Die Wandlung von Wiggins

Die Tour de France erlebt wieder einmal ein kleines "Radsport-Wunder": Aus dem gelernten Bahnfahrer Bradley Wiggins, der Alkoholprobleme hatte, ist ein ernsthafter Kandidat für das Podest in Paris geworden. Wiggins' Erklärung: "Radikale Gwichtsreduzierung von sechs Kilogramm."

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Vom designierten Tour-Sieger Alberto Contador wird der Brite sogar "zusammen mit Andy Schleck" in die Liga der "Haupt-Konkurrenten" hochgelobt.
"Vielleicht hat er Training umgestellt"
"Dass er gewisse Qualitäten hat, ist ja nicht unbekannt, immerhin ist er Olympiasieger. Er galt zwar bisher nicht als ausgemachter Berg-Spezialist - vielleicht hat er sein Training umgestellt", versuchte Linus Gerdemann am Dienstag den erstaunlichen Aufstieg des zweifachen Goldmedaillengewinners in der Bahn-Verfolgung zu erklären.
Nach seinen Triumphen von Athen 2004, wo er Gold, Silber und Bronze gewann, fiel er zunächst in ein tiefes Loch. "Ich hatte mit 24 Jahren alles erreicht, da blieb mir nur noch das Bier", erklärte Wiggins. "Sechs Stunden am Tag, eine Flasche nach der anderen. Ein gutes Jahr lang."
Podest-Anwärter
Im Jahr 2009 gehört Wiggins zu den Podest-Anwärtern bei der Tour de France. Contadors Leistungs-Explosion in den Alpen hielt der Engländer mit nur 1:06 Minuten Rückstand in Verbier Stand. Vor dem Zeitfahren in Annecy liegt der kühle Brite, der sich im Hochgebirge als Bergfloh entpuppte, auf Platz sechs der Gesamtwertung mit realistischen Chancen auf das Podium in Paris.
Im Alter von 29 Jahren vollzog der Vertreter der seit Jahren vor allem auf der Bahn tonangebenden "britischen Schule" einen erstaunlichen Wandel. "Beim Tour-Start in Monaco habe ich gesagt, ich will unter die Top-20 und viele haben gedacht, das ist unrealistisch.
Gala-Auftritte wecken Misstrauen
Diese günstige Konstellation wie jetzt kommt vielleicht nie wieder. Mein Ziel ist es, Paris mit dem bestmöglichen Resultat zu erreichen. Ich vergesse alles, was die Leute über mich sagen oder von mir erwartet haben", erklärte Wiggins, dessen US-Team Garmin sich wie einst Lance Armstrong in Gerona/Spanien ansiedelte.
Seine Gala-Auftritte werden aber nicht überall ohne Misstrauen registriert. "Man kann nur hoffen, dass die UCI und die WADA genau hingucken", wurde ein Sportlicher Teamleiter, der nicht genannt werden möchte, in "sport.ard.de" zitiert.
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