Lüttich-Bastogne-Lüttich: Belgischer Dreifachsieg für Remco Evenepoel nur Nebensache

Seit dem Sieg von Philippe Gilbert 2011 schaffte es kein Belgier mehr aufs Podest von Lüttich-Bastogne-Lüttich, nun waren es gleich drei, denen der Sprung aufs Treppchen gelang. Für Sieger Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl) war das "Triple" nebensächlich. "Dass wir als Belgier zu dritt auf dem Podium stehen ist schön, aber für mich zählt vor allem, dass ich gewonnen habe", so der 22-Jährige.

Evenepoel mit Solo zum Sieg - Massensturz überschattet Klassiker

Quelle: Eurosport

Remco Evenepoel gewann das wallonische Monument nach 257,2 Kilometern vor dem Sensationszweiten Quinten Hermans (Intermarché-Wanty-Gobert) und Top-Favorit Wout van Aert (Jumbo-Visma), wie der Sieger erstmals am Start von "La Doyenne".
"Ich weiß nicht, ob es das schon mal gab", kommentierte der 26-jährige Hermans im Interview mit dem Sportportal "Sporza" das belgische Podium. Das gab es, allerdings war das 19 Jahre vor der Geburt des Querfeldeinspezialisten: 1976 setzte sich Joseph Bruyère vor Freddy Maertens und Frans Verbeeck durch. Hermans war es egal: "Neben mir auf dem Podium standen zwei Superstars, mit ihnen hier zu stehen, ist eine enorme Ehre für mich."
Im Zentrum der Zeremonie stand der jüngste Lüttich-Sieger seit Valère van Sweevelt 1968.
Dem 22-jährigen Evenepoel stand allerdings nicht der Sinn nach historischen Vergleichen. "Dass wir als Belgier zu dritt auf dem Podium stehen ist schön, aber für mich zählt vor allem, dass ich gewonnen habe", sagte er kurz nach dem Gewinn seines ersten Monuments.
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Belgischer Feiertag - die Ziel-Passage bei Lüttich-Bastogne-Lüttich

Quelle: Eurosport

Sein schwerer Sturz bei der Lombardei-Rundfahrt 2020 sorgte für einen Knick in der bis dahin so nur nach oben führenden Karriere des Supertalents. "Ich habe mental und körperlich sehr gelitten nach dem Sturz. Aber habe ich den besten Remco seit damals gezeigt. Ich bin stolz, hier gewonnen zu haben", so der Champion.

Van Aert hadert: "Das hat nicht geklappt"

Nicht ganz so zufrieden wirkte der dritte Mann auf dem Podium. Nachdem er wegen einer Corona-Erkrankung die Flandern-Rundfahrt auslassen musste und erst zu Paris-Roubaix ins Feld zurückkehrte, hatte van Aert bei Lüttich-Bastogne-Lüttich, das er kurzfristig in sein Rennprogramm genommen hatte, die letzte Chance, ein Monument zu gewinnen.
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Schockmoment - schwerer Massensturz überschattet Klassiker

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"Ich hatte ein gutes Frühjahr. Aber mein Ziel war es ein Monument zu gewinnen - und das hat nicht geklappt. Ich kann dafür natürlich gute Entschuldigungen anführen, aber eine Zehn von Zehn war es so leider nicht", analysierte der Belgische Meister, der im Sprint der Verfolgergruppe seinem Crosswidersacher Hermans überraschend den Vortritt lassen musste. "Es war der Sprint sterbender Schwäne. Meine Beine wollten nicht mehr und Quinten kam stark vorbei. Ich hatte Angst, dass noch mehr an mir vorbeisprinten und ich das Podium verpasse", erzählte van Aert.

Hermans überwältigt: "Es war eine echte Elitegruppe"

Hermans, der erst sein zweites Monument überhaupt bestritt und als einziger der Top 3 nicht sein Lüttich-Debüt gab, war die Sensation des Rennens, auch für sich selbst. "Es war eine echte Elitegruppe, in der ich dabei war. Es hat mich erschreckt, dort dabei zu sein", gab er zu.
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Hilfe nach schwerem Crash: Bardet eilt zu Sturzopfer Alaphilippe

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Der Belgier ist im dritten Jahr Straßenprofi, krankheits- oder verletzungsbedingt fiel er allerdings lange aus. Auch bei der Baskenland-Rundfahrt, bei der er die 2. Etappe im Sprint auf Platz drei beendete, musste Hermans am vierten Tag wegen einer Krankheit aufgeben. Erst am Mittwoch kehrte er beim Flèche Wallonne ins Renngeschehen zurück.
"Das Rennen brauchte ich, um hier gut zu sein", so der Intermarché-Profi, der im vergangenen Winter auf dem WM-Kurs von Fayetteville erstmals ein Weltcuprennen gewann. Auf der Straße überzeugte er bisher vor allem bei mittelschweren Rennen, in denen er seine Sprintstärke ausspielen konnte. "Ich bin schnell, aber hier sprinteten sterbende Schwäne. Das heißt also nicht, dass ich Massensprint gewinnen werde in der Zukunft", erklärte er abschließend.
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Überglücklicher Evenepoel: "Der beste Tag meines Lebens"

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