Tour de France: Kolumbianer fordern Slowenen heraus

Vorne zwei Slowenen, dann vier Kolumbianer im Gesamtklassement: Die Tour de France 2020 wird zum "Länderspiel" zweier aufstrebender Radsport-Nationen. "Vier Kolumbianer unter den besten Sechs - das ist ein großer Moment für unser Land", sagte Daniel Martinez. Er gehört zwar nicht zu diesem Quartett, bescherte Kolumbien aber auf der Bergetappe im Zentralmassiv einen famosen Etappensieg als Bonus.

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Primoz Roglic (Jumbo-Visma), der als Spitzenreiter vor seinem zweitplatzierten jungen Landsmann Tadej Pogacar (UAE) das "Team Slovenia" anführt, zeigte sich vor den anstehenden Alpen-Etappen zuversichtlich im Hinblick auf das südamerikanisch-europäische Duell. "Das war gut heute", sagte er, nachdem er Titelverteidiger Egan Bernal am Schlussanstieg abgehängt hatte: "Jede Sekunde zählt."
Etappensieger Martinez wähnt seine Kolumbianer auf den Plätzen drei bis sechs - Bernal (Ineos), seinen EF-Teamkollegen Rigoberto Uran, Nairo Quintana (Arkea-Samsic) und Miguel Angel Lopez (Astana) - nicht chancenlos im Kampf um den Toursieg. "Jeder hat das Zeug dazu, um Gelb zu fahren", sagte er, was aber besonders für seinen Kapitän Uran gelte: "Er ist stark drauf, wir unterstützen Rigo voll und ganz."
Allerdings gelang den Slowenen am Puy Mary en klarer Punktsieg, sie hängten alle Rivalen ab. An den längeren Anstiegen der nächsten Tage, und in der Höhe der Alpen, könnten die Karten neu gemischt werden. Eine konzertierte Aktion der Kolumbianer ist aber (noch) unwahrscheinlich - zuallererst fährt jeder für sein Team und seine eigene Platzierung auf dem Podium.
In einem Punkt hat Kolumbien aber die Nase vorne: Die Anden-Nation stellte mit Bernal im Vorjahr schon einmal den Toursieger, Roglic oder Pogacar wären der erste Slowene auf dem Thron.
(SID)
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