Jonas Vingegaard hatte mit seinem Solo-Sieg in Hautacam dänische Radsportgeschichte wiederholt: Denn 26 Jahre vor ihm, kam auch Bjarne Riis dort in Gelb als Erster an.
Das aber war weniger Vingegaards Motivation zum großen Triumph, als ein Versprechen, dass er am Morgen seiner Freundin und seiner Tochter gemacht hatte.
Während der Däne in Gelb jubelte, gab sich Titelverteidiger Tadej Pogacar am letzten Tag in den Pyrenäen endgültig geschlagen und erkannte seine Niederlage an.
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UPDATE 20/09/2022 UM 13:13 UHR
Und auch Simon Geschke fand nach dem schmerzhaften Verlust seiner Führung in der Bergwertung noch Worte.

Episches Duell - und respektvoll: Vingegaard vs. Pogacar in der Analyse

Hier sind die Reaktionen der Protagonisten auf Etappe 18:
Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma / Etappensieger und Gelbes Trikot / Bergtrikot): "Heute Morgen habe ich zu meiner Freundin und meiner Tochter gesagt, dass ich für sie heute gewinnen wollte. Das ist mir geglückt, deshalb bin ich sehr, sehr glücklich und stolz. Der Sieg ist für meine zwei Mädels daheim. Am Ende war ich einfach nur froh, dass die Etappe geschafft war. Es war unglaublich schwer. Ich möchte mich heute bei allen Teamkollegen bedanken. Am Ende hängt Wout Van Aert noch Pogacar ab, Sepp Kuss war unglaublich, einfach jeder war unglaublich. Vom Gesamtsieg will ich aber noch nicht sprechen, es kommen noch zwei Tage, über den Gesamtsieg können wir also in zwei Tagen sprechen."
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates / Gesamtzweiter / Weißes Trikot): “Es war nicht schlecht heute. Ich habe alles gegeben. Ich habe nicht an den Etappensieg gedacht, sondern an das Gelbe Trikot. Ich habe am vorletzten Anstieg alles gegeben, bin dann aber auf der Abfahrt gestürzt. Auch am Schlussanstieg habe ich noch einmal alles gegeben, aber mehr als Rang zwei war heute nicht drin. Ich weiß nicht, wie sehr der Sturz mich geschwächt hat. Aber natürlich ist es nie schön, zu stürzen. Ich habe viel riskiert und bin gestürzt, das war mein Fehler. Auch wenn noch ein paar Etappen zu fahren sind, denke ich, dass ich heute die Tour verloren habe. Aber natürlich werde ich bis Paris weiter alles geben."

Großes Fair Play! Pogacar stürzt in der Abfahrt - Vingegaard wartet

Geraint Thomas (Ineos Grenadiers / Gesamtdritter): "Wir hatten viel Rückenwind, kaum Tage mit Gegenwind. Aber vor allem war es schnell wegen dem Kampf um die Spitzengruppen. Es gab nur zwei Massensprints in Frankreich, das ist verrückt. Ich will es nicht verschreien, bin aber jetzt in einer guten Position, um aufs Podium zu kommen."
Simon Geschke (Cofidis): “Es wäre schön gewesen, das Trikot zu verteidigen - super schade. Aber das Bergtrikot ist für den besten Bergfahrer der Tour und der hat es jetzt. Ich hätte am Aubisque punkten müssen, das wäre meine Ziellinie gewesen. Aber es hat nicht sollen sein. Hätte ich die Beine gehabt, hätte ich am Berg noch zur Gruppe vorspringen können, aber heute war einfach nicht mehr so viel im Tank, wie nötig gewesen wäre. Das Trikot jetzt stellvertretend bis nach Paris tragen zu müssen, ist kein schönes Gefühl."
Aleksandr Vlasov (Bora – hansgrohe / Gesamtsiebter): “Ich fühle mich nach meinem Crash jetzt viel besser und habe mich mehr oder weniger davon erholt. Mit Vingegaard und Pogacar konnte ich nicht mithalten, sie fahren auf einem anderen Level, aber mit den anderen Jungs schon. Aber ich bin froh, dass ich wieder auf meinem alten Niveau bin."
Grischa Niermann (Sportdirektor Jumbo – Visma): “Wir hatten keine Angst. Wir wussten, dass Jonas richtig gut drauf ist und wollten entsprechend nochmal Zeit rausfahren. Das hat geklappt. Es war eine interessante Etappe und man konnte sich nie seiner Sache sicher sein. Wir wussten, dass Pogacar es mehrmals mit Attacken probieren würde. Es war aber eine super Teamleistung und Jonas hat es dann perfekt abgeschlossen. Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Wir wurden häufig dafür kritisiert, dass wir uns auf Gelb und Grün konzentrieren wollten. Aber wenn man einen Fahrer wie Wout Van Aert im Team hat, dann kann man ihm nicht sagen, dass er nur für die Teamkollegen fahren soll und nicht eigenen Ambitionen nachgehen darf. Aber wenn man ihn dann sieht, wie er da im Grünen Trikot fährt, was für ein toller Teamkollege er ist, dann ist das unglaublich. Ein Fahrer wie Van Aert ist einmalig. Wir waren zuversichtlich, dass Jonas an den längeren Anstiegen der bessere Kletterer ist, dass er der beste Kletterer der Welt ist. Und das hat er heute wieder gezeigt."

Moment der Entscheidung: Van Aert und Vingegaard hängen Pogacar ab

Mauro Gianetti (Teamchef UAE Team Emirates): “Ich bin stolz auf Tadej und das Team. Er hätte heute auch auf ein anderes Trikot gehen können. Aber er hat attackiert, attackiert und einfach Druck auf Vingegaard ausgeübt. Wir hatten diese Tour einfach ein paar Probleme zu viel im Team mit den ganzen Ausfällen. Tadej hat aber einfach nicht aufgegeben, er hat es immer weiter probiert. Heute haben Tadej, Vingegaard und Van Aert eine unglaubliche Show geliefert. Was Vingegaard heute gezeigt hat, war außergewöhnlich – darüber hinaus ist er noch ein großer Sportsmann."
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