Dauphiné: Tadej Pogacar fährt wieder in seiner eigenen Liga - "Payback-Time" für den Dominator nach Zeitfahr-Schlappe

Gerade einmal zwei Tage ist es her, da musste sich Tadej Pogacar nach seiner Schlappe im Einzelzeitfahren beim Critérium du Dauphiné erklären. Er habe sich verschätzt, gab der dreimalige Tour-de-France-Sieger beinahe kleinlaut zu. Nur 48 Stunden später ist allerdings klar: Wenn es wirklich darauf ankommt, ist der Slowene voll da - und fährt in einer anderen Liga als die Konkurrenz.

Highlights: Pogacar düpiert alle - Lipowitz zeigt auf

Quelle: Eurosport

Extra beeilt habe er sich, grinste Pogacar bereits auf der Rolle sitzend in die Kameras. Schließlich wollte er die Zielankunft der Tour de Suisse der Frauen nicht verpassen.
Dort geht Pogacars Verlobte Urska Zigart in diesen Tagen an den Start. Als 14. hatte sie auf der 2. Etappe mit dem Sieg allerdings wenig zu tun - ganz im Gegenteil zu ihrem Lebensgefährten.
Der hatte auf der sechsten Etappe des Critérium du Dauphiné, einem der wichtigsten Vorbereitungsrennen auf die Tour de France (5. bis 27. Juli live auf Eurosport und discovery+), einmal mehr seine Extraklasse unter Beweis gestellt.
Als Pogacar etwas mehr als sieben Kilometer vor dem Ziel in Combloux attackierte, konnte ihm niemand mehr folgen. Auch nicht Jonas Vingegaard, der es als einziger noch versucht hatte. Der Däne, der als ärgster Konkurrent Pogacars gilt, musste am Schlussanstieg abreißen lassen.
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Nur so schnell, um Verlobte zu sehen: Pogacar scherzt im Siegerinterview

Quelle: Eurosport

Pogacar deklassiert Vingegaard und Evenepoel

Über die Ziellinie rollte der Däne schließlich als Zweiter mit 1:01 Minute Rückstand - im Radsport gleicht das einem Klassenunterschied.
Noch schlimmer erging es Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel, der im Zeitfahren noch brilliert und bis zum Freitag das Gelbe Trikot des Gesamtführenden getragen hatte. Der Belgier büßte 1:50 Minute auf Pogacar ein, fiel in der Gesamtwertung auf den vierten Rang zurück.
"Ich war schon überrascht über den Abstand, das hatte ich so nicht erwartet. Ich hatte eher erwartet, dass vielleicht zwei, drei Jungs mir folgen und mich dann attackieren würden", musste Pogacar selbst nach der Etappe zugeben.
"Ich habe heute versucht, im steilen Part wirklich alles reinzuhauen und dann im einfacheren Teil zu beschleunigen. Wenn die Beine nicht funktionieren, geht der Plan aber auch nicht auf. Umso glücklicher bin ich, dass die Beine heute da waren."
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Wie eine Naturgewalt! Pogacar lässt Vingegaard stehen und rauscht zum Sieg

Quelle: Eurosport

Konkurrenz adelt Pogacar: "Der beste Fahrer der Welt" 

Tatsächlich gab die Form des Dominators (allein neun Siege in dieser Saison) in den vorangegangenen Tagen Rätsel auf. Sicherte er sich noch auf der ersten Etappe den Sieg im Sprint, verkalkulierte er sich beim Zeitfahren eben völlig und kassierte 49 Sekunden auf Tagessieger Evenepoel.
Nun aber, beim ersten echten Härtetest am Berg, wurde deutlich: Im Gebirge macht dem "Kannibalen" so schnell niemand etwas vor.
Das musste auch die Konkurrenz anerkennend einsehen. "Es ging extrem schnell", zitierte der belgische Sender "Sporza" den geschlagenen Evenepoel nach dem Rennen: "Am vorletzten Anstieg habe ich mich noch super gut gefühlt, aber am Schlussanstieg war ich, glaube ich, einfach noch nicht erholt genug."
Und weiter: "Sie sind dann in den Anstieg gefahren, als ob das Ziel nur noch zwei Kilometer entfernt wäre. Es war wirklich verrückt. Aber Pogacar war einfach wieder überlegen. Er zeigt, wer der beste Fahrer der Welt ist."

Tour-Sieg geht nur über Pogacar

Ja, es war "nur" eine Etappe und ja, bis zum wichtigsten Radrennen der Welt kann noch viel passieren. Zumal Evenepoel und Vingegaard in diesem Kalenderjahr aufgrund von Verletzungen noch nicht viele Rennen bestreiten konnten.
Das Selbstbewusstsein, das Selbstverständnis aber, das Pogacar auf diesem Teilstück der Dauphiné mitnehmen konnte, ist beinahe unbezahlbar. Er weiß nun ganz sicher: Er ist schneller als alle anderen großen Namen im Peloton.
Der Slowene selbst hat diesen Sieg wohl mehr gebraucht, als er tatsächlich zugeben wollte - nun ist auch das Endergebnis der Rundfahrt zweitrangig: "Morgen kann alles passieren, aber das ist jetzt egal. Ich hab gesehen, dass meine Form stimmt."
Für die Konkurrenz ist das drei Wochen vor Beginn der Tour de France ein schlechtes Zeichen.
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Lipowitz attackiert und fährt Pogacar und Vingegaard weg

Quelle: Eurosport


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