Tour de France 2022 - Pogacar gewinnt episches Duell, aber Vingegaard hält Gelb

Tadej Pogacar hat auf der vorletzten Bergetappe der Tour de France alles in die Waagschale geworfen, den Dänen Jonas Vingegaard aber nicht in Gefahr bringen können. Der Slowene gewann das 17. Teilstück über 129 Kilometer und vier schwere Pyrenäen-Anstiege in Peyragudes zwar, der Mann im Gelben Trikot aber klebte direkt an seinem Hinterrad und büßte somit nur vier Sekunden Zeitgutschrift ein.

Berg-Showdown um Gelb: Pogacar schlägt Vingegard auf letzten Metern

Quelle: Eurosport

Der Freiburger Simon Geschke (Cofidis) behauptete einen weiteren Tag sein Bergtrikot, indem er am ersten Pass des Tages, dem Col d'Aspin, als Dritter über die Kuppe kam und sechs weitere Punkte einheimste.
Er hat trotzdem nur noch zwölf Zähler Vorsprung auf Vingegaard und 18 auf Pogacar, die nun seine ärgsten Verfolger in der Bergwertung sind.
Pogacar und Vingegaard hatten gemeinsam mit Pogacars Edelhelfer Brandon McNulty bereits am vorletzten Berg des Tages, dem Col de Val Louron-Azet, alle Kontrahenten abgeschüttelt und bereiteten sich so auf ein Duell im Schlussanstieg vor.
Dort aber blieben Attacken von beiden aus. McNulty fuhr so stark von vorne, dass das Trio bis zur 18 Prozent steilen Schlussrampe auf den letzten 300 Metern beisammen blieb, wo sich Pogacar dann knapp vor dem Dänen durchsetzte.
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Highlights: Nadelstich im Kampf um Gelb - Geschke verteidigt Bergtrikot

Quelle: Eurosport

"Wir sind nur noch zu viert, aber wie das Team gefahren ist und ich dann die Etappe gewinne, das ist unglaublich. Wir können alle stolz auf uns sein", jubelte Pogacar in Peyragudes. "Ohne Rafal Majka, George Bennett, Marc Soler und Vegard Stake Laengen können wir nicht mehr probieren als heute. Jetzt bin ich erstmal glücklich, heute gewonnen zu haben. Morgen gibt es dann eine neue Chance."
Am Morgen vor der Etappe hatte das UAE Team Emirates nach dem Verlust von George Bennett und Vegard Stake Laengen am Ende der ersten Tour-Woche durch Corona und von Marc Soler am Dienstag durch Krankheit auch noch Rafal Majka verloren. Der Pole musste wegen einer Muskelverletzung im Bein vor der 17 Etappe aufgeben.
Trotzdem aber drückte Pogacars Team der vorletzten Bergetappe ihren Stempel auf, indem Mikkel Bjerg und Brandon McNulty mit hohem Tempo das Hauptfeld schon früh in Stücke rissen.

Thomas souverän Gesamtdritter, Bardet macht Boden gut

"Im Finale habe ich alles rausgehauen, ich habe alles für das Team gegeben. Ich war so glücklich, dass es für den Sieg gereicht hat. Nicht nur Brandon McNulty war heute beeindruckend, auch Mikkel Bjerg und Marc Hirschi. Mikkel hat ein solches Tempo am Berg angeschlagen, wie es sonst nur Kletterer können. Wirklich unglaublich", schwärmte Pogacar.
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'To take the stage win is incredible' - Pogacar reflects on Stage 17 victory

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2:07 Minuten hinter ihm kam der Gesamtdritte Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) als Etappenvierter ins Ziel. Alexey Lutsenko (Astana Qazaqstan), der in der Ausreißergruppe des Tages gesessen hatte, wurde mit 2:34 Minuten Rückstand Fünfter.
Vier Sekunden nach dem Kasachen kam Romain Bardet (Team DSM) an. Der Franzose revanchierte sich für seinen schwarzen Tag auf der 16. Etappe und kletterte nach seinem Absturz auf Gesamtrang neun wieder drei Ränge auf Platz sechs hinauf.
Zu Etappenbeginn dauerte es über 50 flache Kilometer hinweg lange, bis sich eine größere Ausreißergruppe wirklich vom Feld lösen konnte. Über den Col d'Aspin hinweg führten Thibaut Pinot und Alexey Lutsenko zu zweit vor einer 15-köpfigen Gruppe, die Geschke anführte. Doch das Hauptfeld lag unter dem Tempodiktat von Jumbo - Visma nie weit zurück.

So lief die Etappe: Ausreißer nie weit weg

Pinot und Lutsenko blieben auch an der Hourquette d'Ancizan vor der Geschke-Gruppe, in der der Deutsche aber kurz vor der Bergwertung Pech hatte: Ein Defekt stoppte ihn und er konnte nicht um die zwei noch zu vergebenen Bergpunkte sprinten.
Am dritten Anstieg hinauf zum Col de Val Louron-Azet dann machte UAE Team Emirates ernst und zerpflückte das Hauptfeld, bis oben kurz vor der Bergwertung nur noch Pogacar und Vingegaard am Hinterrad von McNulty saßen. Pogacar attackierte über die Kuppe, konnte aber Vingegaard nicht abschütteln und so ging es auch zu dritt in die Schlusssteigung, wo es schließlich zum Sprintduell zwischen den beiden Überfliegern kam.
Zu einem Krimi kam es auch mehr als eine halbe Stunde nach dem Zweikampf von Pogacar und Vingegaard noch einmal. Denn kurz bevor das auf 37:03 Minuten Rückstand festgelegte Zeitlimit heruntertickte, kletterte Sprint-Ass Fabio Jakobsen die Schlussrampe hinauf - und schaffte es, um 15 Sekunden gerade noch rechtzeitig über die Linie.
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Watch as exhausted Jakobsen gets special support from team in emotional finish

Quelle: Eurosport

Am Donnerstag wartet zwischen Lourdes und Hautacam mit der 18. Etappe das letzte Teilstück dieser 109. Tour de France, das durch die Berge führt - mit einer Ehrenkategorie-Bergankunft.
"Ich bin immer noch optimistisch, dass ich die Tour gewinnen kann. Morgen wird ein noch härterer Tag, da werden wir es wieder probieren", versprach Pogacar schon mal weitere Angriffe auf Gelb.
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Tour de France Stage 18 profile and route map: Lourdes – Hautacam

Quelle: Eurosport

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