Tour de France 2024 - Biniam Girmay feiert dritten Etappensieg, Primoz Roglic büßt nach Sturz mehr als zwei Minuten ein
VonFelix Mattis
Update 11/07/2024 um 21:27 GMT+2 Uhr
Biniam Girmay hat in Villeneuve-sur-Lot seinen dritten Etappensieg bei der 111. Tour de France gefeiert. Der Eritreer setzte sich auf der 12. Etappe nach 203,6 Kilometern im Massensprint vor Wout van Aert und Pascal Ackermann durch. Das Gelbe Trikot behauptete Tadej Pogacar. Primoz Roglic aber büßte mehr als zwei Minuten ein, weil er zwölf Kilometer vor dem Ziel gestürzt war.
Girmay jubelt erneut, Roglic-Sturz mit Folgen - Highlights
Quelle: Eurosport
Begleitet von seinen Teamkollegen rollte Roglic erst 2:27 Minuten nach dem Tagessieger über den Zielstrich am Fluss Lot. Zuvor hatte das Red-Bull-Bora-hansgrohe-Sextett auf den letzten zwölf Kilometern Schadensbegrenzung betrieben, gegen das auf den Massensprint zu rauschende Hauptfeld aber kontinuierlich Zeit verloren.
Roglics Trikot war an der rechten Schulter zerrissen und er blutete. Der Slowene hatte zwölf Kilometer vor dem Ziel nicht ausweichen können, als vor ihm Alexey Lutsenko (Astana Qazaqstan) stürzte. Er schlug einen Salto und landete hart auf dem Rücken. Sofort waren alle Red-Bull-Teamkollegen beim Kapitän und führten ihn dann ins Ziel.
In der Gesamtwertung rutschte Roglic vom vierten auf den sechsten Rang ab und hat nun 4:42 Minuten Rückstand auf das Gelbe Trikot von Tadej Pogacar (UAE Team Emirates).
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Ist das bitter: Roglic stürzt wenige Kilometer vor dem Ziel
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Remco Evenepoel (Soudal-Quick-Step / + 1:06) ist vor Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike / + 1:14) weiterhin Zweiter, Joao Almeida (UAE Team Emirates / + 4:20) und Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers / + 4:40) rückten auf Rang vier und fünf auf.
Der Sprint um den Tagessieg verlief chaotisch und hatte zwei Jury-Entscheidungen zufolge: Sowohl Arnaud Démare (Arkéa-B&B Hotels), der als Dritter über den Zielstrich kam, als auch Mark Cavendish (Astana Qazaqstan), der Fünfter war, wurden ans Ende des Feldes zurückgesetzt. Démare hatte van Aert in Richtung Bande gedrängt, Cavendish einen wilden Linienwechsel schon bei der Eröffnung seines Sprints gefahren.
Girmay im Kampf um Grün weit voraus
Von all dem unbeeindruckt sprintete Girmay überlegen zu seinem dritten Sieg und baute damit auch seine Führung im Kampf ums Grüne Trikot weiter aus. Er hat in der Punktewertung jetzt 328 Zähler auf dem Konto, Philipsen als Tagesvierter kommt nun auf 221.
"Ich wusste vom Anfang der Tour an, dass ich gute Ergebnisse einfahren kann, wenn es gut läuft. Jetzt habe ich dreimal bewiesen, dass ich gewinnen kann", freute sich Girmay, der im Sieger-Interview zuallererst wieder einen Dank in den Himmel schickte und sich im Kampf um Grün nun ziemlich sicher fühlen darf. "Jetzt fokussiere ich mich voll aufs Sprinten. Seit ich das Grüne Trikot trage, fühle ich mich noch schneller."
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"Er nimmt die Arme hoch": Girmays dritter Sprint-Streich
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Während Pogacar seine Führung in der Gesamtwertung souverän im Hauptfeld verteidigte, behauptete der Slowene auch jene in der Bergwertung. Dort aber rückte ihm Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) auf die Pelle. Beide sind mit 36 Zählern nun punktgleich, Pogacar führt nur wegen der höher kategorisierten gewonnen Bergpreise. Evenepoel ist weiterhin bester Nachwuchsfahrer im Weißen Trikot und das UAE Team Emirates führt die Mannschaftswertung an.
