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Tour de France 2022: Keine Einladung zum Auftakt in Kopenhagen für dänischen Toursieger Bjarne Riis
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Publiziert 01/07/2022 um 13:07 GMT+2 Uhr
Ganz Dänemark feiert mit dem Tour-Auftakt ein Radsportfest. Nur Bjarne Riis - der einzige dänische Gesamtsieger - ist nicht eingeladen. Laut Renndirektor Christian Prudhomme habe diese Entscheidung nichts mit seiner dunklen Vergangenheit zu tun. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Dopingvergehen aus seiner aktiven Zeit ein schlechtes Licht auf die bunte Radsportparty werfen würde.
Kopenhagen feiert beim Grand Depart der Tour de France eine große Radsport-Party. Bjarne Riis, Dänemarks einziger Tour-Sieger, ist nicht eingeladen.
Fotocredit: Getty Images
Das Spektakel des Grand Depart der Tour de France hob das Velo-Fieber im radverrückten Kopenhagen auf ein neues Level. Der Radhuspladsen ist in Gelb geschmückt, am zentralen Platz Kongens Nytorv herrscht beim offiziellen Fanfest reges Treiben, und selbst die Sonnenblumen vor der Kleinen Meerjungfrau wirken dieser Tage wie eine Grußbotschaft an die Große Schleife.
Kopenhagen zelebriert die Frankreich-Rundfahrt - nur der einzige dänische Gesamtsieger darf nicht mitfeiern. Bjarne Riis, der "Adler von Herning", ist nicht eingeladen. "Das tut weh", sagte der 58-Jährige: "Ich hatte darauf gehofft. Aber so ist das Leben eben.
"So ist das Leben eben." Offiziell hat Riis' Fernbleiben nichts mit der Vergangenheit des Tour-Champions von 1996 zu tun - sagt zumindest Renndirektor Christian Prudhomme. Er würde Riis schon die Hand schütteln, auch wenn dessen Treiben "nicht so gut und schön" gewesen sei. Dass man ein buntes und lockeres Radsportfest, bei dem Dänemarks Jungstar Jonas Vingegaard um den Tour-Sieg kämpfen will, nicht mit Riis' dunklen Schatten belasten wollte, dürfte dennoch genauso ein Teil der Wahrheit sein.
Der dänische Radsport leidet noch immer unter seinen Taten. Zahlreiche starke Fahrer hatte man in der Doping-Ära der 1990er Jahre hervorgebracht. Rolf Sörensen, Jesper Skibby, Bo Hamburger - sie alle gehörten zur Weltspitze. An Riis reichte keiner von ihnen heran.
Riis mit Dopingvergangenheit
1996, als Telekom-Kapitän, gewann er auch mit der Hilfe von Jan Ullrich die Tour de France. Er war randvoll gedopt, wie er später öffentlich beichtete. Wegen seines zeitweise extrem hohen Hämatokritwerts mit dem Beinamen "Monsieur 60 Prozent". 1997 verlor Riis die Tour an Ullrich.
Drei Jahre später folgte das Karriereende. Die Zweifel an seiner Integrität blieben. Riis baute das Team CSC (später Saxo Bank) auf, für das unter anderem Jens Voigt fuhr. Riis soll von Dopingvergehen in seinem Team gewusst, diese stillschweigend geduldet und zum Teil angeordnet haben. Zu diesem Schluss waren 2015 zumindest die dänische Anti-Doping-Agentur ADD sowie Dänemarks Sportverband DIF gekommen. "Ich bereue es zutiefst. Ich habe als Führungsperson versagt", bekannte Riis damals.
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Jan Ullrichs Botschaft an Fans und Fahrer zum Tour-Start
Quelle: Eurosport
Riis: "Habe Lust, etwas anderes anzufangen"
Den Radsport hat er vor zwei Jahren verlassen, zuletzt war er als Manager des südafrikanischen Profi-Radrennstalls NTT Pro Cycling tätig. Als Anführer sieht sich Riis noch immer."Ich mag es immer noch, eine Führungsperson in einem Projekt zu sein. Es hat mich in meinem Leben immer interessiert, Menschen dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten", sagte Riis, der in der Schweiz lebt, der französischen Tageszeitung "Ouest France".
Zum Radsport zieht es ihn nicht zwingend zurück. Vielleicht, wenn sich eine Option ergibt, aber "ich habe Lust, etwas anderes mit meinem Leben anzufangen." Bei den Tour-Veranstaltern und den Planern des Grand Depart in Kopenhagen ist man darüber nicht unglücklich.
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(SID)
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