Mailand - Sanremo, Favoriten-Check: Drei Asse & drei Joker für 300 Kilometer

Der Favoriten-Check zu Mailand - Sanremo 2017: 3 Asse & 3 Joker für die 300 Kilometer beim längsten Rennen des Jahres. Das erste Radsport-Monument der Saison gibt vielen Fahrern eine Siegchance, jeder Sprinter und viele endschnelle Klassiker-Spezialisten kann sich auf der Via Roma Chancen ausrechnen. Doch ein Trio ragt besonders heraus vor den 291 Rennkilometern (+7,4 km Einrollen in Mailand).

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Fotocredit: Eurosport

Die drei Topfavoriten:

Fernando Gaviria:
Der Pechvogel des Vorjahres will Revanche: Bestens platziert stürzte der Kolumbianer 450 Meter vor dem Ziel in Sanremo (siehe Video unten). Jetzt soll 2017 sein Jahr werden - und die Chancen stehen bestens. und sein mit Stars gespicktes Team QuickStep setzt lieber auf ihn als auf Marcel Kittel - das soll durchaus etwas heißen. Der mehrfache Bahnrad-Weltmeister ist für viele andere Profis der Topfavorit - wie etwa für Mark Cavendish. Dass er auch lange Sprints nach langen Distanzen gewinnen kann, zeigte der 22-Jährige - ein echter Coup.
Video: Sturz und Sprint - das Finale in Sanremo 2016
Peter Sagan:
Am Weltmeister führt kein Weg vorbei - niemand hat mehr Asse im Ärmel als er: Am Poggio nicht abzuhängen, in der Abfahrt selbst Extraklasse, taktisch mutig & unberechenbar und im Sprint verdammt schnell. Zwei und der Erfolg in Kuurne lassen keinen Zweifel an seiner Topform und Motivation. Sein Bora-Team ist nicht so hochkarätig besetzt wie QuickStep, aber das muss kein Nachteil sein - denn so gibt es einen klaren Kapitän und nicht fünf große Egos. Um einen Platz auf dem Podium kann sich Sagan nur selbst (oder ein Sturz) bringen.
Video: Ciolek setzt sich 2013 vor Sagan durch
Arnaud Démare:
Einen Vorjahressieger muss man immer auf der Rechnung haben. Aber profitierte der Franzose 2016 noch vom Sturzpech seiner Konkurrenten Gaviria und Sagan, so ist er 2017 ein echter Sieganwärter. Bei Paris-Nizza beeindruckte er mit seiner Fahrweise auf den extrem schweren ersten Etappen - wie er die Attacke von Julien Alaphilppe konterte, machte deutlich: Ihn wird man am Poggio nicht abhängen. Das Team ist voll auf ihn ausgerichtet und FDJ hat sich inzwischen als Sprinter-Truppe mehr als nur etabliert, der erste französische Doppelsieg seit Laurent Fignon 1988 & 1989 ist durchaus denkbar.
Video: Démare gewinnt packendes Duell um den Sieg

Die drei Top-Joker:

John Degenkolb:
Ein gutes, aber nicht überragendes Paris-Nizza, ein Etappensieg aus Dubai auf der Erfolgsliste - Degenkolb scheint exakt jenem Fahrplan zu folgen, der ihn 2015 zum Sieg in Sanremo führte... Doch diesmal startet er mit Trek in neuen Farben und Teamkollegen - aber der Ehrgeiz ist größer denn je, wie er im Vorfeld unmissverständlich unterstrich. Die Form stimmt, das Selbstvertrauen ist zurück und die leichte Außenseiterrolle muss kein Nachteil sein. Wenn jetzt das Wetter nicht zu heiß ist...:
Video: Degenkolb düpiert die Sprinter-Konkurrenz
Sonny Colbrelli:
Seit zehn Jahren und dem Sieg von Filippo Pozzato warten die Italiener auf einen Heimsieg - Colbrelli könnte sie erlösen. In den letzten vier Jahren hat er viel Erfahrung bei Mailand - Sanremo gesammelt, dabei aber nie schlechter als Rang zwölf abgeschnitten. Der 26-Jährige hat bei Paris-Nizza gegen stärkste Konkurrenz - und glänzte erneut, als er Vierter der schweren und schnellen Schlussetappe wurde. Der erste Erfolg in der WorldTour könnte die nötige Initialzündung gewesen sein - im Team Bahrain zumindest setzt man voll auf Colbrelli, während Italiens Rundfahrt-Ass Vincenzo Nibali nicht im Aufgebot steht.
Video: Colbrelli lässt die Stars hinter sich
Nacer Bouhanni:
Viel wurde nach dem letzten Sprint in Sanremo über den Sturz von Gaviria und den Fast-Sturz von Sagan geredet, viel weniger vom . Für ihn schien der Weg zum ganz großen Sieg 2016 frei, bis Kette und Schaltung ihn ausbremsten. Dass er im "Leerlauf" noch Vierter wurde ist der klarste Beweis, wie schnell er war. Nach Platz sechs 2015 könnte es nun im dritten Anlauf klappen für den Hobby-Boxer vom Cofidis-Rennstall. Wenn er es über den Poggio schafft, muss er in der Endgeschwindigkeit keinen Vergleich scheuen. Ein haushoher Sieg in Belgien als letzte Boost für das Selbstvertrauen - Bouhanni scheint bereit.
Video: Bouhanni nicht zu stoppen
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