Tour de France 2016, 3. Etappe: Unfall, Trauerflor, Bummel-Strafe, Prügelei mit Folgen
Die 3. Etappe der Tour de France war bis auf den Zielsprint v.a. lang & zäh - doch es gab an diesem Tag durchaus einige wichtige Nachrichten: Denn ein Unfall in der Werbekarawane, das Gedenken an einen tödlich verunglückten Fahrer, eine umstrittene Entscheidung der Jury und eine Klage vor Gericht bewegten den dritten Tour-Tag ebenfalls. Die Top-Infos kompakt.
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Die wichtigste Nachricht zuerst:
Der Zusammenstoß eines Fahrzeugs der Werbekarawane mit einer jungen Zuschauerin ist glimpflich ausgegangen, das Unfallopfer nur leicht verletzt. Wie das Krankenhaus in Avranches erklärte, könne die 16-Jährige bereits nach einer Nacht wieder entlassen werden.
Die Teenagerin war bei Km 70 der Etappe umgefahren worden, als sie die Straße überquerte. Sie erlitt Gesichtsverletzungen, war aber zu keinem Zeitpunkt in Lebensgefahr.
Tragischer endete am 3. März diesen Jahres die Trainingsfahrt von Romain Guyot: Der aus dem Zielort Angers stammende französische Radprofi überlebte den Unfall mit einem LKW nicht. "Guyotte", wie ihn seine Fahrerkollegen nannten, war für das Team Vendée U aktiv - die Nachwuchsmannschaft des Rennstalls Direct Energie.
Zu Ehren von Guyot trugen dessen neun Profis heute ein Trikot mit rotem Trauerflor. Teamchef Jean-René Bernaudeau konnte im Ziel seine Emotionen nicht verbergen, mit Tränen in den Augen unterstrich er, dass man heute verpflichtet gewesen sei, ein Zeichen zu setzen. Kapitän Thomas Voeckler ergänzte am Eurosport-Mikrofon, dass "wir nicht nur heute an ihn denken" und wollte gar nicht mehr sagen: "Wir wollen uns lieber an ihn erinnern, als über ihn zu sprechen".
Ins Blickfeld rückte das Trikot besonders eben jener Voeckler, der in der zweiten Etappenhälfte beschloss, alleine zum führenden Solisten Armindo Fonseca (Fortuneo) aufzuschließen. Eine Aktion, die am Ende mit dem Preis für den kämpferischsten Fahrer belohnt wurde - was Voeckler ein wenig wunderte.
"Normalerweise geht der Preis eher an den Fahrer, der die meiste Zeit an der Spitze ist", meinte er - und war mit dieser Sicht nicht alleine. Auch Fonseca und seine Teamleitung waren sichtlich enttäuscht, die Trophäe mit der roten Startnummer nur betrachten, nicht aber mitnehmen zu können. Dass ein Solo von 136 Kilometern nicht ausreicht, sorgte vielfach für Kopfschütteln.
Die vierköpfige Jury begründete ihre Entscheidung aber mit dem Bummeltempo der Etappe, für das Fonseca, der nach vier Kilometern die Flucht ergriffen hatte, aus ihrer Sicht hauptverantwortlich war. Ihr Präsident, Ex-Profi Thierry Gouvenou, konnte in einem Durchschnittstempo von 34km/h für die ersten Rennstunden nicht gerade ein leuchtendes Beispiel für Einsatzwillen und Kampfgeist erkennen, wie er in seiner Begründung darlegte.
Richtig schnell wurde es am Ende der Etappe dann ja doch noch, der Sprint mit seiner Zentimeter-Entscheidung entschädigte für das Warten. Nicht mitmischen konnte dabei Nacer Bouhanni, der die Tour de France 2016 kurz vor Start absagen musste. Der Grund: Eine Handverletzung, die er sich in der Nacht vor den französischen Meisterschaften in seinem Hotel zugezogen hatte.
Der Cofidis-Profi hatte lärmende Gäste tief in der Nacht um etwas Ruhe gebeten, traf aber auf wenig Einsicht und mehrere Fäuste. Nun reichte er tatsächlich Klage gegen vier Personen ein, die ihn, in angeblich alkoholisierten Zustand, in jener Nacht attackiert haben sollen. Seine Ankündigung wurde heute aus Justizkreisen bestätigt. Der Hobby-Boxer wusste sich zwar zu wehren (seinen Helm ziert ein Boxhandschuh...), um alle Chancen auf einen Tour-Etappensieg brachte ihn das Handgemenge aber dennoch.
So wird es in Limoges im Finale der 4. Etappe ohne Bouhanni wohl zum dritten Massensprint dieser Tour kommen. Falls nicht wie im Jahr 2000 an selber Stelle, ein Solist, damals Christophe Agnolutto, dem Feld ein Schnippchen schlägt. Eurosport ist in TV, Eurosport Player und im Liveticker dabei!
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