Contador bester Zeitfahrer

Der Spanier Alberto Contador hat seine Dominanz bei der Tour de France eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Astana-Profi gewann auf der 18. Etappe auch das Einzelzeitfahren und verwies dabei den Spezialisten Fabian Cancellara auf Platz zwei. Lance Armstrong verpasste eine Top-Ten-Platzierung.

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Lange Zeit führte der Katusha-Fahrer Mikhail Ignatiev bei dem letzten Zeitfahren dieser Tour. Er war bereits als 19. gestartet und setzte mit 48:46 Minuten eine Richtzeit, die erst zwei Stunden später von Cancellara unterboten wurde. Der Olympiasieger aus der Schweiz war zwölf Sekunden schneller als der Juniorenweltmeister aus Russland. Doch das war alles lediglich der Auftakt zu einem spannenden Etappenfinale. Die Favoriten auf den Gesamtsieg starteten erst Stunden später.
Den Anfang machte Bradley Wiggins, und der Brite setzte Bestzeiten, die scheinbar nicht zu unterbieten waren. Nicht von Andreas Klöden, auch später nicht von Armstrong. Beide Astana-Fahrer verloren Zeit auf den Garmin-Profi. Doch da hatte Contador die Zeitnahme noch nicht passiert. Spätestens als er das auf dem Cote de Bluffy tat, war allen klar, wer das Zeitfahren gewinnen würde: Der Spanier pulverisierte die bisherige Bestzeit des Briten und war 31 Sekunden schneller als der Olympiasieger auf der Bahn.
Tony Martin im Ziel vor Armstrong
Dritter wurde Ignatiev (0:15 zurück). Wiggins verlor auf dem Weg zurück ins Ziel viel Zeit, der Brite hatte sich wohl verzockt und landete nur auf Platz sechs (0:43). Klöden wurde Neunter mit 54 Sekunden Rückstand, Tony Martin Elfter (1:04 Rückstand). Der junge Deutsche, ehemaliger Träger des Weißen Trikots war damit aber sehr zufrieden. Im Ziel war er froh, überhaupt noch dabei zu sein: "Ich bin total platt. Meine Form ist einfach nicht mehr da. Ich hoffe ich bringe die Tour jetzt noch gut zu Ende.“ Immerhin lag Martin sechs Positionen vor Armstrong: Der US-Amerikaner wurde 16. und verlor insgesamt 1:30 Minuten auf Sieger Contador. Auf die beiden Schlecks holte er zwar Zeit auf, konnte Frank auch in der Gesamtwertung überholen, dennoch distanzierte er die Luxemburger nicht so weit wie erwartet. Andy belegte am Ende Platz 21 (1:45 Minuten zurück), Frank Platz 35 (2:34).
Die beiden Schleck-Brüder verloren zu Beginn des Zeitfahrens im Flachen zwar viel Zeit, jedoch nicht so viel wie befürchtet. Die endgültige Abrechnung fand sowieso erst im Ziel statt. Auch dort war Contador der Schnellste. Wenn auch knapp: Genau 3,18 Sekunden war er schneller als Cancellara und festigte damit seine Spitzenposition in der Gesamtwertung. Das freute ihn im Ziel natürlich sehr: „Ich habe bei Olympia und in Monaco gegen Cancellara verloren. Jetzt habe ich ihn erstmals besiegt. Heute lief es beinahe perfekt für mich, dennoch kann am Mont Ventoux noch viel passieren.
Cancellara denkt an Voigt
Cancellara dachte im Ziel vor allem an die gestürzten Team-Kollegen Jens Voigt und Kurt-Asle Arvese: "Wir sind mit neun Mann in Monaco losgefahren und kommen auch mit neun in Paris an, auch wenn sie im Hospital liegen oder verletzt sind. Der Zusammenhalt ist die Stärke unseres Teams." Der schwer gestürzte Voigt hofft trotz Jochbeinbruch und Gehirnerschütterung bereits am (morgigen) Freitag drei Tage nach seinem Unfall die Universitätsklinik von Grenoble Richtung Berlin verlassen zu können.
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