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Favoriten, Strecke, deutsche Trümpfe & ein TV-Marathon: Die große Vorschau zu Paris-Roubaix
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Publiziert 09/04/2016 um 18:49 GMT+2 Uhr
Der Titelverteidiger fehlt bei der 114. Ausgabe von Paris-Roubaix. John Degenkolb (Giant-Alpecin) befindet sich nach seinem schweren Trainingsunfall von Ende Januar zwar auf dem Weg der Besserung und hat mittlerweile auch das Training wieder aufgenommen. Die "Königin der Klassiker" wird am Sonntag aber auch ohne Degenkolb ein packendes Rennen bieten.
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Fotocredit: Eurosport
Denn mit Fabian Cancellara (Trek-Segafredo), Tom Boonen und Niki Terpstra (beide Etixx-Quick-Step) sind immerhin drei der insgesamt sechs Gewinner seit 2006 mit von der Partie.
Top-Favorit aber ist nach seinem Sieg bei der Flandern-Rundfahrt am vergangenen Sonntag Weltmeister Peter Sagan (Tinkoff), der das Flandern-Roubaix-Double anpeilt, was Boonen 2005 & 2012 und Cancellara im Jahr 2013 gelang.
Das Starterfeld, das auf den 257,5 Kilometer langen Weg nach Roubaix geschickt wird, umfasst 25 Teams à acht Fahrern. Die 18 WorldTour-Mannschaften sind dabei, dazu kommen sieben mit Wildcards ausgestattete Zweitdivisionäre. Darunter ist auch das deutsche Bora-Argon 18-Team, das bereits zum sechsten Mal in Folge eine Einladung erhielt.
Die Strecke:
Der Parcours ist einige Kilometer länger als im vergangenen Jahr und führt über insgesamt 52,8 Kilometer Kopfsteinpflaster, verteilt auf 27 Sektoren, die wie immer rückwärts gezählt werden.
Nach dreijähriger Pause wieder dabei ist der leicht ansteigende Sektor Capelle-Ruesnes / Hameau du Buat (Nr. 20, km 127, 1.700m). Drei der Sektoren wurden mit der höchsten Schwierigkeitsstufe von fünf Sternen versehen: der Wald von Arenberg (Sektor 18, km 162, 2.400m), Mons-en-Pévèle (Sektor 10: km 209, 3.000m) und Carrefour de l’Arbre (Sektor 4, km 240,5, 2.100m), der 17 Kilometer vor dem Ziel zu Attacken einlädt.
Eine große Rolle wieder das Wetter spielen. Noch begleitet die Sonne die Fahrer bei ihren Streckenbesichtigungen, doch für Sonntag sind unbeständigere Bedingungen gemeldet.
Die Favoriten:
Mit Boonen und Cancellara treffen letztmals die Seriensieger des vergangenen Jahrzehnts aufeinander: Der Belgier will seinen fünften, der Schweizer seinen vierten Pflasterstein im Velodrome von Roubaix erobern. Im vergangenen Jahr fehlten beide aufgrund von Verletzungen.
Die beiden Routiniers bekommen es allerdings mit Weltmeister Sagan zu tun, der mit der Flandern-Rundfahrt erstmals eines der fünf Radsport-Monumente gewinnen konnte und nun das Double einfahren will. Die Chancen stehen gut, denn Sagan zeigte sich in diesem Frühjahr in herausragender Verfassung, gewann neben der "Ronde" auch Gent-Wevelgem und wurde Zweiter beim E3 Harelbeke.
Dagegen warten Boonen und Cancellara in dieser Saison noch auf ihre ersten Siege bei einem der Klassiker des Nordens, wobei zumindest der Berner bisher einen ähnlich starken Eindruck wie Sagan hinterlassen hat, was er zuletzt als Zweiter in Flandern bestätigen konnte.
Während Cancellara bei Trek-Segafredo auf die Unterstützung des kompletten Teams bauen kann, ist Boonen bei Etixx-Quick-Step wohl nur eine von mehreren Optionen. Der 31-jährige Terpstra, Roubaix-Sieger von 2014, und der Vorjahreszweite Zdenek Stybar sorgen beim belgischen Rennstall wohl eine Dreifachspitze. Eine Überraschung wäre es dagegen, wenn Teamkollege Tony Martin bei seinem ersten Start gleich um den Sieg würde mitfahren können.
Zwar entschied der 30-Jährige bei der vergangenen Tour de France die Kopfsteinpflasteretappe nach Cambrai für sich. Damals waren allerdings nur sechs der berüchtigten Sektoren zu bewältigen.
Gespannt sein darf man auf André Greipel (Lotto-Soudal), der sich bei der Flandern-Rundfahrt in prächtiger Verfassung präsentierte und auf Platz 28 bester deutscher Fahrer war. Ein Ergebnis wie 2011, als er beim Sieg von Johan Vansummeren Rang 21 belegte, ist dem 33-jährigen auch diesmal zuzutrauen.
Ähnliches gilt für Marcus Burghardt, der wegen des verletzungsbedingten Fehlens des Vorjahresdritten Greg Van Avermaet bei BMC wohl freie Fahrt bekommen wird, und für Andreas Schillinger (Bora-Argon 18), der im vergangenen Jahr auf Platz 16 zweitbester Deutscher hinter Degenkolb war.
Zum ersten Mal in seiner langen Geschichte wird Paris-Roubaix vom Startschuss bis zur Zieleinfahrt live übertragen. Die deutschen Fans kommen ab 10:15 Uhr auf Eurosport in den Genuss einer rund siebenstündigen TV-Übertragung.
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