Neue Zweifachsieger beim Ötztaler Radmarathon: Janine Meyer knackt Rekord erneut - Thomas Dreßen feiert starke Premiere

Dem 43. Ötztaler Radmarathon haben Janine Meyer aus Deutschland und Jack Burke aus Kanada ihren Stempel aufgedrückt. Beide feierten ihren zweiten Sieg und Meyer stellte wie 2023 sogar erneut einen Streckenrekord auf: Mit einer Zeit von 7:26:26,8 Stunden war sie eine Minute schneller als im Vorjahr und wurde insgesamt 40. der Gesamtwertung.

Die Sieger des Ötztalers 2024, Jack Burke und Janine Meyer | Copyright: Ötztal Tourismus/Expa Pictures

Fotocredit: From Official Website

Die große Ötztal-Siegerin bei den Damen heißt wie 2023 Janine Meyer: Gleich am Kühtai setzte sie sich klar von allen Konkurrentinnen ab und siegte 27 Minuten vor der Belgierin Ils Van der Moeren. Dritte wurde die Italienerin Roberta Bussone.
"Ich habe gar nicht auf den Rekord geschaut, deshalb ist es umso schöner. Ich habe mir das Rennen gut eingeteilt und jetzt bin ich am Ziel meiner Träume. Das Rennen war wieder so genial und die Gemeinschaft mit den Männern ist ein Wahnsinn. Die haben mittlerweile echt großen Respekt vor mir", jubelte Meyer.
Es war ein atypischer Rennverlauf des heurigen Ötztaler Radmarathons. Der Franzose Loic Ruffaut setzte sich bereits beim ersten Anstieg am Kühtai ab und fuhr lange an der Spitze ein einsames Rennen mit bis zu acht Minuten Vorsprung.
Im Verfolgerfeld mit allen Favoriten herrschte lange Uneinigkeit, wer die Verfolgung aufnehmen sollte. Der Grund war sicherlich auch teils starker Gegenwind von Innsbruck über den Brennerpass bis Sterzing.

Burke mit unwiderstehlicher Attacke

Kurz vor der Passhöhe am Jaufenpass wurde es dem Kanadier Jack Burke, Ötztaler-Sieger von 2022, im Verfolgerfeld zu bunt und startete eine unwiderstehliche Attacke. Er reduzierte den Rückstand auf den Franzosen auf rund drei Minuten und legte eine waghalsige Abfahrt Richtung St. Leonhard hin.
Dann folgte der finale Schlagabtausch am 29 Kilometer langen Timmelsjoch. Und es sollte nicht lange dauern, bis Burke die lange Solofahrt des Franzosen beendete.
Der Kanadier flog scheinbar mühelos vorbei und setzte sich an die Spitze, die er über das Dach des Ötztalers und der rasanten Abfahrt in den Zielort Sölden nicht mehr abgeben sollte! Dahinter ging Ruffaut ein und kurz vor der Passhöhe machten sich Ex-Sieger Stefano Cecchini, der Osttiroler Alban Lakata und Ex-Profi Hans-Jörg Leopold auf den Weg um Rang zwei.
Während Burke den schönsten Sieg beim Ötztaler feierte ("Es war emotionaler als 2022. Damals wusste ich noch nicht, wie groß das Rennen eigentlich ist und wie das Prestige steigt. Das war der coolste Tag des Jahres!"), sprintete der Kärntner Hans-Jörg Leopold auf Rang zwei, gefolgt von Cecchini und Lakata.

Dreßen glänzt beim Ötztaler

"Ich bin konstant gut beim Ötztaler, aber für ganz vorne hat es bisher leider noch nicht gereicht", sagte Leopold. Ähnlich sah es der dreifache Marathon-MTB-Weltmeister Lakata: "Jack war heute zu stark, er war unschlagbar. Nach den Plätzen zwei, drei und jetzt zwei Mal vier hoffe ich im nächsten Jahr auf den Sieg."
Hahnenkamm-Sieger Thomas Dreßen zeigte eine starke Premiere: Er wollte unbedingt eine Zeit von unter zehn Stunden schaffen. Mit 9:40.59 Stunden gelang ihm das locker.
"Es war so brutal. Ich habe so viele Sachen heute erlebt und mich selber kennengelernt. Auf halber Strecke am Jaufenpass dachte ich mir, wie soll ich das noch aufs Timmelsjoch schaffen? Am Ende bekam ich auch Krämpfe. Schon beim Start war ich extrem angespannt und hatte einen zu hohen Puls", scherzte der Deutsche, der größten Respekt vor allen Finisher:innen hat: "Nach dem Erlebnis ist für mich jeder, der das Ziel erreicht, ein Held. Vor allem größten Respekt vor den Frauen!"

Starker Auftritt von Ex-Skistar Moelgg

Er hat Slalom-Weltcuprennen gewonnen, den Slalom-Gesamtweltcup und wurde Vizeweltmeister. Heute darf sich der Südtiroler Manfred Moelgg auch Finisher des Ötztaler Radmarathons nennen.
Und in welcher beeindruckenden Manier er das geschafft hat: Er erreichte mit einer Zeit von 7:46.59,9 Stunden lediglich um eine knappe Stunde hinter dem Sieger als Gesamt-95. das Ziel.
"Das Timmelsjoch am Ende hatte es in sich. Es war ein harter Kampf, aber der Marathon hat insgesamt großen Spaß gemacht. Ich bin froh, dass mich mein Schwager Werner Heel zum Start überredet hat." Auch sein Schwager und ehemaliger Speedfahrer Werner Heel fuhr mit einer Zeit von 8:58.03,4 Stunden bärenstark. Ex-Biathlet Dominik Landertinger erreichte nach ebenfalls starken 9:13.49 Stunden Sölden. Und das nur mit 1.500 Vorbereitungskilometern in den Beinen!
Autor: Martin Roseneder

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