Eurosport
Ciolek will Sieg bei "Rund um Köln"
Von
Publiziert 10/05/2013 um 14:32 GMT+2 Uhr
Gerald Cioleks Finger waren steif gefroren, sein Gesicht, das vom Schneeregen durchnässte gelb-graue Trikot und sein Helm vom Straßendreck bedeckt. Denkt der Kölner Radprofi heute an den Klassiker Mailand-Sanremo im März, dem aufgrund des winterlichen Wetters vielleicht härtesten Rennen seiner Karriere, wird Ciolek dennoch warm ums Herz.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
"Ein ziemlich bescheidener Tag mit einem ziemlich gelungenen Abschluss", sagte Ciolek, der die 104. Primavera sensationell gewann, dem "SID".
Am Sonntag erwarten den 26-Jährigen auf den 192,6 Kilometern von "Rund um Köln" deutlich angenehmere äußere Bedingungen. Das Resultat aber soll dem in Sanremo gleichen. "Rund um Köln ist mein Heimrennen, in den letzten Jahren hatte ich leider nicht oft die Möglichkeit, es zu fahren. Daher bin ich zusätzlich motiviert", sagte Ciolek.
Der Sprinter ist einer der Topfavoriten auf Sieg in der Domstadt, nicht zuletzt wegen des denkwürdigen Triumphes in Norditalien, bei dem Ciolek die Weltelite hinter sich ließ. Ein Sieg, mit dem der hochtalentierte Fahrer nach langer Zeit auf höchstem Niveau wieder ein Ausrufezeichen setzte.
Zabels legitimer Nachfolger
Es war ruhig geworden um Ciolek. 2006, nach dem Gewinn des U23-WM-Titels, galt er als legitimer Nachfolger Erik Zabels. Die hohen Erwartungen erfüllen konnte er nie gänzlich. "Das ist im Sport denke ich relativ normal, dass es nicht immer so gradlinig verläuft, wie sich das manche erhoffen", sagte Ciolek, der für Klassiker-Erfolge und Tour-Etappen sorgen sollte.
Nach durchwachsenen Jahren beim Team T-Mobile, Milram und Quick Step schloss sich Ciolek zur laufenden Saison der zweitklassigen südafrikanischen Equipe MTN-Qhubeka an. Auch ohne Lizenz für die WorldTour, der ersten Liga im Radsport, hat sich der Schritt für deutschen Meister von 2005 offenbar gelohnt. "Wenn man sich unser Frühjahr anschaut und sieht, wie die Mannschaft zum größten Teil auch für mich fährt, war das definitiv die richtige Entscheidung", sagte Ciolek.
Greipel und Ciolek im Fokus
In Köln steht am Sonntag neben Ciolek vor allem Top-Sprinter André Greipel (Rostock) im Fokus. Unweit seines ehemaligen Wohnortes Hürth will der 30-Jährige, der für eine deutsche Nationalauswahl ins Rennen geht, seine Stärken ausspielen und wie Ciolek für den ersten deutschen Sieg seit 2006 (Christian Knees/Bonn) sorgen. "André ist mit Sicherheit einer der, wenn nicht der beste deutsche Sprinter im Moment. Er ist weltweit einfach der Schnellste und hat sich in den letzten Jahren extrem weiterentwickelt", sagte Ciolek. Einen Überraschungserfolg könnte Bahn-Spezialist Nikias Arndt (Buchholz/Argos) für sich verbuchen.
Für das Jedermannrennen, für das sich unter anderem die mehrmalige Cross-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel sowie der ehemalige Kölner Radprofi Marcel Wüst gemeldet haben, verzeichnen die Veranstalter mit insgesamt 3800 Sportlern einen Teilnehmerrekord.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung