Olympia 2024: Nach dem Verzicht vonTadej Pogacar setzt der Tour-de-France-Sieger alles auf den WM-Titel in Zürich
VonJan Zesewitz
Publiziert 23/07/2024 um 13:25 GMT+2 Uhr
Tadej Pogacar schreibt in diesem Jahr die Rekordbücher neu. 17 Tage im Gelben Trikot hintereinander schaffte kein Fahrer seit den 1960er-Jahren, 37 Führungstrikots bei Tour und Giro d'Italia zusammen - Rekord. Sechs Etappensiege bei der Tour - seit 1979 unerreicht. Ein Giro-Tour-Olympia-Triple hat es noch nie gegeben, aber Pogacar verzichtet auf Paris. Doch es bleiben noch große Ziele.
"Einfach dumm": Pogacar zeigt klare Kante gegen Doping
Quelle: Perform
"Das Regenbogentrikot steht Mathieu van der Poel wirklich sehr gut, aber ich will es ihm wegnehmen", sagte der Tour-Sieger nach der Siegerehrung in Nizza. "Ich will dieses Trikot einmal tragen, aber dafür bleibt noch Zeit."
Die Straßen-WM findet in diesem Jahr im schweizerischen Zürich statt. Auch dieses "Triple" wäre historisch. Seit dem Iren Stephen Roche gewann kein Fahrer den Giro, die Tour und die WM im gleichen Jahr. Bei den Frauen gelang dies Annemiek van Vleuten 2022.
Der Slowene könnte noch immer die wohl beste Saison eines Fahrers in der Radsportgeschichte erreichen - auch ohne den Bonus der Olympischen Spiele. Das wohl beste Jahr des größten Radfahrers aller Zeiten, Eddy Merckx, war 1972.
Damals gewann er das Giro-Tour-Double, drei Monumente des Radsports (Mailand-San Remo, Lüttich-Bastone-Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt) und stellte "nebenher" einen neuen Stundenweltrekord auf.
Pogacar arbeitet an einer historischen Saison
Mit dem "Kannibalen" wird Pogacar häufig verglichen. Im Vergleich zu 1972 kann er an Giro und Tour und an Lüttich-Bastogne-Lüttich schon einen Haken setzen. Der Stundenweltrekord steht wohl nicht auf der Liste der großen Ziele des 25-Jährigen, dafür hat er in diesem Jahr zusätzlich die Strade Bianche und die Katalonien-Rundfahrt im Palmarès stehen.
Die Lombardei-Rundfahrt zwei Wochen nach den Weltmeisterschaften steht auch im Rennkalender Pogacars. Er gewann dieses Monument in den vergangenen drei Jahren. Ein vierter Sieg in Serie wäre - natürlich - ein Rekord.
Zur Vorbereitung auf sein Hauptziel, die WM, fährt der Slowene noch zwei World-Tour-Rennen in Kanada. Den Grand Prix in Montreal hat er schon gewonnen, jener in Québec fehlt noch.
"Es wäre die Kirsche auf dem Kuchen, wenn ich einen sehr angenehmen August hätte, mich ein bisschen enspannen könnte und mich dann ideal auf die WM vorbereiten könnte und dort alles geben kann", sagte Pogacar nach der Tour.
WM-Kurs passt perfekt zu Pogacars Stärken
Die Strecke von Winterthurnach Zürich ist 274 Kilometer lang mit 4400 Höhenmetern. Die Route ist perfekt auf den Slowenen zugeschnitten. Der 27 Kilometer lange Rundkurs um die Stadt wird siebenmal befahren und beinhaltet drei Anstiege mit extrem steilen Passagen, die der Explosivität des Tour-Siegers entgegenkommen.
Der Kurs ist damit noch anspruchsvoller als jener in Glasgow im vergangenen Jahr. Damals wurde der Pogacar Dritter hinter Van der Poel und Wout van Aert.
Die Streckendaten sind übrigens ganz ähnlich zu denen von 1987, als Stephen Roche in Villach sein historisches Triple vollendete.
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Quelle: Eurosport
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