Tour de France - Tadej Pogacars Leistung von Herpes-Infektion beeinflusst? Teamarzt klärt auf
Tadej Pogacar (UAE Emirates) hat bei der Tour de France 2023 offenbar nicht nur mit seinem großen Rivalen Jonas Vingegaard (Jumbo-Visma) zu kämpfen, sondern auch mit einer Herpes-Infektion. Das war vor dem Start des Zeitfahrens am vergangenen Dienstag erstmals deutlich erkennbar. Was harmlos klingt, kann für einen Rad-Profi in einer dreiwöchigen Rundfahrt durchaus einen Nachteil bedeuten.
szenen"Ich bin am Ende": Dramatische Szenen um Pogacar
Quelle: Eurosport
Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard liefern sich bei der 110. Frankreich-Rundfahrt ein episches Duell um das Gelbe Trikot. Konnte der Slowene in der zweiten Tour-Woche seinen Abstand im Gesamtklassement auf den Dänen noch sukzessive verringern, musste er im Zeitfahren am Dienstag eine empfindliche Niederlage einstecken. 1:38 Minuten brummte ihm Vingegaard auf.
Trotzdem wirkte Vingegaard nach den 22,4 Kilometern im Ziel in Combloux nicht so ausgepumpt wie sein Rivale. Dieses Bild bestätigte sich auch auf der Königsetappe am Mittwoch, auf der Pogacar am letzten Anstieg hinauf zum Col de la Loze völlig einbrach und über fünf Minuten auf den Mann in Gelb einbüßte. In der Gesamtwertung liegt er nun 7:35 Minuten vor Pogacar - eine Vorentscheidung.
Natürlich kann daraus kein direkter Zusammenhang zu Pogacars Herpes-Erkrankung hergestellt werden, eine Rolle könnte die Infektion aber gespielt haben.
Das bestätigte auch Dr. Dirk Tenner, einer der Mannschaftsärzte des Teams INEOS, auf Anfrage von Eurosport-Kommentator Karsten Migels.
"Ein viraler Herpesinfekt kann das Immunsystem sehr beeinflussen und auch die Leistung schwächen", erklärte Migels im Live-Kommentar auf der 17. Etappe.
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Tadej Pogacar leidet an einer Herpes-Infektion
Fotocredit: Eurosport
Voigt: "Wenn du nur ein oder zwei Prozent Leistungsfähigkeit einbüßt..."
Verursacht wird Herpes von sogenannten Herpes-simplex-Viren (HSV). Typische Symptome sind kleine Bläschen oder Geschwüren an den Lippen, wie bei Pogacar sowie im Genital- und Analbereich. Eine erste Infektion kann dabei völlig symptomlos verlaufen oder aber mit Fieber und Schüttelfrost einhergehen.
Die Symptome flachen meist nach wenigen Tagen wieder ab, auch die Bläschen verheilen nach ca. zwei bis drei Wochen wieder.
Das Problem: Auch nach dem Abheilen verbleiben die Viren in inaktivem Zustand in den Nervenzellen im Körper. Sie können nie wieder Symptome hervorrufen oder von Zeit zu Zeit bei geschwächtem Immunsystem wieder aktiv werden und erneut Beschwerden auslösen.
Entfernen lassen sich die Viren aus dem Körper nicht. Auch eine Impfung gegen eine Herpes-simplex-Infektion gibt es nicht. Antivirale Medikamente können jedoch dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern und früher aufzulösen.
Laut Eurosport-Experte Jens Voigt können diese Beschwerden jedoch durchaus ausreichen, um die Performance und damit das Abschneiden bei einer Grand Tour zu beeinflussen. "Da die Fahrer ja sowieso schon körperlich am Leistungslimit und auf ähnlich hohem Niveau unterwegs sind, ist klar: Wenn du nur ein oder zwei Prozent Leistungsfähigkeit einbüßt, ist das ein Unterschied zwischen Gewinnen und Fünfter oder Achter werden", so der 51-jährige Ex-Profi.
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Pogacar in Not! Slowene kann Vingegaard und Co. nicht folgen
Quelle: Eurosport
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