Tour de France: Zuschauer bringt Kuss zu Fall und löst Massensturz aus - Jens Voigt reagiert mit flammendem Appell

Einen Tag nach dem Massensturz auf der 14. Etappe hat ein unachtsamer Zuschauer bei der Tour de France den nächsten heftigen Massensturz ausgelöst. Auf der 15. Etappe der Frankreich-Rundfahrt kamen am Sonntag einige Fahrer im Peloton zu Fall, nachdem Sepp Kuss am Arm eines Fans am Streckenrand hängen geblieben war. Eurosport-Experte Jens Voigt sendete daraufhin einen flammenden Appell hinaus.

Nächster Sturz-Schock: Zuschauer löst schweren Massencrash aus

Quelle: Eurosport

Neben Kuss, Edelhelfer des Gesamtführenden Jonas Vingegaard, stürzten knapp 130 Kilometer vor dem Ziel in Saint-Gervais Mont-Blanc unter anderem Jumbo-Visma-Teamkollege Nathan van Hooydonck und Sprinter Biniam Girmay (Intermarché-Circus-Wanty). Beide konnten das Rennen aber zunächst fortsetzen. Anders als beim 14. Teilstück am Vortag wurde die Etappe am Sonntag nicht neutralisiert.
"Ist das nötig? Da standen sogar Absperrgitter und trotzdem hört es nicht auf", ärgerte sich Eurosport-Experte Bernhard Eisel live im TV über den Unfall. Auch in den Tagen zuvor hatten Fans immer wieder ins Rennen eingegriffen.
Eurosport-Experte Jens Voigt, der das Rennen auf dem Begleitmotorrad verfolgte, reagierte ebenfalls verärgert.
"Das war ein weiterer Unfall, der dadurch ausgelöst wurde, dass ein Zuschauer nicht aufgepasst hat", sagte er und wandte sich an die Menschen entlang der Straße: "Liebe Zuschauer: Jeder Quadratzentimeter der Strecke ist das Büro der Fahrer. Kommen Sie nicht in ihr Büro! Sie wollen auch nicht, dass wir in Ihr Büro zuhause kommen."
picture

Fehlender Respekt vor den Fahrern: Experten üben Kritik an Fans

Quelle: Eurosport

Voigt fordert: "Die Fahrer sind das Spektakel"

Voigt, der schon am Vortag den "schrecklichen" Crash aus nächster Nähe verfolgt hatte, forderte mehr Achtsamkeit für die Sportler.
"Respektieren Sie die Fahrer und genießen Sie das Spektakel. Aber versuchen Sie nicht, Teil des Spektakels zu sein", sagte der 51-Jährige: "Die Fahrer sind das Spektakel, sie sind die Show. Sie sind die Zuschauer. Bitte treten Sie nicht auf die Strecke, nicht einmal ein kleines bisschen. Lassen Sie die Strecke den Fahrern!"
Auch im "Velo Club" nach der Etappe fanden die Experten deutliche Worte. "Der Respekt war heute einfach nicht da. Das ist eine Situation, die einfach nicht passieren darf", sagte Robert Bengsch im Anschluss an das 15. Teilstück, das der Niederländer Wout Poels gewann.
picture

Neutralisation nach Massensturz: "Die Sicherheit geht vor"

Quelle: Eurosport

Eisel hofft auf Aufklärung

In den Augen von Eisel hilft nur "weitere Aufklärung" dabei, solche Bilder in Zukunft zu vermeiden. "Ich kann den Zuschauern nur empfehlen, vielleicht eine erhöhte Position zu finden und die Fahrer von dort anzufeuern", sagte der 42-Jährige.
Ohnehin bemängelte er wie Voigt und Bengsch den fehlenden Respekt vor den Fahrern. "Es animiert keinen Sportler, wenn man über hundert Meter neben Jonas Vingegaard oder Tadej Pogacar herläuft und sie anspuckt, während man sie anschreit. Es bedroht einen Sportler eher, wenn ich auf ihn zulaufe und nur einen Meter entfernt bin", machte Eisel in der Eurosport-Show klar.
Es bleibt zu hoffen, dass die Zuschauer den Appell der Experten ernst nehmen.
(mit SID)
picture

Ausgebremst! Motorrad kommt Pogacar bei Angriff in die Quere

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung