Tour de France Femmes: Teams befürchten Manipulation beim Zeitfahren - Professor erklärt aerodynamischen Vorteil
VonNiklas Bien
Publiziert 03/08/2026 um 16:22 GMT+2 Uhr
Droht beim Zeitfahren der Tour de France Femmes am Dienstag eine Manipulation? Diese Sorge haben mehrere WorldTeams der Frauen gegenüber dem niederländischen Medium "Wielerflits" geäußert. Demnach gebe es Rennfahrerinnen, die ihre Oberweite mit Polstern vergrößern und sich so einen aerodynamischen Vorteil für das Zeitfahren verschaffen. In der Vergangenheit hatte es ähnliche Fälle gegeben.
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Quelle: Eurosport
Das künstliche Anpassen der Kleidung ist nach dem Regelwerk des Radsport-Weltverbandes UCI verboten, wird in der Praxis allerdings kaum kontrolliert.
Aus Sicht einiger Tour-Teams, die das Portal nicht namentlich nennt, müsse sich das ändern. So sollten die Fahrerinnen nach dem Zeitfahren in einem abgeschirmten Bereich von einer weiblichen Jurorin auf mögliche Polster unter der Sportkleidung oder dem BH kontrolliert werden.
Das Vorgehen, für ein Zeitfahren künstlich eine größere Oberweite herbeizuführen, ist nicht neu. Die jüngsten Beispiele stammen von den Olympischen Spielen 2024 oder dem Giro d'Italia. Bilder zeigen eindeutig, dass verschiedene Fahrerinnen im Brustbereich etwas unter ihrem Trikot trugen.
Eine größere Oberweite sorgt beim Zeitfahren für einen aerodynamischen Vorteil, wie Bert Blocken, Professor für Aerodynamik an der Heriot-Watt-Universität in Schottland und der LUT in Finnland, auf Nachfrage von "Wielerflits" erklärte.
Vorteil von mehreren Sekunden
"Wir sprechen hier von einer Brustverkleidung, mit der man den Luftstrom um den Körper herum verändert und so den Überdruck auf die Oberschenkel verringert", sagte Blocken: "Dadurch erfährt die Fahrerin weniger Luftwiderstand. Es ist zwar nicht so, dass man damit in einem Zeitfahren Dutzende von Sekunden Vorsprung gewinnt, aber bei einer Etappe von 20 bis 30 Kilometern kann dies Sekunden einbringen, die entscheidend sein können."
Eine Studie des belgischen Professors aus dem Jahr 2024 zeigte, dass mit der optimalen Bedeckung des Brustbereichs, ein Zeitgewinn von mindestens 0,78 Sekunden pro Kilometer erreicht werden kann.
Ein unfairer Vorteil, der nach den Regularien der UCI mit einem sofortigen Ausschluss aus dem Rennen zu ahnden ist - sofern etwaige Manipulationen überhaupt kontrolliert werden.
Auf der vierten Etappe der Tour de France Femmes geht es für die Radsportlerinnen am Dienstag im Einzelzeitfahren über 21 Kilometer von Gevrey-Chambertin nach Dijon.
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