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"Oldie" Mathew Hayman mit Sensationssieg bei Paris-Roubaix
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Publiziert 10/04/2016 um 17:04 GMT+2 Uhr
"Oldie" Mathew Hayman hat bei Paris-Roubaix einen Sensationssieg gefeiert. Bei der 114. Austragung des Kopfsteinpflaster-Klassikers setzte sich der Australier vom Team Orica-Greenedge zehn Tage vor seinem 38. Geburtstag im Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe im Velodrom durch. Tom Boonen verpasste auf Rang zwei den historischen fünften Triumph bei seinem wohl letzten Start in Nordfrankreich.
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Das Podium komplettierte nach 5:51:53 Stunden in einem Schnitt von 43,57km/h der Brite Ian Stannard (Team Sky) vor Sep Vanmarcke (Lotto-Jumbo) und Edvald Boasson Hagen (Dimension Data).
Marcel Sieberg (Lotto-Soudal) belegte mit einer Minute Rückstand als bester Deutscher einen starken siebten Platz hinter Heinrich Haussler (IAM), Vorjahressieger John Degenkolb konnte wegen seines schweren Unfalls im Januar nicht an den Start gehen. Mit Marcus Burghardt (BMC) als 19. platzierte sich ein weiterer Deutscher unter den Top 20.
Fabian Cancellara brachte sich durch einen Sturz in der heißen Endphase des Rennens um alle Siegchancen bei seinem letzten Auftritt in Roubaix. Sein Traum vom vierten Erfolg endete rund 60 Kilometer vor dem Ziel auf dem Kopfsteinpflaster, als der Schweizer vom Team Trek stürzte und dabei auch fast Weltmeister Peter Sagan (Tinkoff) mit zu Boden riss. Cancellara konnte das Rennen zwar fortsetzen, kam aber schließlich mit großem Rückstand auf dem 40. Platz ins Ziel. Sagan wurde 2:20 Minuten hinter Hayman Elfter.
Mit Hayman gewann nach 2007 (Stuart O'Grady) zum zweiten Mal ein Australier Paris-Roubaix - im 15. Anlauf wurde er endlich mit dem Triumph belohnt:
Martin mit starkem Debüt
Maßgeblich für den Rennverlauf war ein Sturz 110 km vor dem Ziel, durch den ein Großteil des Pelotons einschließlich der Top-Favoriten Cancellara und Sagan ausgebremst wurde. Tony Martin, der sich bereits zuvor in der Verfolgung einer Fluchtgruppe für sein stark aufgestelltes Etixx-QuickStep-Team aufrieb, nutzte die Situation für eine Tempoverschärfung und fuhr das Feld förmlich auseinander.
Es entwickelte sich ein Rennen im Rennen, in dem Debütant Martin eine Hauptrolle zuteil wurde. "Es war unglaublich hart, mental wie physisch. Ich hätte mir gewünscht, im Finale mitzufahren, aber ich bin am Ende nur noch Schlangenlinien über das Pavé gefahren", sagte er.
Der 30-Jährige Martin zeigte sich von den gefürchteten Kopfsteinpflaster-Passagen wie bei seinem Tour-Etappensieg im Vorjahr völlig unbeeindruckt. Ob der berüchtigte Wald von Arenberg oder der mit 3700 m längste Pavé-Sektor Hornaing - Martin flog über die zermürbende Ruckelpiste und die Feldwege aus der Zeit Napoleons.
Spektakulärer Schlagabtausch
Mit zunehmender Dauer schwanden Martins Kräfte, nach dem Zusammenschluss mit der Fluchtgruppe verteilte sich die Führungslast aber auf mehrere Schultern. Unter anderem engagierte sich auch der ebenfalls bestens aufgelegte Sieberg, Martin ließ sich nach knapp 150 km in vorderster Front zurückfallen.
Für den dreimaligen Roubaix-Sieger Cancellara geriet die Verfolgung der von Martin bestens platzierten Gruppe um Boonen und Sieberg zum Desaster. Auf der matschigen und rutschigen Passage Mons-en-Pévèle (209 km), einem der schwierigsten Abschnitte, stürzte der 35-Jährige und war aller Siegchancen beraubt.
Sagan, der sich bei Cancellaras Sturz akrobatisch auf dem Rad hielt, konnte den durch das Malheur entstandenen zusätzlichen Zeitverlust ebenfalls nicht mehr aufholen. Die Führenden um Hayman und Boonen schenkten sich bis zur Einfahrt ins Velodrom nichts, aber keiner kam entscheidend davon.
John Degenkolb, der 2015 als zweiter Deutscher 119 Jahre nach Josef Fischer in Roubaix triumphiert hatte, verfolgte sein erklärtes Lieblingsrennen vom Fernseher aus. Am 23. Januar hatte ein Frontalcrash mit dem Auto einer Britin im Trainingslager in Spanien den ersten Teil seiner Saison zerstört. Vor allem der beinahe abgerissene Zeigefinger der linken Hand beeinträchtigt Degenkolb, der nun die Tour de France im Visier hat.
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