Tour de France: Paul Seixas überzeugt bei Premiere - Wunderkind mit großer Zukunft, aber es lauern Stolpersteine

Mit 19 Jahren beendete Paul Seixas seine erste Tour de France - seine erste Grand Tour überhaupt - auf dem vierten Platz und kämpfte bis zum Schlusstag um das Podium. In Frankreich träumt man mit dem Youngster vom ersten einheimischen Tour-Sieger seit Bernard Hinault im Jahr 1985. Der Erwartungsdruck ist so gewaltig wie sein Potenzial. Viele Experten trauen ihm künftig den ganz großen Wurf zu.

Highlights: Irres Finale auf der Schlussetappe durch Paris

Quelle: Eurosport

"Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Zukunft der Tour vorhersagen kann, aber er hat ein unglaubliches Potenzial", sagte der viermalige Tour-Sieger Chris Froome gegenüber "RMC Sport". "Er zeigt, dass er in nicht allzu ferner Zukunft hierher zurückkehren kann, um das Gelbe Trikot zu kämpfen, denn er ist bereits auf einem unglaublichen Niveau. Vor allem mit 19 Jahren, bei seiner ersten Tour. Seine Zeit wird in zwei oder drei Jahren kommen, wenn er sich - vielleicht, wenn Pogacar seine Karriere beendet hat - wirklich auf die Tour de France konzentrieren und um das Gelbe Trikot kämpfen kann."
Acht Jahre jünger als der aktuelle Dominator ist Seixas - und oft schien Pogacar in diesem Jahr der einzige Fahrer zu sein, der dem jungen Franzosen das Wasser reichen konnte. Bei Lüttich - Bastogne - Lüttich belegten sie die ersten beiden Plätze, ebenso bei Strade Bianche. Seixas schreckt vor dem Kampf gegen den Slowenen nicht zurück.
Bei der Tour fehlte ihm ein Stück - zum Rest der Konkurrenz angesichts der für ihn erstmals enormen Belastung einer dreiwöchigen Tour nur vergleichsweise wenig.
Isaac Del Toro hatte im Kampf um Platz drei in der dritten Woche keinen geringeren Helfer als Pogacar persönlich. Bis zur 20. Etappe lagen nur rund 20 Sekunden zwischen den beiden Youngstern - wobei der Mexikaner noch einmal drei Jahre älter ist als Seixas.
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Froome: "Seixas muss lernen, diesen Druck zu akzeptieren"

Die Zukunft scheint dem jungen Mann aus Lyon zu gehören. Froome warnte in dem Interview aber auch vor dem hohen Erwartungsdruck, der auf französischen Hoffnungsträgern liegt.
"Was er bereits erreicht hat, ist für sein Alter phänomenal", erklärte der Brite. "Er hat eine vielversprechende Zukunft vor sich, doch sein größter Gegner wird das französische Publikum sein, der schwierigste Teil seines Weges wird darin liegen, diesen Druck zu akzeptieren und zu lernen, trotz dieser hohen Erwartungen Leistung zu bringen. Ich wünsche ihm wirklich alles Gute, denn er scheint großes Potenzial zu haben."
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Onboard durch die Fanmassen in Paris auf der Schlussetappe

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Auch der ehemalige Tour-Sieger Greg LeMond hält große Stücke auf den Franzosen - wäre da nicht ein großes Hindernis auf dem Weg zum Sieg bei der Grande Boucle: Vielleicht schafft es Seixas, der mich extrem beeindruckt", sagte der US-Amerikaner der "L'Equipe". "Aber wenn man den Gipfel erreicht hat, auf dem Tadej steht, ist es danach schwer, ihn von dort zu verdrängen."
Entscheidend dürfte dafür in den kommenden Jahren auch die Teamstärke sein. Die gesamte WorldTour würde Seixas gerne verpflichten, erstmal steht er weiter bei Decathlon-CMA CGM unter Vertrag, die viel investieren wollen, um ihn zu halten.

Kann Seixas' Team mit den besten Mannschaften mithalten?

Bei der Tour überzeugten Fahrer wie Nicolas Prodhomme und Tiesj Benoot als Berghelfer, die französische Equipe musste sich im Konzert der Superteams nicht verstecken. Prodhomme und Aurelién Paret-Peintre haben ihren Vertrag bereits verlängert, mit Ben O'Connor, Pavel Sivakov und Laurens De Plus sollen starke Helfer das Team ab dem kommenden Jahr verstärken. Diese Verpflichtungen sind noch nicht offiziell.
Auch bei Pogacar dauerte es einige Jahre, bis sein Team dem enormen Potenzial des Slowenen gerecht wurde - Tour-Sieger wurder er trotzdem.
Auch Vorgänger Bernard Thevenet, Gewinner der Frankreich-Rundfahrt 1975 und 1977, warnte gegenüber der "Dauphiné" vor den Träumereien der Grande Nation.
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Thevenet über Seixas: "Hat noch Arbeit vor sich"

"Klar ist: Er hat ein Potenzial, das den anderen weit überlegen ist. Aber man darf sich auch nicht zu sehr hinreißen lassen. Man darf ihm nicht den Sieg bei der Tour geben, bevor er sie gewonnen hat. Das weiß er übrigens sehr genau. Er hat gemerkt, dass er noch Arbeit vor sich hat, dass er noch Reife braucht, bevor er gewinnen kann. Ich denke, in den nächsten zwei oder drei Jahren wird er die Tour gewinnen", so der 78-Jährige.
Vorerst bereitet sich Seixas auf die WM in Kanada vor, auch die Lombardei-Rundfahrt zählt zu seinen Zielen. In Kigali im vergangenen Jahr wurde er auf einem extrem schweren Kurs 13., in der Lombardei ließ er mit Platz sieben aufhorchen.
Sieger war jeweils, klar, Tadej Pogacar.
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Quelle: Eurosport


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