Tour de France 2018: Primoz Roglic hängt Sky-Duo in Mende ab

Im steilen Finale der 14. Etappe der Tour de France hat Primoz Roglic die Konkurrenten um das Tour-Podium abgehängt. Der Slowene setzte sich von Spitzenreiter Geraint Thomas im Gelben Trikot, Titelverteidiger Chris Froome und Tom Dumoulin ab. Roglic holte in der Gesamtwertung acht Sekunden auf die drei vor ihm platzierten Rivalen heraus und untermauerte seine Ambitionen auf das Tour-Podium.

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Den Etappensieg holte sich der Spanier Omar Fraile, er siegte als Solist nach einer Attacke im Schlussanstieg aus einer großen Spitzengruppe heraus.
Sein Vorsprung auf die Favoriten lag bei über 18 Minuten.

Sagan und Geschke glänzen

Zweiter wurde Julian Alaphilippe aus Frankreich, der Träger des Bergtrikots konnte die Lücke nach ganz vorne nicht mehr schließen. Peter Sagan beeindruckte mit einem vierten Platz nach dem steilen Schlussanstieg zum Flugplatz von Mende.
Simon Geschke belegte einen starken sechsten Rang und kletterte in der Gesamtwertung auf Position 22 dank des großen Vorsprung der Ausreißer des Tages.

Roglic holt auf, Martin im Pech

In der Gesamtwertung führt Geraint Thomas weiter mit 1:39 Minute Vorsprung auf Teamkollege Froome und 1:50 auf Dumoulin. Der Rückstand von Roglic auf Platz vier verringerte sich auf 2:38 Minute zum "maillot jaune" und 48 Sekunden auf das Podium.
Romain Bardet verlor 14 Sekunden auf das Trio mit Froome, bleibt aber Fünfter (+3:21). Pechvogel des Tages war Daniel Martin - der Ire hätte bei dieser Zielankunft gute Chancen auf einen vorderen Platz im Kreis der Favoriten gehabt. Ein Reifenschaden direkt vor dem Beginn der Rampe sorgte aber dafür, dass er stattdessen fast zwei Minuten verlor und in der Gesamtwertung nur noch Zehnter (+6:54) ist.

Geschke verpasst neues Tour-Wunder

Simon Geschke kämpfte wie ein Löwe, das erneute Tour-Wunder gelang dem kleinen Berliner mit dem großen Herzen aber nicht: Fast genau drei Jahre nach seinem Sieg in Pra-Loup hat Geschke an "Wand von Mende" nach einem ganz starken Auftritt Platz sechs belegt.
"Es war mein Ziel, wenigstens mal wieder um einen Etappensieg mitzufahren. Ich habe dran geglaubt und drauf gehofft", sagte Geschke in der ARD:
Geschke lag nach dem nur drei Kilometer langen, aber umso anspruchsvolleren Schlussanstieg der 14. Etappe über 188 km auf dem Flugfeld in Mende 19 Sekunden hinter Fraile zurück. Der Astana-Profi und Tour-Debütant setzte sich nach einem packenden Finale mit sechs Sekunden Vorsprung auf Alaphilippe (Quick-Step Floors), Sieger der Alpen-Etappe von Le Grand-Bornand, durch.

Mega-Gruppe mit Monster-Vorsprung

Auf halbem Weg zwischen den Alpen und den Pyrenäen, in denen ab Dienstag die Tour in die heiße Phase geht, hielten die Favoriten lange die Beine still. Stattdessen versuchte auf dem dafür hervorragend geeigneten Terrain an den Cols der wildromantischen Ardeche eine ursprünglich stolze 32 Fahrer zählende Fluchtgruppe ihr Glück.
Zu den Ausreißern, deren Spitze über 20 Minuten Vorsprung vor dem lange bummelnden Feld herausfuhr, gehörte neben Weltmeister Peter Sagan (Slowakei/Bora-hansgrohe) auch Geschke. Der Berliner, wichtigster Helfer in den Bergen von Sunweb-Kapitän Dumoulin und nun als 22. im Gesamtklassement bester Deutscher, fährt eine glänzende Tour.
An der vorletzten Bergwertung zerfiel die Gruppe, der Belgier Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) setzte sich ab. Geschke hielt sich unter den ersten Verfolgern, die mit rund anderthalb Minuten Rückstand auf Stuyven in den letzten Berg hineinjagten - kurz vor der Ein-Kilometer-Marke war Stuyven gestellt.

"Kleiner Mont Ventoux" wartet

Beim Finale in Mende, wo es bei den vergangenen Besuchen der Tour zu packenden Auseinandersetzungen zwischen Miguel Indurain, Marco Pantani und Laurent Jalabert (1995), Lance Armstrong und Jan Ullrich (2005) oder Alberto Contador und Andy Schleck (2010) gekommen war, belauerten sich weit nach Geschke, Fraile und Co. die Favoriten, aus dem Top-Trio Thomas-Froome-Dumoulin konnte sich keiner absetzen.
Vor dem zweiten Ruhetag steht bei der Tour auf der 15. Etappe am Sonntag wieder eine Etappe mit einigen Bergwertungen an, darunter dem "kleinen Mont Ventoux" auf dem Weg nach Carcassonne.
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