Biathlet Émilien Jacquelin feiert Profi-Debüt im Radsport bei der Polynormande – Teamkollege Paul Lapeira schwärmt
Von Niklas Bien
Publiziert 17/08/2026 um 11:50 GMT+2 Uhr
Seit dem Frühjahr hat sich Biathlon-Olympiasieger Émilien Jacquelin auf sein Debüt im Profi-Radsport vorbereitet - am Sonntag war es so weit. Bei der Polynormande ging der 31-Jährige für das Team Decathlon CMA CGM, bei dessen Entwicklungsteam er unter Vertrag steht, an den Start. Jacquelin kam mit 11:51 Minuten Rückstand als 88. ins Ziel, erarbeitete sich aber den Respekt seiner Teamkollegen.
Émilien Jacquelin leistete bei seinem Profi-Debüt immer wieder Führungsarbeit
Fotocredit: Getty Images
"Er übt einen Einzelsport aus, kommt hierher und macht, als ein Fahrer, der noch keinen Namen hat, alles, nach dem er gefragt wurde", sagte Kapitän Paul Lapeira im Gespräch mit Rennveranstalter "FDJ United Series": "Er hat sich selbst geopfert und sogar mehr gemacht, als von ihm erwartet wurde."
Der Biathlon-Staffel-Olympiasieger hatte im Laufe des Rennens am Sonntag immer wieder Führungsarbeit übernommen und geholfen, Ausreißer einzufangen.
Zwischenzeitlich tat er das sogar so energisch, dass er von seinem Team zurückgehalten werden musste.
"Es gab einen Moment, in dem wir ihm gesagt haben, dass er kurz aufhören soll, vorne zu fahren. Ich bin begeistert von diesem Kerl", schwärmte Lapeira.
Teamkollege schwärmt von Jacquelin
Auch dank der Hilfe des Biathleten fuhr Teamkollege Noa Isidore auf den vierten Platz, Antoine L'Hote und Lapeira kamen beinahe zeitgleich auf den Plätzen elf und 13 ins Ziel.
Der Arbeit für seine Kollegen zollte Jacquelin indes Tribut. 48 Kilometer vor dem Ziel konnte der 31-Jährige das Tempo nicht mehr mitgehen und fuhr das Rennen hinter dem Hauptfeld zu Ende.
"Ich habe meinen Job erledigt und das war heute die Hauptsache", sagte Jacquelin, der betonte, "richtig Spaß" gehabt zu haben. "Ich wünschte, ich hätte noch etwas mehr geben können, bevor ich aufgeben musste, aber es war sehr intensiv und mir ging kurz vor der Abfahrt fast die Puste aus", so der Gesamt-Fünfte des vergangenen Biathlon-Weltcups.
Der Lobeshymne von Lapeira tat die Platzierung bei der Polynormande ohnehin keinen Abbruch. "Er kommt mit großen Kinderaugen an und hört auf die Anweisungen, obwohl er fünf oder sechs Jahre älter als ich ist. Es ist großartig, so etwas zu erleben, und ich hoffe, dass es ihm möglich ist, noch etwas länger Radrennen zu fahren", sagte der 26-Jährige.
Kehrt Jacquelin in den Radsport zurück?
Mit dem Ausflug in den Radsport erfüllt sich Jacquelin aktuell einen Kindheitstraum. Im kommenden Winter soll er, so der Plan, in den Biathlon zurückkehren – nach dem Rennen äußerte der 31-Jährige aber leise Zweifel an einem baldigen Comeback in der Loipe. Es sei, so zitierte ihn unter anderem "TV5 Monde Info", "noch nichts entschieden".
Bis zu einer möglichen Entscheidung steht noch mindestens eine weitere große Herausforderung auf dem Rad an: Vom 18. bis 21. August nimmt Jacquelin an der Tour du Limousin teil.
Das könnte Dich auch interessieren: Keine WM: Vingegaard gibt vorzeitiges Saisonende bekannt
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/08/16/image-5420c799-ee9c-40f3-89c8-ac5daca3f0e1-85-2560-1440.jpeg)
Fancellu siegt trotz Pedal-Ausrutscher - Youngster August Gesamtsieger
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung