Radsport hat ein Kohlenmonoxid-Problem: UCI fordert WADA-Reaktion auf Doping Missbrauch des toxischen Gases

Im November hatte die UCI die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA aufgefordert, Stellung zum Thema Kohlenmonoxid als leistungssteigerndes Mittel zu nehmen. Dass das Einatmen des toxischen Gases Vorteile bringen kann, hatte während der Tour de France die Runde gemacht und vor allem in der Welt außerhalb des (Rad-)Sports für Kopfschütteln gesorgt. Der Gebrauch ist laut WADA allerdings völlig legal.

Das Peloton der Tour de France 2024 auf der neunten Etappe im Staub

Fotocredit: Getty Images

Daran könnte sich künftig allerdings etwas ändern. Denn wie UCI-Präsident David Lappartient nach seiner Teilnahme an einer Sitzung des WADA Exekutiv-Komitees mitteilte, habe er die Organisation mittlerweile "schriftlich aufgefordert, die Verwendung von Kohlenmonoxid im Profiradsport zu verbieten".
Das teilte er jetzt über "X" mit. Zuvor hatte die UCI bereits Teams und Fahrer aufgefordert, Kohlenmonoxid nicht wiederholt zu inhalieren.
Doch die Angelegenheit ist nicht glasklar. Denn was bisher ausschließlich gesichert ist, ist die Verwendung von Kohlenstoffmonoxid in einem Test zur Analyse des Blutvolumens, der vor allem in Höhentrainingslagern genutzt wird, um die Wirkung des Trainings nachvollziehen zu können.
Dazu werden sogenannte Rückatmungsgeräte verwendet. Bei den Spitzenteams Visma-Lease a Bike und UAE Emirates ist der Test im Einsatz, auch Dan Lorang, Head of Performance bei Red Bull-Bora-hansgrohe bestätigte den Einsatz dieser Methode im Team. Auch weitere Teams soll den Test verwenden.

Kohlenmonoxid als Dopingmittel umstritten

Dafür, dass Kohlenmonoxid direkt inhaliert wird, also gezielt zu Dopingzwecken eingesetzt wird, existieren keine Beweise. Deswegen hatte sich die Bewegung für einen glaubwürdigen Radsport (MPCC), der neben Teams und Fahrern unter anderem auch Rennorganisatoren angehören, zunächst erklärt, kein Verbot der Rückatmungsgeräte zu fordern.
Im Oktober änderte der Zusammenschluss aber seine Meinung, riet zunächst von der Technik ab und sprach sich anschließend dann doch für ein Verbot aus.
Dagegen regt sich jetzt aber Widerstand. Und zwar vom dänischen Unternehmen, dass die Geräte herstellt, die von mehreren Teams verwendet werden.
"Die Verwendung von Kohlenmonoxid als medizinisches Diagnosewerkzeug ist eine ganz andere Sache, bei der es nicht darum geht, die Leistung zu steigern", sagte Carsten Lundby, CEO von Detalo Health gegenüber "cyclingnews.com".
"Und das darf oder kann natürlich nicht verboten werden. Es muss also eine klare, unterschiedliche Behandlung (zwischen Diagnosewerkzeug und Dopingpraktik) geben", so der Mann, der auch Professor an der Universität von Süddänemark ist.
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