Remco Evenepoel wechselt von Soudal zu Red Bull: Auf diese Stars setzt das Traditionsteam aus Belgien jetzt

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Mehr als 1000 Siege hat Team Soudal Quick-Step in seiner über 20-jährigen Geschichte eingefahren. Oft lag es damit souverän an der Spitze der Ranglisten, dank Fahrern wie Tom Boonen, Paolo Bettini, Niki Terpstra, Julian Alaphilippe oder Philippe Gilbert. Sie alle einte: Sie waren Klassiker-Spezialisten. Mit Remco Evenepoel änderte sich das Profil des Teams, das sich nun wieder neu erfinden muss.

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Quelle: Eurosport

Die Equipe verlegte für Evenepoel den Schwerpunkt von den Klassikern in Richtung Rundfahrten. Bergspezialist Mikel Landa wurden als Edel-Helfer für den jungen Belgier verpflichtet, aus dem früheren Hoheitsgebiet - den Frühjahrsklassikern wie der Flandern-Rundfahrt oder Paris - Roubaix, verschwanden die blauen Trikots zunehmend.
Das geschah aus gutem Grund. Der Doppel-Olympiasieger fuhr die zweitmeisten Siege der Teamgeschichte ein (64) - nur Boonen thront in der Statistik weit über ihm mit 123 Siegen. Joao Almeida, Ilan van Wilder, Jan Hirt, Landa, Valentin Paret-Peintre - sie sind Beispiele für Fahrer aus den vergangenen sechs Jahren, die verpflichtet wurden, um das Rundfahrtenprofil des Teams zu schärfen.
Klassiker-Spezialisten wurden deutlich seltener geholt. Die Zeiten von Boonen, Terpstra und Co. waren vorbei, die der Equipe bis zu 73 Siegen in einer Saison einbrachten. Doch 2026 wird das Team wieder mehr an die Aufgebote von einst erinnern.
Mit Jasper Stuyven steht ein Neuzugang der Equipe bereits fest. Der Belgier passt genau in dieses Profil: Er ist tempofest, erfahren, ein guter Anfahrer für Sprinter und war selbst schon Sieger bei Mailand - Sanremo. Gerüchten zufolge kommt auch Dylan van Baarle von Visma-Lease a Bike zu Soudal, der 2022 Paris - Roubaix gewann.
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Tom Boonen ist der Rekordsieger von Soudal Quick-Step

Fotocredit: Getty Images

Was passiert mit den Remco-Millionen?

"Wir haben alles getan, um Remco glücklich zu machen", sagte Teamchef Jurgen Foré. "Ich möchte jetzt ein neues Kapitel aufschlagen und habe Vertrauen in das Team. Uns gibt es seit 23 Jahren und wir haben schon viele Kapitel geschrieben. Dies ist nur eines davon."
Mit Landa und Paret-Peintre - Sieger bei der Tour am Mont Ventoux - kann man auch weiterhin in den Bergen für Aufsehen sorgen, den Großteil aller Erfolge trug derweil in diesem Jahr bereits Sprinter Tim Merlier bei. "Er ist für die Hälfte unserer Siege in diesem Jahr verantwortlich", sagte Foré - und auch bei der Tour war der Europameister zweimal ganz vorne.
Auch das folgt einer langen Tradition bei Quick-Step: Marcel Kittel, Sam Bennett, Fernando Gaviria, Mark Cavendish - und natürlich auch Boonen - durften sich im alljährlich herausragenden Sprintzug der belgischen Equipe auszeichnen.
Ein neuer Sprinterstar mit gleichzeitig großem Klassikerpotenzial reift derweil schon heran und wird ab 2026 noch mehr im Fokus stehen: Der 21-jährige Paul Magnier gewann im Vorjahr drei Etappen der Tour of Britain, konnte 2025 bereits fünf Siege einfahren und war Zweiter beim Omloop Nieuwsblad - auf den Franzosen setzt man große Hoffnungen.
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Quelle: Eurosport

Auch ein Rückkehrer bekommt durch Evenepoels Abgang neue Freiräume - Maximilian Schachmann. Der zweimalige Sieger von Paris - Nizza wurde einst bei Quick-Step Profi, fuhr dann jahrelang für Bora und ist seit 2025 wieder für die Belgier im Einsatz. Statt Helferdiensten winken nun wieder öfter freiere Rollen, mit Platz drei bei der schweren Baskenland-Rundfahrt bewies der Berliner im Frühjahr wieder alte Klasse.
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Hinzu kommt, dass durch den Wechsel von Evenepoel nicht nur ein üppiges Millionen-Gehalt frei wird, sondern auch noch eine Ausgleichszahlung für das aufgelöste Vertragsjahr des Zeitfahr-Weltmeisters geleistet wurde. Insgesamt könnte sich das zusätzliche Finanzvolumen für den Rennstall auf bis zu zehn Millionen Euro belaufen.
Der Umbau von Soudal Quick-Step könnte dadurch schneller vonstattengehen, als die große Lücke des Olympiasiegers vermuten lässt.
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