Ex-Topsprinter Marcel Kittel äußert sich klar zu den Dopingproblemen im Peloton: "Wir dürfen da nicht naiv sein"

Der ehemalige Radprofi Marcel Kittel hat sich über Dopingprobleme und die Fairness im Peloton geäußert. Der Sprinter, der 2019 seine Karriere beendete, ist nun als Analyst tätig. "Ich glaube nicht, dass der Radsport heute sauber ist. Auf keinen Fall. Wer das glaubt, sieht die Realität nicht richtig", sagte Kittel der "Domestique". Beim Interview blickte der 37-Jährige auch auf seine Zeit zurück.

Marcel Kittel spricht über die Dopingprobleme im Radsport

Fotocredit: Getty Images

"Als ich Profi wurde, gab es bereits all diese Doping-Enthüllungen", erklärte der 14-malige Tour-de-France-Etappensieger. "Jeder wusste von dem systematischen Doping, vor allem in den 1990er-Jahren und danach."
Kittel berichtete, dass dies einen Einfluss auf alle Radfahrer habe: "Ich war noch U23-Fahrer, als die Leute bei Rennen wie der Niedersachsen-Rundfahrt oder Bayern-Rundfahrt uns beschimpften und in unsere Richtung gespuckt haben. Da habe ich mich gefragt: Was passiert hier, was hat das mit mir zu tun? Aber für sie war jeder im Peloton gleich", erläuterte der Arnstädter.
Gleichzeitig fordert Kittel, der sich selbst für lebenslange Sperren bei nachgewiesenen Dopingvergehen einsetzte, aber auch Anerkennung für die Leistungen der Radfahrer.
"Was Jonas Vingegaard oder Tadej Pogacar angeht: Das ist sehr außergewöhnlich. Manchmal unterschätzen wir, woher das kommt - nicht nur bei ihnen, sondern bei vielen Fahrern im Peloton: Die Innovationen, die Periodisierung im Training und bei der Rennplanung, all' diese Dinge kommen dann zusammen. Das macht sie so gut", so Kittel.

Kittel warnt vor Naivität

Dennoch warnt Kittel vor allem vor Naivität: "Fans und Journalisten haben auf jeden Fall das Recht, zu sagen: 'Ich kann dem nicht trauen.' Es ist eine sehr schwierige Debatte über diese Momente. Wir sollten sie feiern können, aber wir dürfen da auch nicht naiv sein."
Der Ex-Sprinter glaubt nicht daran, dass Doping im Radsport verschwinden wird: "Es wird immer Menschen geben, die versuchen, das System zu betrügen. Wir müssen wirklich schützen, was wir haben, und uns über die Fortschritte freuen, die wir gemacht haben, um sicherzustellen, dass es sich nur um Einzelfälle handelt und nicht um ein weitverbreitetes Doping-System, wie man es in den 1990er-Jahren gesehen hat."
Zuletzt gab es eine Doping-Thematik um Oier Lazkano. Der Spanier wurde nach Auffälligkeiten im biologischen Pass vorläufig suspendiert.
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Stark wie nie: Der Saisonrückblick 2025 von Felix Gall

Quelle: Eurosport


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