Tour de France: Spektakel um die Krone - Sloweniens Duo gegen Ineos-Dreier

Titelverteidiger Tadej Pogačar, der unglückliche Vorjahres-Vize Primož Roglič oder einer aus dem bockstarken Ineos-Team? Der Kampf um das Gelbe Trikot der Tour de France verspricht Höchstspannung. Als unmittelbare Tour-Vorbereitung hatte Primož Roglič ganz genau bei den Fußballern und deren EM hingeschaut. Zur Pressekonferenz fand sich der Mitfavorit mit einer Dose Bier im Gepäck ein.

Primoz Roglic (l.) und Tadej Pogacar Arm in Arm auf der Schlussetappe der Tour de France 2020

Fotocredit: Getty Images

Den Sponsor dürfte es gefreut haben, sportlich bleibt aber das weitaus wichtigere Thema: Kann Roglič diesmal seinen Kumpel, Rivalen und Landsmann Tadej Pogačar im Duell um das Gelbe Trikot knacken? "Mal sehen. Ich habe mich so gut vorbereitet wie nur möglich", sagte Vorjahreszweite und hielt sich so bedeckt wie in der Trainings-Klausur der vergangenen Wochen.
Die bittere Niederlage vor neun Monaten hat an Roglič genagt, obwohl er versichert, dass da "nichts zurückgeblieben" sei. Doch jenes denkwürdige Bergzeitfahren an der Planche des Belles Filles am vorletzten Tour-Tag 2020, als der hohe Favorit mit 57 Sekunden Vorsprung auf Pogačar in Gelb losfuhr und mit 59 Sekunden Rückstand auf den damit zweitjüngsten Toursieger der Geschichte wie ein geprügelter Hund ins Ziel kam, schmerzt noch heute.
"Wir haben vom vergangenen Jahr gelernt", sagte Grischa Niermann, deutscher Sportdirektor in Rogličs Jumbo-Visma-Team am Donnerstag: "Wir waren damals im Rennen sehr dominant und haben nicht gewonnen. Da werden wir sicher taktisch etwas anders machen."
Anders machte zumindest Roglič einiges. Der Vuelta-Sieger hat seit Ende April kein Rennen bestritten und stattdessen vornehmlich in der Höhe trainiert. Tadej Pogačar hingegen fuhr noch zwei Wochen vor der Tour die Slowenien-Rundfahrt, gewann Gesamt- und Bergwertung.
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Pogacar auf Kurs zum zweiten Tour-Triumph? Der Favorit im Formcheck

Quelle: Eurosport

Tour: Pogačar zeigt sich selbstbewusst

Während hinter der Form des Herausforderers Roglič also Fragezeichen stehen ("Ich fühle mich gut, aber man wird es erst im Rennen sehen"), scheint die des Champions herausragend zu sein. "Ich habe volles Vertrauen in mich und mein Team", ließ der 22 Jahre alte Pogačar in einer dürren Mitteilung seines UAE-Teams wissen, das seinen Wunderknaben medial ansonsten weitgehend unter Verschluss hielt.
Aus dem slowenischen Duell zumindest einen Dreikampf machen will das Team Ineos Grenadiers. Die frühere Sky-Mannschaft, mit sieben Toursiegen zwischen 2012 und 2019 unumstrittener Branchenführer, plant die Rückkehr auf den Thron und bietet daher eine Equipe von irrwitziger Stärke auf. Die Kapitänsrolle ist für Geraint Thomas vorgesehen, den 35 Jahre alten Champion von 2018, sie könnte aber auch nach der eklig schweren ersten Tour-Woche beim zuletzt formidablen Ecuadorianer Richard Carapaz (Giro-Sieger 2019) oder dem Briten Tao Geoghegan Hart (Giro-Sieger 2020) liegen.
"Kommunikation wird der Schlüssel sein. Wir haben vier starke Jungs, die aber alle haben kein übermäßiges Ego haben", sagte der 35 Jahre alte Waliser Thomas am Donnerstag in Brest: "Wenn wir zu viert nach der ersten Woche vorne dabei sind, ist das eine super Position. Aber wir kennen die Tour - das wird wahrscheinlich nicht passieren."
Doch alle Spekulationen und Planungen können beim mitunter unkalkulierbaren Drei-Wochen-Abenteuer schnell hinfällig werden. Das weiß auch Tony Martin, der nach dem Unhappy-End des Vorjahres diesmal Roglič als Jumbos Road Captain zum Sieg führen soll. "Es war ein Ausrufezeichen letztes Jahr, dass man sich einer Sache bis zum letzten Tag einfach nicht zu sicher sein darf", sagte Martin dem SID: "Das war uns eine ganz große Lehre."
(SID)
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Quelle: Eurosport

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