- Gesamtwertung + Trikots: So steht's im Kampf ums Gelbe Trikot
- Ergebnis + Ticker: So lief die 12. Etappe
Zu Etappenbeginn dauerte es auf hügeligem Terrain etwas mehr als 20 Kilometer, bis sich mit Valentin Madouas, Quentin Pacher (beide Groupama-FDJ), Dauerbrenner Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) und Anthony Turgis (TotalEnergies), dem Etappensieger von Troyes am Sonntag, ein Ausreißer-Quartett fand. Zu viert fuhren sie 3:30 Minuten Vorsprung heraus, während hinten im Feld erst Fabio Jakobsen (dsm-firmenich-PostNL) sowie später Pello Bilbao (Bahrain Victorious) die Tour entkräftet aufgaben.
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Der Tank ist leer: Sprintstar Jakobsen gibt die Tour auf
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Die Nachführarbeit im Hauptfeld leisteten bei Temperaturen um 35 Grad beinahe den ganzen Tag hauptsächlich Silvan Dillier (Alpecin-Deceuninck) und Gregor Mühlberger (Movistar) und hielten die Spitzengruppe an relativ kurzer Leine bei meist zwei Minuten und schon 70 Kilometer vor Schluss nur noch einer Minute Vorsprung.
Abrahamsen sicherte sich unterwegs alle drei Bergpreise der 4. Kategorie und Turgis strich am Zwischensprint in Gourdon 93 Kilometer vor Schluss die 20 Punkte fürs Grüne Trikot ein. Im Feld rollte Girmay vor Philipsen als Fünfter über den Strich und baute seine Führung in der Punktewertung somit zwischenzeitlich um einen Zähler aus. Schon 45 Kilometer vor dem Ziel wurde die Spitzengruppe gestellt.
Sturz sorgt für Schock nach ruhigem Tag
Danach blieb das Rennen lange ruhig und man fuhr gemeinsam den Sprintvorbereitungen entgegen. Zwölf Kilometer vor Schluss aber blieb Alexey Lutsenko (Astana Qazaqstan) an einem Fahrbahnteiler in der Straßenmitte hängen und stürzte nach rechts. Dort löste er einen Massensturz aus, in dem auch Roglic mit einem Salto zu Boden ging.
Anschließend kämpfte der Slowene mit fünf seiner sechs im Rennen verbliebenen Teamkollegen um den Anschluss ans Feld, verlor dabei aber kontinuierlich weiter an Zeit. Vorne nämlich wurde in der Vorbereitung auf den Massensprint Vollgas gefahren.
Den bereitete auf dem Schlusskilometer das Team Arkéa-B&B Hotels für Arnaud Démare von vorne vor und der Franzose spurtete als Erster der Linie entgegen. Aus dem Windschatten des spurtenden Pulks heraus zogen auf den letzten Metern aber van Aert und vor allem Girmay noch vorbei, obwohl Démare dem Belgier vorher den Weg regelwidrig zugemacht hatte.
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Dritter Girmay-Sieg in der Analyse: "Er ist der dominante Sprinter"
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Ackermann, der von Démares Hinterrad in den Sprint startete, wurde von Alexander Kristoff (Uno-X Mobility) eingebaut und hatte nicht die nötige freie Fahrt zur Linie, um sich den Traum vom Tour-Etappensieg zu erfüllen.
Bitter endete der Tag für Philipsen. Nachdem sein Team den ganzen Tag das Hauptfeld angeführt hatte, landete er nur auf Rang vier - dank der Relegation von Démare und Cavendish, auf der Linie war er nur Sechster - im Massensprint und musste sich nach der Etappe von seinen Teamkollegen Jonas Rickaert und Sören Kragh Andersen verabschieden. Sie verpassten in Villeneuve-sur-Lot das Zeitlimit, nachdem Andersen auf den zu Beginn gestürzten Rickaert gewartet hatte.
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Quelle: Eurosport
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12. Etappe | Wellige EtappeAurillac → Villeneuve-sur-Lot / 203.6 km
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