 100 Kilometern passiert worden - betrug der Vorsprung noch rund sechs Minuten. 70 km vor dem Ziel wurde der letzte Ausreißer eingeholt.

Valverde muss aufgeben

In der Folge scheiterten diverse weitere Fluchtversuche. Erst Fuglsang gelang es im Finale, eine Lücke zum Feld herauszufahren. Während sich der Olympia-Zweite von Rio 2016 bereits feiern ließ, setzte sich Schachmann im Sprint um Rang drei gegen namhafte Konkurrenten durch und hielt dabei u.a. Adam Yates und Michael Woods sowie den italienischen Ex-Tour-Sieger Vincenzo Nibali in Schach.

Der spanische Weltmeister Alejandro Valverde (Movistar), viermaliger Sieger des Rennens, war bereits 105km vor dem Ziel vom Rad gestiegen.

Video - Aus für Valverde: Weltmeister gibt bei Klassiker auf

01:15

Lüttich-Bastogne-Lüttich bildet traditionell den Abschluss der Frühjahrs-Klassiker. Das Rennen zählt neben Mailand-Sanremo (März), der Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix (beide April) und der Lombardei-Rundfahrt (12. Oktober) zu den fünf "Monumenten des Radsports". Zudem endete mit Lüttich-Bastogne-Lüttich die Ardennen-Trilogie, die das Amstel Gold Race und den Flèche Wallonne einschließt.

Zuletzt hatte zuvor Nils Politt bei Paris-Roubaix als letzter Deutscher das Podest bei einem der fünf Radsport-Monumente erreicht.

Video - Packendes Finale: So sprintet Politt mit Gilbert um den Sieg bei Paris - Roubaix

02:36
0
0