Tour de France 2024 - Biniam Girmay lässt in Turin ganz Eritrea jubeln, Richard Carapaz übernimmt das Gelbe Trikot
VonFelix Mattis
Update 01/07/2024 um 17:46 GMT+2 Uhr
Biniam Girmay hat in Turin für den ersten Tour-de-France-Etappensieg seiner Mannschaft Intermarché-Wanty gesorgt und auch den ersten Tagessieg eines Eritreers bei der Frankreich-Rundfahrt eingefahren. Der 24-Jährige setzte sich auf dem längsten Teilstück der 111. Tour nach 230 Kilometern im Massensprint vor Fernando Gaviria und Arnaud De Lie durch. Das Gelbe Trikot übernahm Richard Carapaz.
Highlights: Girmay schreibt Geschichte - Pogacar verliert Gelb
Quelle: Eurosport
Der Ecuadorianer Carapaz (EF Education-EasyPost) kam im Hauptfeld als 14. über den Zielstrich, während Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) im Gelben Trikot deutlich weiter hinten platziert war und am Ende ausrollen ließ.
Wegen der besseren Summe aus den Einzelplatzierungen auf den ersten drei Etappen nahm Carapaz dem Slowenen daher das Maillot Jaune ab.
Carapaz ist der erste Träger des Gelben Trikots aus Ecuador, genau wie Girmay der erste Etappensieger aus Eritrea ist.
"Zuerst muss ich mich bei Gott für alles bedanken, für die Stärke und Unterstützung, die er mir gegeben hat", sagte der Tagessieger im ersten Interview und unterbrach dann kurz, weil er vor Freude weinte.
"Als ich mit dem Radfahren begann, habe ich mich gar nicht getraut daran zu denken, jemals bei einer Tour de France dabei zu sein. Dann in meiner zweiten Tour in einem Sprint im Pulk zu gewinnen. Es ist unglaublich", führte er dann fort. "Ich möchte mich bei meiner Familie, meiner Frau, bei allen Eritreern und Afrikaner bedanken. Wir können stolz auf uns sein. Wir sind nun wirklich Teil der größten Rennen im Radsport!"
Während Girmay und Carapaz Geschichte schrieben, änderte sich in der Punkte-, der Berg- und der Nachwuchswertung der 111. Tour de France an der Spitze jeweils nichts. Jonas Abrahamsen (Uno-X) verteidigte sein Grünes Trikot mit nun 76 Punkten und zehn Zählern mehr als Girmay. Der Norweger besitzt auch weiterhin das Bergtrikot mit dort nun 24 Punkten, das aber Valentin Madouas (Groupama-FDJ) stellvertretend trägt.
Im Weiß des besten Nachwuchsfahrers blieb Remco Evenepoel (Soudal-Quick-Step), der in der Gesamtwertung zeitgleich mit Carapaz und Pogacar Dritter ist. Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) folgt ebenfalls in derselben Sekunde weiter auf Gesamtrang vier.
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Girmay unschlagbar! Erster Tour-Etappensieg für Eritreer
Quelle: Eurosport
In den ersten vier Rennstunden konnte man am Montag von einer Bummeletappe sprechen: Das Tempo war niedrig, eine Ausreißergruppe gab es nicht. Unterwegs sammelte Jonas Abrahamsen (Uno-X) den Punkt am ersten Bergpreis nach 70 Kilometern ein und Mads Pedersen (Lidl-Trek) gewann den Zwischensprint in Alessandria bei Kilometer 94. Erst rund 80 Kilometer vor dem Ziel beschleunigte das Peloton spürbar.
Matteo Sobrero (Red Bull – Bora – hansgrohe) holte sich den zweiten Bergpreis an der Cote de Barbaresco, nahe des Weinguts seiner Familie, und dann attackierte rund 65 Kilometer vor Schluss plötzliche Fabien Grellier (TotalEnergies) ganz allein. Der Franzose fuhr schnell eine halbe Minute Vorsprung heraus, viel weiter aber wurde er von den Sprinter-Teams nicht weggelassen.
Grellier sicherte sich den letzten Bergpreis des Tages 50 Kilometer vor Schluss mit 50 Sekunden Vorsprung, dann aber erhöhte das Peloton den Verfolgungsdruck und hielt ihn lange an der ganz kurzen Leine bei rund 20 Sekunden, bevor der Ausreißer 29 Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde.
Chaos im Sprint-Finale
Von da an rauschte das Feld mit ständig zwischen 50 und 60 Stundenkilometern dem Finale in Turin entgegen. In den Vorbereitungen für den Massensprint musste Alpecin-Deceuninck auf Mathieu van der Poel verzichten, den sechs Kilometer vor Schluss ein Defekt stoppte. 2,5 Kilometer vor dem Ziel kam es dann zu einem Massensturz, der für Chaos sorgte.
Intermarché-Wanty führte das Rennen nach der 1.000-Meter-Marke um die letzten beiden Linkskurven und bereitete den Sprint eigentlich für Gerben Thijssen vor.
Dann setzte sich zwar Jasper Stuyven als Anfahrer für Mads Pedersen durch und zog den Sprint mit seinem Kapitän am Hinterrad von vorne an. Doch der hatte auf den letzten 150 Metern nicht mehr den nötigen Punch und musste Girmay rechts an der Bande vorbeiziehen lassen.
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Quelle: Eurosport
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