"Heute spielt das Ergebnis des Rennens keine Rolle. Ich war am Boden zerstört, als ich die tragischen Nachrichten gehört habe, und möchte der Familie und den Freunden von Bjorg Lambrecht und allen bei Lotto Soudal mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen", sagte Ackermann. Lambrechts belgischer Rennstall schrieb bei Twitter von der "größtmöglichen Tragödie für Bjorgs Familie, Freunde und Teamkollegen".
Auch weitere deutsche Radsportler äußerten sich bestürzt über Lambrechts Tod. "Es tut mir so leid. Mein Beileid an Bjorgs Familie, Freunde und Teamkollegen. Mir fehlen die Worte. Ruhe in Frieden", schrieb Sprinter Marcel Kittel auf Twitter. Der Rostocker Andre Greipel teilte mit: "Ich kann nicht glauben, wie tragisch unser Sport sein kann. Meine Gedanken sind bei Bjorgs Familie."
Nach Angaben des polnischen Online-Portals "Onet" fuhr Lambrecht auf dem dritten Teilstück des traditionellen Straßenradrennens von Chorzow nach Zabrze nach 30 km in eine Betonkonstruktion, nachdem es plötzlich angefangen hatte zu regnen. Anschließend sei er nach Angaben des Veranstalters zunächst noch auf der Straße liegend reanimiert worden, ehe der Transport in ein Krankenhaus in der polnischen Stadt Rybnik erfolgte.
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Dort erlag Lambrecht Medienberichten zufolge auf dem Operationstisch seinen Verletzungen. Infolge der Witterungsbedingungen war es zu mehreren Stürzen auf der Etappe gekommen. Nasse Straßen machten vor allem das Fahren in Kurven zu einer gefährlichen Angelegenheit. Lambrechts Unfall sei aber auf einer "geraden und breiten Straße" und nicht auf einer "Hochgeschwindigkeits-Abfahrt" geschehen, sagte Rennleiter Czeslaw Lang und beschrieb: "Er zögerte einen Moment, er verließ den Asphalt und die Tragödie ereignete sich."
Lambrecht hatte in seiner jungen Karriere bereits einige Erfolge vorzuweisen. Beim diesjährigen Tour-Härtetest Critérium du Dauphiné in Frankreich hatte er die Wertung der besten Jungprofis gewonnen, bei der U23-WM im Vorjahr belegte er im Straßenrennen den zweiten Rang. Lambrecht startete erst in seinem zweiten Jahr auf der World Tour.
Ackermanns bereits zweiter Etappensieg bei der diesjährigen Rundfahrt erschien plötzlich bedeutungslos. Der 25-Jährige vom Team Bora-hansgrohe fuhr nach 157 km im Massensprint zwar als Zweiter über die Ziellinie, bekam nach der Zurückstufung des eigentlich siegreichen Niederländers Fabio Jakobsen (Deceuninck-Quick-Step) aber den Etappensieg zugesprochen. Jakobsen hatte sich im Zielsprint mit der linken Hand den Weg freigemacht und wurde daher rückversetzt. Die Siegerehrung wurde infolge des tragischen Unglücks abgesagt.
(SID)
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