Wenn die Tour de France am Freitag nach knapp zwei Jahren wieder auf der Planche des Belles Filles Halt macht, ist es für Tadej Pogacar eine ganz besondere Rückkehr.
Der 23-Jährige, inzwischen zweifacher Tour-Sieger und Topfavorit, feierte hier den ersten großen Triumph seiner schon jetzt großen Karriere. Fast zwei Minuten hatte der Slowene seinem Landsmann Primoz Roglic im Zeitfahren abgenommen - und ihm damit den Tour-Sieg 2020 auf den letzten Metern doch noch entrissen.
"Ich habe geglaubt, ich träume. Es hat sich angefühlt, als würde mein Kopf explodieren", sagte Pogacar im Rückblick. Wenige Minuten später schlüpfte der damals 21-Jährige erstmals ins Gelbe Trikot - tags darauf ließ er sich auf der Triumphfahrt nach Paris als Tour-Sieger feiern.
Tour de France
Roglic kugelt sich Schulter aus - und benutzt Fan-Stuhl zum Einrenken
UPDATE 07/07/2022 UM 09:08 UHR
Es war ein episches slowenisches Duell gewesen an diesem Spätsommertag in den südlichen Vogesen. Nun kehrt der Tour-Tross also dorthin zurück - unter anderen Vorzeichen.

Erste Bergankunft der Tour

Anders als im Jahr 2020 ist der sieben Kilometer lange Anstieg auf die "Planke der schönen Mädchen" diesmal nicht die letzte, sondern die erste Bergankunft bei der Frankreich-Rundfahrt. Zudem wird sie nicht als Zeitfahren bestritten. Und zuletzt ist Tadej Pogacar inzwischen vom Herausforderer zum Dominator der Tour geworden.
Nach seinem ungefährdeten Gesamtsieg im vergangenen Jahr wird das 23 Jahre alte Ausnahmetalent bislang auch 2022 seiner Topfavoriten-Rolle gerecht. Bei der von Kopfsteinpflasterpassagen geprägten fünften Etappe von Lille nach Arenberg fuhr er dominant und distanzierte bereits einige Konkurrenten.
"Es war ein wirklich guter Tag für uns, auch wenn es sehr hart gewesen ist", sagte ein zufriedener Pogacar. Roglic dagegen musste im Kampf um seinen ersten Toursieg bereits einen herben Rückschlag einstecken, als er auf der fünften Etappe schwer stürzte.
Der 32-Jährige setzte sich auf den Stuhl eines Zuschauers, renkte sich die ausgekugelte Schulter selbst wieder ein, quälte sich weiter und verlor doch über zwei Minuten auf Pogacar. Dessen größter Konkurrent dürfte deshalb nun nicht mehr der eigene Landsmann sein, sondern Roglics Teamkollege bei Jumbo-Visma.

Vingegaard jetzt Nummer 1 bei Team Jumbo-Visma

Jonas Vingegaard ist im enorm stark besetzten niederländischen Rennstall der wohl aussichtsreichste Gelb-Kandidat. "Ich brenne darauf, es noch besser zu machen als im vergangenen Jahr", hatte der Däne vor Beginn der Tour gesagt.
Das Kopfsteinpflaster-Chaos überstand der Überraschungszweite des Vorjahres weitgehend unbeschadet - kam nur 13 Sekunden nach UAE-Fahrer Pogacar ins Ziel.
Ob aus dem Duell Pogacar-Roglic das Duell Pogacar-Vingegaard wird - das könnte schon die Planche des Belles Filles zeigen.
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(SID)

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