Brailsford gab zudem weitere Details zum Unfallhergang bekannt. Wie der Teamchef im Gespräch bei der "BBC" erklärte, sei der viermalige Sieger der Tour de France, Froome, am Mittwoch beim Zeitfahr-Training im Rahmen des Critérium du Dauphiné in Frankreich mit 54 km/h gegen eine Hauswand geprallt. Dies habe die Auswertung der Computerdaten ergeben.

"Er kam eine technisch anspruchsvolle Abfahrt herab in Richtung eines geraderen Straßenstücks mit Häusern auf beiden Seiten", sagte Brailsford. Dann habe Froome seinem Teamkollegen Wout Poels signalisiert, dass er sich die Nase putzen wolle. Brailsford weiter:

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Um dies zu tun, hat er eine Hand vom Lenker genommen. In dem Moment hat eine Windböe sein Vorderrad erfasst, er hat die Kontrolle verloren und ist geradewegs in eine Hauswand hinein.

Froome mit schweren Verletzungen

Froome zog sich neben der Verletzung am rechten Oberschenkel auch einen Bruch des rechten Ellbogens und mehrerer Rippen zu. Nach dem Unfall wurde Froome per Helikopter ins Krankenhaus gebracht und befand sich dort zunächst auf der Intensivstation. Den Start bei der am 6. Juli beginnenden Tour de France und damit den Angriff auf seinen fünften Gesamtsieg wird er damit verpassen.

Zunächst hatte sein Team den Vorfall auf seinen Social-Media-Kanälen bestätigt, machte aber noch keine genaueren Angaben zur Verletzung. Das Gerücht, er habe sich das Bein gebrochen, ging aber in Roanne schnell umher - ebenso wie eines über einen Beckenbruch.

Auch Tour-Direktor Christian Prudhomme zeigte sich betroffen: "Wir hoffen, dass es ihm schnell wieder besser geht", sagte der Franzose:

Ohne ihn wird es nicht dasselbe sein. Chris Froome war seit 2013 eine zentrale Figur der Tour.

Geraint Thomas wohl Kapitän

Einen Sturz bei der Streckenbesichtigung eines Einzelzeitfahrens hatte Froome bereits im Mai 2018 erlitten, als er in Jerusalem wenige Stunden vor dem Auftaktzeitfahren des Giro d'Italia zu Fall kam. Froome litt anschließend während der ersten Rundfahrthälfte unter den Folgen des Sturzes, gewann den Giro letztendlich aber trotzdem.

Chris Froome beim Critérium du Dauphiné

Fotocredit: Getty Images

Im Juli wollte Froome gerne zum fünften Mal in seiner Karriere die Frankreich-Rundfahrt gewinnen.

Erst am Dienstag hatte Brailsford am Rande des Critérium du Dauphiné angedeutet, dass Froome der Kapitän von Ineos sei: "Wir werden alles tun, was wir können, um Chris dabei zu unterstützen, eine fünfte Tour zu gewinnen, um seinen Platz in der Geschichte zu zementieren und ihn den exklusiven Club der Fünffachsieger beitreten zu lassen", so Brailsford da.

Nun dürfte die Kapitänsrolle wohl doch Titelverteidiger Geraint Thomas zufallen, der mit dem Kolumbianer Egan Bernal aber noch einen weiteren Mit-Favoriten an seiner Seite hat.

(SID)

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