Tour de France, Sprinter-Ranking: McEwen analysiert Cavendish, Ewan, Jakobsen, Groenewegen, Pedersen, Philipsen
Topsprinter im Großpack sind bei der Tour de France 2023 am Start - doch wer ist der beste aus dem Kreis der schnellen Männer? Eurosport-Experte Robbie McEwen hat die Stars der Szene für sein Ranking analysiert - der Australier gewann selbst jeweils zwölf Etappen bei Tour de France und Giro d'Italia sowie drei Mal das Grüne Trikot der Frankreich-Rundfahrt und insgesamt über 100 Rennen.
Cavendish im Fokus: Experten-Analyse zu seinen Siegchancen
Quelle: Eurosport
Jasper Philipsen ist meine Nummer 1. Er wird nicht jedes Mal der Schnellste sein, aber er wird öfter als die anderen vorne sein. Ich traue ihm zwei oder drei Etappensiege zu. Seine Ausdauer und Regenerationsfähigkeit lassen mich ihn auf Position 1 setzen. Er wird nach zwei Wochen noch so frisch wie am dritten Tour-Tag sein und dürfte recht problemlos durch die Bergetappen kommen, die Karenzzeit sollte für ihn kein Hindernis werden.
Er wird natürlich auch schwere Tage haben, aber ich denke, für andere Sprinter werden sie noch schwerer sein. Er sollte am Ende der Tour noch ziemlich gute Form haben, während andere da schon auf allen vieren unterwegs sein werden.
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Sprintstar Philipsen: "Bin ein schlechter Verlierer"
Quelle: Eurosport
Fabio Jakobsen folgt auf Position 2, auch wenn es eine knappe Entscheidung zwischen ihm und Philipsen ist. Aber je länger die Tour geht, desto mehr wird sich das beim Europameister bemerkbar machen. Jakobsen wird in den ersten Sprints richtig gut sein, aber er dürfte dann auch schneller müde werden mit der Anzahl der Kilometer. Ich habe ihn so hoch in meinem Ranking, weil er mit Michael Morkov den besten Anfahrer hat, vom Hinterrad des Dänen in den Sprint zu starten ist ein extremer Vorteil
Dylan Groenewegen ist meine Nr. 3 im Ranking der Sprinter. Beim puren Speed ist er der Schnellste, die Herausforderung für sein Team wird sein, ihn im richtigen Moment an die richtige Position zu bringen. Denn das ist seine Schwäche, manchmal verliert er das Hinterrad seiner Teamkollegen - während er bei der reinen Power niemand fürchten muss.
Caleb Ewan, mein australischer Landsmann, ist Platz 4: Für ihn wäre ein Etappensieg wirklich wichtig nach einer bisherigen Saison. Er war ein paar Mal ganz nah dran, hatte viel Pech und dazu noch ein paar üble Stürze. Aber er hat noch immer die Beine, um bei der Tour eine Etappe zu gewinnen.
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Crash von Ewan und Philipsen vorm Sprint auf der 2. Etappe
Quelle: Eurosport
Mads Pedersen muss sich mit Rang 5 begnügen. Ich sehe ihn immer Spitzenplätze einfahren, aber keine Etappe gewinnen. Er kommt gut über die Anstiege und hat damit auch Chancen an Tagen, wo andere Sprinter abgehängt oder ihre Kräfte vor dem Sprint verlieren werden. Aber da muss er sich dann mit Fahren wie Wout Van Aert auseinandersetzen, das wird sehr schwer.
Mark Cavendish ist Sechster im Ranking. Ich gebe ihm nur eine Chance von 1 Prozent, eine Etappe bei der Tour de France 2023 holen. Er hat beim Giro d'Italia gezeigt, dass er noch gewinnen kann, wenn alles ideal für ihn läuft. Aber er ist nicht mehr der Fahrer, der er mal war. Aber er hat bei Astana keinen erfahrenen Zug und das Team wird sich massiv steigern müssen.
Aber es gibt eben auch diese einprozentige Chance, denn ich weiß, dass Cav im richtigen Moment am richtigen Ort sein kann. Deshalb kann er noch immer als Erster über die Linie rasen. Ihn kann ich nicht komplett anschreiben, aber gegen die Konkurrenz bei dieser Tour sehe ich diese Chance für ihn nicht. Aber ich würde mich gerne eines Besseren belehren lassen.
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Stage 4 profile and route map: Dax - Nogaro
Quelle: Eurosport
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