Tour de France Femmes - "Der Tourmalet ist genau ihr Ding": Deutsche Chancen und Favoritinnen im Check
VonFelix Mattis
Publiziert 23/07/2023 um 12:14 GMT+2 Uhr
Bei der Tour de France Femmes können sich die Radfans auf einen packenden Kampf ums Gelbe Trikot freuen - und auf starke Auftritte der deutschen Fahrerinnen. Liane Lippert erklärt im Interview, wie sie das Duell zwischen Demi Vollering und Annemiek van Vleuten beurteilt, welche weiteren Stars aus dem Feld der Tour-Starterinnen Chancen aufs Podium haben und wie die Deutschen einzuschätzen sind.
"Es wird noch spannender": Die Tour de France Femmes bei Eurosport
Quelle: Eurosport
Mit ihrem Sieg auf der 2. Etappe der Tour de France Femmes hat Liane Lippert für einen perfekten Start aus deutscher Sicht gesorgt. Ihr Triumph macht Hoffnung auf weitere deutsche Erfolge in Frankreich, auch wenn für den Gesamtsieg eher eine der Mannschaftskameradinnen der Deutschen in Frage kommt.
Demi Vollering war in dieser Saison sehr stark und schon im Vorjahr Tour-Zweite. Sie gilt als große Herausforderin von Ihrer Movistar-Teamkollegin Annemiek van Vleuten. Bei der Vuelta Anfang Mai hat van Vleuten den Gesamtsieg gefeiert, aber Vollering war am Berg stärker. Was macht Ihnen Hoffnung, dass das jetzt in Frankreich anders sein wird?
Liane Lippert: Annemiek wird, genau wie ich, durch mehr Rennen stärker. Unser Höhentrainingslager im Juni sollte einiges gebracht haben und wir sind ja auch den Giro zusammen gefahren. Da war sie sehr stark!
Den Giro hat van Vleuten überlegen gewonnen, allerdings war Vollering dort nicht dabei. Wie sehr steckt Sie in Ihren Köpfen?
Lippert: Sie ist auf jeden Fall die größte und gefährlichste Konkurrentin. Von daher schauen wir schon sehr auf sie und auch auf ihr Team SD Worx allgemein, das mit lauter starken Fahrerinnen startet. Aber letztendlich sieht man erst im Rennen, wer wie gut drauf ist.
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Sprintfinale & Abschied: Highlights der Schlussetappe des Giro Donne
Quelle: Eurosport
Der Weg zur Tour de France Femmes war für beide unterschiedlich: van Vleuten gewann den Giro und hat vorher pausiert, Vollering fuhr im Juni die Tour de Suisse und hat im Juli dafür kein Rennen mehr bestritten. Spielt das eine Rolle?
Lippert: Ich denke das ist sehr individuell, was für wen besser ist. Für uns hat der Giro gut gepasst, weil wir vorher rausgenommen haben – ich zum Beispiel ja auch schon im Mai. Sonst wäre es zu viel geworden. Annemiek kann es sehr gut wegstecken, den schweren Giro gerade noch gefahren zu sein – andere können das weniger.
Wer gehört neben diesen beiden Fahrerinnen zum Favoritinnenkreis auf den Tour-Gesamtsieg?
Lippert: Ich bin sehr auf Riejanne Markus vom Team Jumbo-Visma gespannt, die bei der Vuelta schon sehr stark war und seitdem wenige Rennen gefahren ist, viel im Höhentraining war. Ansonsten ist Elisa Longo Borghini (Lidl-Trek) immer zu beachten, aber auch meine alte Teamkollegin Juliette Labous (Team DSM) – und es gibt sicher noch mehr Kandidatinnen…
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Schwestern und Rivalinnen: Femke und Riejanne Markus im Porträt
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Bei den Niederländischen Zeitfahrmeisterschaften hat Riejanne Markus 55 Sekunden vor Demi Vollering und 1:13 Minuten vor Annemiek van Vleuten gewonnen. Nun entscheidet sich die Tour im Zeitfahren von Pau. Was bedeutet das für die Taktik auch am Tag zuvor am Tourmalet?
Lippert: Man muss auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, wer im Zeitfahren stark ist. Aber Annemiek wird so oder so versuchen, am Tourmalet eine so große Lücke wie möglich herauszufahren. Davon kann man ausgehen, wenn man sie kennt – auch wenn ich jetzt nicht konkret mit ihr darüber gesprochen habe. Aber das ändert sich durch das Zeitfahren nicht.
Neben Ihnen sind noch fünf weitere Deutsche bei der Tour de France Femmes am Start. Worauf dürfen sich die deutschen Fans freuen?
Lippert: Ricarda Bauernfeind (Canyon) wird sehr interessant zu beobachten sein. Wenn sie so gut fährt, wie bei der Vuelta (Gesamtdritte, Anm. d. Red.), kann sie für eine Überraschung sorgen – auf einer Etappe, aber auch in der Gesamtwertung. Und auch bei Clara Koppenburg (Cofidis) gilt: Der Tourmalet ist genau ihr Ding. Da kann man auch einiges erwarten. Hannah Ludwig (FDJ) hat beim Giro einen Schritt gemacht und auch Kathrin Hammes (EF Education) und Romy Kasper (AG Insurance) waren zuletzt sehr gut drauf – auch wenn sie mehr in die Helferinnenrolle schlüpfen. Als deutscher Fan darf man sich vor allem auf die schweren Renntage freuen.
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Tour de France Femmes 2023: Der gesamte Streckenverlauf
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