Münsterland Giro: Jasper Philipsen schlägt Arnaud De Lie im Sprint knapp - Europameister Tim Merlier stürzt im Finale

Jasper Philipsen hat seinen Titel beim Münsterland Giro verteidigt. Der Belgier lag auf dem Zielstrich in Münster knapp vor Arnaud De Lie. Pavel Bittner vervollständigte das Podium vor Jordi Meeus von Red Bull-Bora-hansgrohe und Lukas Kubis. Europameister Tim Merlier stürzte auf den letzten Kilometern auf der Schlussrunde in der Stadt und konnte nicht in den Massensprint eingreifen.

Zentimeter-Entscheidung: Philipsen fängt De Lie in Münster noch ab

Quelle: Eurosport

Das deutsche Trio Max Kanter (XDS-Astana), Jonathan Rottmann (Rembe-rad-net) und Tim Torn Teutenberg (Lidl-Trek) landete auf den Plätzen 12, 13 und 14, Max Walscheid (Jayco – AlUla) kam als 19. über den Zielstrich. Teutenberg hatte den Sprint um den Sieg 200 Meter vor dem Ziel eröffnet, als sein Anfahrer Jasper Stuyven ausscherte, hatte aber nicht mehr die nötige Kraft, um von dort bis zum Zielstrich vorne zu bleiben und wurde außen herum von der Konkurrenz überspurtet.
Mit Tim Merlier (Soudal-Quick-Step) war einer der Top-Favoriten beim mit zahlreichen Weltklassesprintern besetzten deutschen Saisonabschluss in der vorletzten der drei Schlussrunden durch Münster gestürzt. Daher konnte der bis Sonntag noch amtierende Europameister nicht mehr in den Kampf um den Sieg eingreifen.
"Ich muss sagen es war ziemlich chaotisch im Finale. Es gab einen kleinen Sturz in einer der Schlussrunden und dadurch war das Feld dann auch kleiner. Es ist immer nervös in einem solchen Rennen am Ende, aber glücklicherweise war das Wetter nicht schlecht und es kam zum Massensprint", sagte Alpecin-Deceuninck-Profi Philipsen im Sieger-Interview. "Ich bin froh, dass wir mit dem Team vorne gefahren sind und dann den Sieg holen konnten."
Im Sprint um den Sieg sah es bis zu den allerletzten Metern noch so aus, als würde De Lie vor Philipsen gewinnen. Doch dem Lotto-Profi hob es an einer kleinen Fahrbahnschwelle rund 25 Meter vor Schluss das Hinterrad hoch und er verlor etwas Vortrieb. Dass das am Ende ausschlaggebend war, glaubte er aber selbst nicht.

Fairer Verlierer De Lie mit Schrecksekunde

"Ich glaube da war etwas auf der Straße oder so. Aber ich glaube nicht, dass ich deshalb heute den Sieg verpasst habe", gab sich der 23-Jährige als fairer Verlierer. "Zweiter zu werden ist immer ein blödes Gefühl, aber der Sieger heißt Jasper Philipsen und dann ist es nicht mehr ganz so schlimm. Trotzdem: Wir sind natürlich für den Sieg hergekommen", meinte De Lie, der schon eine Rückkehr im kommenden Jahr in Aussicht stellte: "Ich habe hier noch nicht gewonnen und würde das Rennen gerne meinem Palmarès hinzufügen."
Philipsen hielt sich diesbezüglich etwas bedeckter und schob die Verantwortung für seinen Angriff auf den Münsterland-Hattrick im kommenden Jahr seiner Teamleitung zu. "Wenn das Rennen wieder in meinem Programm steht – warum nicht?", grinste er und tröstete auch De Lie: "Er hat in den letzten Wochen schon genug gewonnen, ich glaube, er sollte nicht allzu enttäuscht sein."
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